HOME

Silicon Valley vorm Facebook-Börsengang: California Dreaming

Die Aussicht auf Facebook-Milliarden an der Börse elektrisiert das ganze Silicon Valley. Auf der Suche nach dem nächsten großen Ding fließt Geld wie nie. Dotcom-Blase? Pah!

Von Karsten Lemm, San Francisco

Wenn die Fernsehteams aus Übersee zu Besuch kommen, weiß Jamis MacNiven, dass auch der Rest der Welt gemerkt hat: Das Silicon Valley boomt wieder. Sein Restaurant "Buck's" in Woodside, auf halbem Wege zwischen San Francisco und San Jose, ist seit Mitte der 1990er Jahre einer der beliebtesten Treffpunkte von Geld und Ideen im Tal der Technik - Netscape, Hotmail, PayPal, sie alle gehören zu den vielen Jungfirmen, deren Gründer bei "Buck's" mit ihren Investoren die Köpfe zusammengesteckt haben.

Die meisten Gäste kommen früh, der Kaffee ist schwarz, und die Portionen sind ähnlich überwältigend wie das Dekor - eine Guinnes-Buch-reife Sammlung aus Krimskrams, von Cowboyhüten und Voodoo-Masken an der Wand bis zur Freiheitsstatue am Eingang. Das TV-Team an diesem Morgen kommt aus Finnland; es filmt MacNiven am runden Holztisch neben Lady Liberty, während das Stammpublikum ungerührt weiter seiner selbst gewählten Berufung nachgeht, das nächste Facebook zu gründen und nebenbei superreich zu werden.

"Was meinst du, Tony", fragt MacNiven, "wenn der Börsengang von Netscape 1999 eine 10 war, wo sind wir heute von der Stimmung her?" Am Nebentisch sitzt Tony Perkins, Risikofinanzier und Gründer des "AlwaysOn"-Netzwerks - ein prominenter Vertreter des Silicon-Valley-Geldadels. "Eine 13", antwortet Perkins ungerührt. "Es warten noch viele Innovationen auf uns, und das allgemeine Gefühl ist, dass es gerade erst losgeht."

Der Wert von unechter Freundschaft

Ein doppelter Boom hat die lange darbende Gegend in Nordkalifornien wieder aufblühen lassen: Erst entfachte Apple mit iPhone und iPad ein Wettrennen um Geschäfte mit Mobildiensten; dann führten ein paar Jungs vom College der Internetgemeinde vor Augen, wie wertvoll selbst unechte Freundschaft sein kann. Facebooks Börsengang, voraussichtlich am kommenden Freitag, hat viel damit zu tun, dass sich im Silicon Valley wieder Partystimmung breit macht. Denn sobald die ersten Anteile an Mark Zuckerbergs sozialem Netzwerk öffentlich gehandelt werden, bekommt das ehemalige Obstanbaugebiet südlich vom Golden Gate einen ganzen Schwung neuer Millionäre und eine Handvoll auserwählter Milliardäre.

Alle, die früh dabei waren, dürfen auf üppige Belohnung hoffen. Hunderte von Mitarbeitern, die ihr Gehalt zum Teil in Aktien bekamen, werden demnächst die Taschen voller Geld haben, und viele werden einkaufen gehen. Autos, Häuser, Boote, Reisen - die Wirtschaft kann es brauchen. Schon jetzt liegen die Häuserpreise in Menlo Park, nahe der neuen Facebook-Zentrale, mit einem Durchschnittspreis von 1,3 Millionen Dollar (rund 1 Million Euro) um 53 Prozent höher als im Vorjahr. Mark Zuckerberg wird mit einem geschätzten Vermögen von bis zu 28 Milliarden Dollar über Nacht zu den reichsten Menschen der Welt gehören.

Trüffel für die Programmierer

Während anderswo im Land weiterhin der Rotstift regiert, präsentiert die örtliche Edel-Supermarktkette Draeger's, 1903 von einem ostpreußischen Einwanderer gegründet, ihren Kunden eine üppige Auswahl an Geschenkkörbchen: Im Modell "Champagne Celebration" leisten belgische Trüffel und Oliven aus Nizza einer Flasche Veuve Clicquot Gesellschaft - der Korb kostet 179 Dollar, ein Schnäppchen im Vergleich zur Variante "Gourmet Gourmand" für 319 Dollar. So lässt sich stilvoll der jüngste Deal feiern; oder begehrten Programmierern signalisieren, dass man ihre Mitarbeit wirklich ausgesprochen schätzen würde.

Denn das kostbarste Gut im Silicon Valley sind längst wieder talentierte Entwickler geworden. Menschen, die wissen, wie sich aus Smartphones, Webseiten und Internetdatenbanken das meiste herausholen lässt, können auch ohne Börsengang Millionär werden: Topstars werden auch bezahlt wie Stars, und schon der durchschnittliche Softwareingenieur darf mit einem Gehalt von fast 140.000 Dollar rechnen. Gutes Personal ist so begehrt, dass Firmen eigene Headhunter beschäftigen und die Plakatwände am Rande des Highway 101, der ewig verstopften Autobahn, mit Stellenangeboten für Programmierer gepflastert sind.

Doch ist das alles noch gesund? Oder droht die nächste große Blase?

