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Nach Blogger-Beitrag: Pädophilie-Vorwürfe: Nestlé, Dr. Oetker und Disney stoppen Werbung auf Youtube

Nachdem ein Blogger gezeigt hat, wie Pädophile Youtube-Funktionen nutzen, um sich gegenseitig Videos vorzuschlagen, stoppen einige Großkonzerne wie Fiat, AT&T und Kellog's bis auf weiteres ihre Werbung. Die Google-Tochter reagiert bereits.

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Youtube-Nutzer werden in nächster Zeit keine Werbung von Nestlé oder Disney sehen

DPA

Zahllose Großkonzerne stoppen bis auf weiteres ihre Werbung bei Youtube. Grund: Pädophile nutzen die Kommentarspalten von meist harmlosen Videos mit (leichtbekleideten) Kindern dazu, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Zu den Unternehmen gehören unter anderem Nestlé, Disney, Dr. Oetker, Kellog's und Fiat Chrysler. Das Google-Videoportal hat in einer ersten Reaktion mehr als 400 Kanäle und Millionen von Kommentaren gelöscht. Man wolle gemeinsam an den Problem arbeiten, wird ein Sprecher von Youtube im US-Branchenportal "The Verge" zitiert.

2,4 Millionen Klicks für Blogger Watson

Der Werbebann ist eine Reaktion auf einen Beitrag des Bloggers Matt Watson. Der hatte vor einigen Tagen in einem 20 Minuten langen Video detailliert aufgedröselt, wie Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern die Youtube-Funktionen nutzen, um für sie interessante Videos ausfindig zu machen. So könne man mit Hilfe bestimmter Suchbegriffe auf gewünschte Videos stoßen und so das Programm trainieren, ausschließlich solche und ähnliche Videos vorgeschlagen zu bekommen. Der Beitrag stieß auf ein gewaltiges Echo und wurde in wenigen Tagen 2,5 Millionen Mal angesehen.

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Dem "Spiegel" teilte Youtube teilte mit, dass jeder Inhalt - einschließlich Kommentare -, der Minderjährige gefährdet, abscheulich sei. "Wir haben klare Richtlinien, die dies verbieten." Illegale Aktivitäten seien den zuständigen Behörden gemeldet worden. Ein Sprecher des US-Telekom-Unternehmens AT&T sagte, "bis Google unsere Marke nicht vor anstößigen Inhalten jeglicher Art schützen kann, entfernen wir jegliche Werbung von YouTube."

Quellen: "Spiegel", "Techcrunch", "Wall Street Journal", "The Verge", Handelszeitung.ch

nik