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Wie Twitter Dobrindt verhöhnt: "Fettnapfsuchgerät" wird Netzminister

Alexander Dobrindt ist der neue Mann für den Verkehr auf den Datenautobahnen. Der Internetminister stößt aber ausgerechnet im Netz auf wenig Gegenliebe. Hohn und Spott ergießen sich über seinen Kopf.

Aktivisten und Netzpolitiker fordern schon seit Langem ein eigenes Ministerium, das sich um die Belange der Netzgemeinde kümmern soll. Nun ist es soweit. Die Große Koalition erweitert das Verkehrsministerium um den Bereich Digitales. Der Generalsekretär der CSU Alexander Dobrindt soll als erster Internetminister in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen.

Doch seine Schutzbefohlenen reagieren entsetzt. Schon ein paar Minuten nach der Bekanntgabe der Kandidatur ergoss sich über die sozialen Netzwerke ein Shitstorm. Das Netz höhnt über seinen neuen Minister. Die Personalie Dobrindts macht es den Usern auch schlicht zu einfach. Als CSU-Generalsekretär propagierte er fleißig die Ausländer-Maut. Die Verknüpfung mit den Datenautobahnen ist da aufgrund der Begriffsverwandtschaft nur naheliegend.

Steinzeitminister für das Netz

Der neue Netzminister scheint bis jetzt mit dem Netz auch nicht viel anfangen zu können. Er besitzt keinen Twitter-Account und der letzte Eintrag auf seiner Facebook-Seite, die gerade mal 3214 Fans zählt, liegt drei Monate zurück. Solche Netzabstinenz stimmt die Netzgemeinde argwöhnisch. Das konservative Image des 43-Jährigen, der gegen die Homo-Ehe und die doppelte Staatsbürgerschaft ist, dürfte da auch nicht hilfreich sein.

Twitter-Nutzer sprechen ihrem neuen Führungskopf jegliche Qualität ab. Der Satire-Twitter-Account "Alex Dobrindt Fan" erinnert hämisch an einen Kohl-Fauxpas. Allerding könnten wohl viele Nutzer meinen, dass es sich um ein Original-Zitat handelt.

Ellen Ivits