Kolumne - Neulich im Netz Logisch, Sepp: Nach wie vor dem Spiel


Die Bundesliga hat jetzt fertig. Frankfurt ab-, Mainz aufgestiegen, Bochum im UEFA-Cup. Der Rest war weit gehend klar. Gar nicht klar aber, wer in der kommenden Saison die Rechte am bewegten Bild für Handy und Internet bekommt. Wenn sie denn überhaupt wer will.

Die Bundesliga hat jetzt fertig. Frankfurt ab-, Mainz aufgestiegen, Bochum im UEFA-Cup. Der Rest war weit gehend klar. Gar nicht klar aber, wer in der kommenden Saison die Rechte am bewegten Bild für Handy und Internet bekommt. Wenn sie denn überhaupt wer will.

Derzeit sucht die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) noch immer nach einem Wahnsinnigen, der in den kommenden beiden Saisons Multimillionenverluste machen möchte. AOL, Tiscali und Yahoo, allesamt versiert im Umgang mit roten Zahlen und folglich bestens geeignet, lehnten die Offerte dankend ab. Auch Sport1, die Onlineabteilung des DSF, will sich das Portmonee nicht verbrennen. Zu refinanzieren sei das nicht, sagt der Marketingleiter. So ähnlich sehen das auch RTL Newmedia und die ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne Interactive.

O2 und Vodafone hingegen zeigen Interesse. T-Online und T-Mobile auch, die für die aktuelle Saison die Rechte für eine Million Euro erworben hatten. Und T-gemäß Minus machten. Rund 10.000 Abonnenten zahlten 3,95 Euro pro Monat, was letztlich kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein war. Angesichts der 65 Milliarden Euro Schulden des T-Konzerns spielt das eine oder andere rote Milliönchen augenscheinlich sowieso keine große Rolle.

"Dribbelstarke Downloads..."

Was bringt es eigentlich dem Abonnenten? "Dribbelstarke Downloads und als Drop-Kick coole News Dienste", behaupten die Werbeprofitexter von T-Mobile. Nun denn. Man hat schon weniger für 3,95 Euro bekommen. Bis es hier wirklich etwas Gescheites gibt, werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen. Möglicherweise kommt der Anstoß vom Bezahlsender Premiere, der zurzeit die Pay-TV-Rechte hält. Bereits im kommenden Jahr soll ein Breitband-Portal gelauncht werden. Mit "speziellen Angeboten", so Premiere-Chef Kofler.

Unter Sportsfreunden: Bis 2005 zu warten, dürfte nicht sonderlich schwer fallen. Denn in diesem Jahr gibt es aus bundesdeutscher Sicht wenig Erfreuliches zu sehen. Aus bei der EM nach drei glatten Vorrundenniederlagen. Leverkusen scheitert in der Champions-League-Qualifikation am Vertreter Maltas, Bayern und Bremen können sich nach der Vorrunde ganz auf den DFB-Pokal konzentrieren. Und Stuttgart und Bochum bleiben nach mausgrauen Duellen mit osteuropäischen Teams im UEFA-Cup auf der Strecke. Einzig Aachen erreicht das Achtelfinale. Aber das bekommt niemand mit.

Alternative Rhönradturnen

Im Rhönradturnen aber bleiben deutsche Athleten auch 2004 Weltklasse. Bedauerlicherweise passt ein handelsübliches Rhönrad weder als News noch als Standbild oder Video auf eines dieser lächerlichen MMS-Handydisplays.

<a class="link--external" href="mailto:stern@ha-net.de">Thomas Hirschbiegel</a>

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