"Wir sind bereits in einer Mini-Blase", sagt einer, der eigentlich Glück gehabt hat: Als früherer Facebook-Investor kassiert er nun mit ab. Doch der Risikokapitalgeber, der sich vor dem Börsengang nicht öffentlich äußern darf, leidet selbst unter diesem Trend, den er indirekt mitgeschaffen hat. "Startupfirmen verlangen wieder unglaubliche Bewertungen, und in vielen Fällen bekommen sie sie auch." Von der Bewertung hängt ab, wieviel die Gründer von ihrer Firma an die Investoren abgeben müssen, um Startkapital zu bekommen. Sie richtet sich nach dem angenommenen Erlös, irgendwann mal, wenn der Neuling groß und erfolgreich ist.

Der nächste Goldrausch kommt bestimmt

Das kaum acht Jahre alte Facebook wird wohl 100 Milliarden Dollar schwer, wenn es nun an die Börse geht. So schätzen es die meisten Beobachter, obwohl der Umsatz im vorigen Jahr bei vergleichsweise bescheidenen 3,7 Milliarden Dollar lag. Dass die Aktie floppen könnte, scheint kein Thema im Silicon Valley. Die Frage ist eigentlich nur, wie man selbst profitieren könnte. Während sich die Spekulationen überschlagen, wann wohl Publikumslieblinge wie Twitter, AirBnB und Pinterest an die Börse gehen, präsentieren sich hoffnungsfrohe Startups bei Investoren-Veranstaltungen, die wie Speed Dating ablaufen: Fünf bis zehn Minuten haben die Gründer Zeit, um ihr Startup in voller Schönheit zu präsentieren und Begehrlichkeit zu wecken. Dann klickt es, oder man zieht weiter. Die Anbandelungstreffen tragen Namen wie Finovate, Founder Showcase oder SFNewTech; und an Jungfirmen, die als "Flirq", "Artify It" oder "Kabbage" ins Leben starten, zeigt sich, dass unverwechselbare Internetadressen rar werden.

Trotz allem sitzt das Geld längst noch nicht wieder so locker wie zu Zeiten des ersten Dotcom-Booms: Mehr als 25 Milliarden Dollar investierten risikofreudige Investoren im Rekordjahr 2000 in scheinbar vielversprechende Ideen aus dem Techniktal - 2010 war es lediglich ein Fünftel davon. Erst in den vergangenen Monaten ist das Geschäft wieder kräftig in Fahrt gekommen. "Das Silicon Valley hat beim Zusammenbruch des Dotcom-Booms tiefe Narben davon getragen", sagt David Sacks. Als PayPal-Geschäftsführer half er 2001 mit, den Bezahldienst an die Börse zu bringen; inzwischen hat der 39-Jährige sein eigenes Unternehmen gestartet, Yammer.

Das Wort steht eigentlich für Jammern und Wehklagen, doch die Firma verspricht ihren Kunden das Gegenteil: glückliche Mitarbeiter, die mit Schwung durch den Tag gehen, weil sie sich zwanglos mit Kollegen austauschen, beraten und gegenseitig anfeuern können. Es ist eine Art Facebook fürs Büro, das von mehr als 200.000 Firmen genutzt wird, darunter Shell, O2, Tui und der Paketdienst DHL.

Der Champagner ist bereits kalt gestellt

Sacks' Blick aus dem Fenster geht auf ein Industriegebiet in San Francisco voller Neubauten, das vor wenigen Jahren noch eine Wüstenei aus Parkplätzen und Lagerhäusern war. Vor der Tür röhren Dieselloks der "Caltrain"-Züge, die ins Silicon Valley pendeln. Sitzplätze sind zu Stoßzeiten rar geworden, und Firmen wie Yammer balgen sich mit immer neuen Konkurrenten um kostbare Büroflächen. Wenn sein soziales Netzwerk weiter wächst wie bisher, peilt auch Sacks die Wall Street an.

Ein Börsengang bedeute "einen großen psychologischen Einschnitt". Schließlich schaut die ganze Welt fortan doppelt hin, und jeder Fehltritt kann Millionen kosten. Auch Mark Zuckerberg wird das erleben. Und doch stellt die ganze Region vorsorglich den Champagner kalt, weit mehr noch als bei Googles Börsengang 2004. "Google war riesig", sagt Sacks. Und doch kein Vergleich zu Facebook, nicht von der gefühlten Temperatur her. "Facebook wird noch zehnmal größer."

Kein Zweifel auch bei "Buck's", dass dieser Aufschwung echt ist und auf jeden Fall von Dauer. "1999 waren erst 200 Millionen Menschen online", rechnet der Investor Tony Perkins vor. "Heute sind es über zwei Milliarden." Er sieht eine "ganze Generation von jungen Unternehmern" heranwachsen, die traditionelle Geschäftsmodelle neu erfinden und dabei etablierte Imperien am Wegesrand in Trümmern liegend zurücklassen. "Aus der Zerstörung", sagt Perkins, "ergeben sich Chancen für Hunderte von neuen Startups." Gut, dass "Buck's" schon um 7 Uhr morgens aufmacht und die Kaffeekanne keinen Boden hat - aufgefüllt wird gratis, immer und immer wieder. Anschubfinanzierung für die Digitalmilliardäre von morgen.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.