NEULICH IM NETZ Abenteuer T-DSL: keine Mails an AOL und T-Online


T-DSL plus ein eigener Mail-Server - da wurde es spannend. Post an AOL und T-Online waren plötzlich unmöglich... Erlebnisse einer Jagd nach dem »SMTP Relay Server«

Kein Witz: Wer mit T-DSL unterwegs ist und einen eigenen Mail-Server betreibt, kann keine E-Mails an T-Online und AOL schicken. Das liegt am SMTP-Relay. Ron Sommer stellt sich solidarisch an die Seite Jan Ullrichs, doch der kann wahrscheinlich einen Netzwerker bezahlen, der ihm das alles administriert. Und derweil Bobby-Car fahren. Knieschonend.

Vom Kleinen zum Großen

Ron Sommers Knie sollen ja intakt sein - kein Wunder, sitzt das größte T von allen doch unbeirrt fest in seinem Sessel und kohlt vor sich hin. Wer im T-Euro-Land noch flüssig ist, kann, so strahlt der Sommer, jetzt T-Aktien zum Schnäppchenpreis haben. Ausgesprochen perfide nicht nur in den Ohren all jener Kleinanleger, die dereinst Manfred Krug ihr Vertrauen schenkten und nun im Regen stehen. Hat aber nichts mit E-Mails zu tun. Aber das ist ja das Problem: Fängt man bei der Telekom im Kleinen an, landet man immer wieder im ganz Großen.

Nicht zugestellt, sondern weggestellt

Die Sache mit den E-Mails: Man nehme T-DSL und nutze die Leitung nur als Zugangsleitung. Das heißt, man sende E-Mails nicht über die lustige T-Online-Software, sondern betreibe einen eigenen Mail-Server. So wie wir, Microsofts Exchange heißt unser Postbote. Das tun gar nicht so wenige, die DSL-Leitungen auf Grund ihrer ungeschlagenen Preis-Leistungsrelation schätzen. Und es gibt ja nicht nur das Kindergarten-Paket für kleines Geld, sondern auch professionelle DSL-Produkte vom rosa Riesen. Und kaum hatten wir umgeschaltet, wurden E-Mails an alle bei AOL und T-Online nicht mehr zugestellt. Die T-Mails blieben in der Warteschlange und kamen irgendwann als Fehler zurück, die an AOL-Empfänger wurden irgendwo anders hin- und zugestellt. Weggestellt halt. Eiskalt.

War aber alles nicht so schlimm. Wir mussten nur (geschätzte) 14 verschiedene Hotlines anrufen, um sich dann jeweils von der Telekom zu T-Online, von Pontius zu Pilatus und von einem Ahnungslosen zum nächsten schicken zu lassen. Dann mussten wir in Newsgroups rumsurfen respektive einen Techniker des eigenen Vertrauens in Newsgroups rumsurfen lassen. Der fand dann nach wenigen Stunden die Ursache des Problems: Den SMTP-Relay-Server von T-Online. SMTP steht für »Simple Mail Transfer Protocol«. »Simple«, einfach, das kann folglich nicht zu viel mit der Telekom, pardon: T-Online zu tun haben.

Der große Unbekannte: das »Webkennwort«

Richtig lustig wird es aber auf den Service-Seiten der Bonner Firma, die neben Radfahren, Basketball, Bayern München und Rudern auch mit Telekommunikation zu tun hat. Unter einer kruden Adresse, die in den Newsgroups stand, kann ein T-DSL-Kunde nämlich sein SMTP selbst konfigurieren. Vorausgesetzt, das »Webkennwort« ist bekannt. Aber auch wenn nicht, macht's nichts: Ein Klick auf »Web-Kennwort vergessen?« führt zu einer Seite, auf der man sein Web-Kennwort ändern kann. Vorausgesetzt, man erinnert sich daran.

Guido Augustin, H&A Medien


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