Kriminalität Großrazzia gegen Raubkopierer


476 Beschuldigte in 33 Ländern sollen als Mitglieder des Internetforums "Liquid FXP" eine Tauschbörse für Raubkopien von Filmen, Software und Musik betrieben haben.

Bei der bislang größten Razzia gegen Raubkopierer in Deutschland hat die Polizei mehr als 130 Privat- und Büroräume in 15 Bundesländern durchsucht. Die insgesamt 126 Beschuldigten sollen als deutsche Mitglieder des Internetforums "Liquid FXP" eine Art Tauschbörse für Raubkopien von aktueller Software, Spielen, Filmen und Musik betrieben haben, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. Die federführende Staatsanwaltschaft Köln ermittle wegen des Verdachts der Computersabotage, Datenveränderung und anderer Straftaten.

476 Mitglieder in 33 Staaten

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehörten dem Forum insgesamt 476 Mitglieder aus 33 Staaten an. Sie hätten sich in einer streng hierarchischen Gliederung arbeitsteilig am illegalen Eindringen in fremde Server und dem Kopieren der Software beteiligt. Die Forumsmitglieder stellten laut BKA Sicherheitslücken bei weltweit 11.820 Servern fest. Die Beschuldigten hätten diese gehackt und anschließend eigene Server installiert, um dort insgesamt mehr als 2.500 Raubkopien für alle Mitglieder zugänglich zu machen. In Deutschland sei auf diese Weise in insgesamt 619 Server von 344 verschiedenen Firmen und Institutionen eingedrungen worden.

Den Hackern auf die Schliche kamen Polizei und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen wegen des Verdachts der Kreditkartenfälschung. Am vergangenen Dienstag wurden dann bei der ersten bundesweiten Razzia gegen Mitglieder eines Internetforums zeitgleich 132 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und Tausende CDs, DVDs, Disketten, Mini-Disks und Festplatten sichergestellt. Festnahmen wurden zunächst nicht gemeldet. Am Donnerstag sollten auch noch 337 der betroffenen Firmen und Institutionen durchsucht werden, um weiteres Beweismaterial sicherzustellen.

PC-Polizisten im Einsatz

Bei den Razzien setzten die Behörden auch speziell ausgebildete Computerexperten der Polizei ein. "Mit unseren PC-Spezialisten haben wir die Schlagkraft gegen die Computerkriminalität erhöht", betonte der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD) in Düsseldorf.

DPA, AP AP DPA

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