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Es klingt wie ein Gurren oder Knurren, das kommt ganz auf den Tonfall an, in dem man es ausspricht: Webgrrls. »/ANRISS«

Es klingt wie ein Gurren oder Knurren, das kommt ganz auf den Tonfall an, in dem man es ausspricht: Webgrrls. Öfter, als der Name des Frauennetzwerks gesprochen wird, kann man ihn lesen. Denn die rund 20 Netizen haben ein gut funktionierendes, bundesweites Mailingund Informationssystem geschaffen, an dem zur Zeit 6000 Frauen angeschlossen sind. Die Webgrrls, deren deutsches Pendant 1997 von Karin Maria Schertler gegründet wurde, kommen ursprünglich aus Amerika. Genau wie dort ist in Deutschland ein Netzwerk für und von Frauen, die beruflich in den Neuen Medien und mit neuen Technologien arbeiten. Es werden Kontakte geknüpft, Jobs und Aufträge vermittelt und Meinungen ausgetauscht. Junge Mädchen sollen im Hinblick auf neue Berufe und Chancen, die mit Internet-Technologien verbunden sind, sensibilisiert und gefördert werden. Bei monatlichen Regionaltreffen in München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt mit Vorträgen, Workshops und Networking-Events werden Strategien entwickelt, wie Frauen ihren Einfluß innerhalb der Branche fördern können.

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Weshalb betreiben Frauen soviel Aufwand, ihre eigenen Netzwerke zu installieren? Hat die eine Hälfte der Bevölkerung größere Startschwierigkeiten beim Zugang zum Internet? Da hat man den Tonfall deutlich im Ohr, eine Mischung aus Vorwurf und Abschätzigem: »Frauen und Technik...das kann ja nicht gutgehen.« Fragen wie: »Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass Frauen und Mädchen trotz steigender User-Zahlen immer noch eine unterrepräsentierte Gruppe in den neuen Medien sind? Gibt es irgendwelche speziellen Hindernisse, die gerade Frauen und Mädchen auf dem Weg ins Internet zu überwinden haben?« sind für Webgrrls.de-Gründerin Schertler nichts Ungewohntes. In einem Interview mit politik-digital antwortete sie: »Frauen setzen sich mit dem Medium Internet anders auseinander als Männer. Um es auf einen Punkt zu bringen: «for men it's a toy, for women it's a tool».

In der jüngsten Vergangenheit zeigten Aktionen wie »Frauen ans Netz«, initiiert von der Telekom, der Frauenzeitschrift Brigitte und der Intitiative »Frauen geben Technik neue Impulse«, dass die weibliche Zielgruppe durchaus als eigene Spezies interessant ist. Schnupper-Uni heißt eine Aktion, mit der die Dortmunder Uni Abiturientinnen ansprechen will, die an Technik, Mathematik und Informationswissenschaften interessierten Schulabgängerinnen. Vom 7. bis 11. August 2000 können Schülerinnen der Oberstufe und Frauen, die gerade das Abitur bestanden haben, ein Probestudium in naturund ingenieurwissenschaftlichen Fächern sowie der Informatik absolvieren.

Surferinnen kommen langsam, aber gewaltig. Und das klingt ganz sicher nicht wie ein Gurren.


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