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Streamer Rückzug von MontanaBlack – das (vorläufige) Ende einer Karriere voller Skandale

Montanablack
Egal ob auf Twitch, Youtube oder Instagram: Montanablack gehört zu den bekanntesten Internet-Persönlichkeiten des Landes. Nun hat er sich vorerst zurückgezogen.
© Philipp Schulze / Picture Alliance
Montanablack gehört zu den bekanntesten und umstrittensten Streamern und Influencern des Landes. Sein Erfolg war auch immer begleitet von Skandalen. Nun zieht er sich vorläufig aus der Öffentlichkeit zurück.

Lange Zeit musste man für MontanaBlack regelmäßig neue Superlative suchen: er ist der erfolgreichste Streamer in Deutschland. Auf der Plattform Twitch folgen ihm knapp drei Millionen Menschen, ebenso auf Instagram und Youtube. Er ist doppelter Bestseller-Autor und einer der bekanntesten Internet-Persönlichkeiten des Landes. In den vergangenen Wochen war es aber verhältnismäßig ruhig um Marcel Eris, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, geworden. Seine Streams ließ er ausfallen – nun zieht er sich vorerst komplett aus der Öffentlichkeit zurück, wie er auf Twitter verkündete. 

Er sei am "wohl tiefsten Punkt" seines Lebens angekommen und werde einige Zeit brauchen, um wieder der Alte zu werden, so Eris. Auf genauere Gründe ging er nicht ein. Fest steht aber: hinter "Monte", wie seine Fans ihn nennen, liegen turbulente Wochen. 

MontanaBlack zieht sich nach Skandal-Wochen vorerst zurück

Die Karriere von Eris war eigentlich pausenlos von Skandalen begleitet. Als einer der ersten Streamer für Videospiele schaffte es der 33-Jährige vor mehr als zehn Jahren ein ganz neues Genre an Live-Videos zu prägen. Innerhalb weniger Jahre wurde er zum größtem Player in dem noch jungen Business. Seine Follower feierten den aus Buxtehude stammenden Eris für seine emotionalen Ausbrüche und seine flapsige Art zu kommentieren. 

Doch schon bald mehrte sich Kritik – auch aus der eigenen Community. Immer wieder wurde sein Twitch-Account zeitweise gesperrt. So zum Beispiel im Dezember 2018 nachdem er sich abfällig und rassistisch gegenüber Asiaten geäußert hatte. Zudem wird Eris immer wieder Sexismus vorgeworfen, etwa weil er Frauen in einem Stream mit Hunden verglich.

MontanaBlack: Stream von Onlinecasinos rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan

Neben persönlichen Entgleisungen, die zu mehr oder weniger langen Sperren auf den Streaming-Plattformen führte, wurden aber auch seine Inhalte strafrechtlich relevant. Denn Eris beließ es nicht beim Streamen von beliebten Videospielen wie Fifa oder Call of Duty. 2018 begann er sich dabei zu filmen, wie er mit teilweise absurd hohen Einsätzen in Onlinecasinos zockte. Dies rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Denn neben den Streams nutzte "Monte" seine Social Media-Kanäle um Werbung für Casino-Seiten zu posten. Im Oktober 2018 teilte er ein Bild von Kontoauszügen und dem Kommentar, er habe in nur sechs Wochen 80.000 Euro gewonnen. 

Abgesehen davon, dass zu diesem Zeitpunkt die Werbung für Glücksspiel illegal war, versprach er seinen Followern zudem, die Casinos, für die er werbe, seien staatlich überprüft. Eine Unwahrheit, denn die Seiten waren in Malta, nicht aber er in Deutschland zertifiziert. Höhepunkt von Eris "Casino-Affäre" war eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft wegen "des Verdachts des unerlaubten Glückspiels, der Geldwäsche sowie eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz", wie mehrere Medien mit Bezug auf die NOZ berichteten. Eines seiner Konten wurde demnach gepfändet. 

Das Verfahren wegen illegalen Glücksspiels wurde später gegen eine Zahlung eingestellt, verurteilt wurde Eris wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro. Nach diesem Vorfall schwor der Streamer dem Glücksspiel ab und betonte in seinen Streams immer wieder die Gefahren, die von einer Spielsucht ausgehen. 

Doch auch ohne die Casino-Streams geriet Eris in die Schlagzeilen. Während eines Urlaubs auf Malta im September 2020 machte er während eines Streams von seinem Balkon aus heimlich Bilder von Frauen am Hotelpool und kommentierte die Szenen sexistisch. Auch hierfür sperrte Twitch ihn – für 33 Tage. Eris entschuldigte sich später für sein "dummes und fragwürdiges Verhalten". Im Spiegel erklärte er: "Es war einfach eine unnötige Aktion von mir. Die hätte ich so einfach nicht bringen dürfen."

Zwielichtige NFT-Gewinnspiele

Sein vorerst letzter Skandal spielte sich in den vergangenen Wochen ab. Anfang diesen Jahres bewarb Eris auf Twitter ein Gewinnspiel für sogenannte NFTs in Zusammenarbeit mit der Firma "Kongdo Club". Hierbei sollten User die Möglichkeit haben, als erstes die scheinbar so kostbaren Tokens kaufen zu können. Der Handel mit den digitalen Objekten boomt zur Zeit. Was Eris bei seiner Werbung allerdings offenbar übersah: Die NFTs, die er bewarb, waren Bilder von Affen, von denen ein Avatar eine Binde mit Hakenkreuz trug und vom Aussehen Adolf Hitler nachempfunden war. Nach massiver Kritik löschte "Monte" das Gewinnspiel wieder. 

Doch damit nicht genug. Wenige Woche später startete Eris erneut eine Werbekampagnen für NFTs. Diesmal sollten seine Fans eine digitale Kollektion von Sneakern kaufen. Das Problem diesmal: Eris fiel gleich zweimal auf Betrug herein, sogenannte Scams. 

User in sozialen Netzwerken und Experten warfen dem Streamer vor, Produkte zu bewerben, mit denen er sich selbst nicht auskenne und betonten seine Verantwortung bei einer so großen Reichweite und insbesondere bei seinem mutmaßlich sehr jungen Publikum.

Eris äußerte sich daraufhin erneut geläutert und verkündete, er werde zukünftig nicht mehr für NFTs werben, da es für ihn nicht ersichtlich sei, was Scam ist und was nicht.

Ob die Reihe von Skandalen, insbesondere die Kritik auf seine NFT-Posse mit MontanaBlacks Auszeit zu tun hat, ist unklar. Sicher scheint nur: sollte er zurückkommen, wird er weiterhin polarisieren.

Quellen: "Übermedien", "t3n", Redaktionsnetzwerk Deutschland, "Der Spiegel", esports.com, "watson", Giga, "Merkur.de", MontanaBlack Twitter, 


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