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DISQ-Befragung Aldi schlägt Telekom: So zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Mobilfunk-Anbieter

Das mobile Nutzungsverhalten hat sich durch die größeren Datenvolumen verändert (Symbolbild)
Wie zufrieden die Kunden mit ihrem Tarif sind, hängt von mehreren Faktoren ab
© RyanJLane / Getty Images
Höhere Preise, besserer Service - das war lange das Argument im Mobilfunkmarkt. Doch eine Umfrage des Deutschen Institut für Servicequalität zeigt: Ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Unter den Top 3 waren diesmal nur Discounter.

Auf dem Mobilfunkmarkt herrscht seit Jahren ein immer größeres Preisbewusstsein - und die monatlichen Preise purzeln durch die Macht der Discounter. Doch sind die Kunden dort wirklich zufrieden? Ja, sagt das Deutschen Institut für Servicequalität (DISQ) nach einer aktuellen Befragung zur Kundenzufriedenheit. Und zwar deutlich mehr als bei den Premium-Anbietern.

Klarer Sieg für Alditalk

Die erste Hälfte der Tabelle gehört klar den Discountern. Vor allem Alditalk prischt deutlich nach vorne: In drei der fünf Kategorien - Produkte, Preise, Service, Ärgernisse und Weiterempfehlungsrate - sichert sich der Discounter den ersten Platz, in den anderen beiden bleibt er in den Top 5. Das Ergebnis: Das einzige "sehr gute" Ergebnis mit 80,8 Punkten.

Fast gleichauf kommt Lidl ins Ziel: Beim Produktangebot liegt der Konkurrent vor Aldi, zudem berichten nur zwei Prozent der Nutzer über Ärgernisse - die beste Quote im Test. Bei den Preisen und der Weiterempfehlungsrate sind aber jeweils mehrere andere Anbieter besser. Trotzdem: Mit einer Gesamtwertung von 79 Punkten verpasst Lidl die "sehr gute" Wertung nur knapp. Nur knapp dahinter folgen Smartmobil.de (78,8) und Tchibo Mobil (78,4), die beide vor allem bei Produktauswahl und Preisen punkten.

Gute Preise, zufriedene Kunden

Tatsächlich zeigt sich in der Befragung eine differenzierte Haltung der Kunden: Wer weniger bezahlt, ist auch eher zufrieden, fanden die Tester. Rund 65 Prozent der Befragten nannten den Preis als einen wichtigen Faktor bei der Zufriedenheit. Das kann in beide Richtungen gehen: Der gute Preis werde häufig als Grund für eine hohe Zufriedenheit genannt, zu hohe Kosten werden wiederum als Ärgernis gesehen, erklärt die Studie. Und: Wer mehr zahlt, hat womöglich auch höhere Erwartungen an Service und Zuverlässigkeit.

Die wohl beste Nachricht für die Kunden: Insgesamt ist die Zufriedenheit mit den Providern im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestiegen. Mit 70,9 Punkten lag der Schnitt im letzten Jahr noch deutlich unter den diesjährigen von 73,7 Punkten. Der Trend geht also allemal in die richtige Richtung.

Abgewatschte Premium-Provider

Das Ergebnis dürfte vor allem der Telekom zu denken geben. Obwohl der D1-Betreiber bei den Netztests immer die Pole Position gewohnt ist, sieht es bei der Kundenzufriedenheit schon ganz anders aus. Mit nur 69,5 von 100 möglichen Punkten landet Team Magenta auf dem drittletzten Platz - und deutlich unter dem Schnitt von 73,7 Punkten. Auch die beiden anderen Netzbetreiber Vodafone (71,7) und O2 (70,8) bleiben unter dem Schnitt, platzieren sich aber immerhin im unteren Mittelfeld.

Nicht mal in einem der Einzelbereiche reicht es bei den Netzbetreibern für die Top 3. Selbst bei der eigentlich vermuteten Stärke der großen Provider, dem Service, bleiben Telekom und Co. deutlich hinter den Top-Discountern. Interessant: Bei der Weiterempfehlung ist die Telekom trotzdem auf Platz 6 - vor dem Zweitplatzierten Lidl.

Funkloch

Das könnte auch mit der Netzqualität zusammenhängen: In der separat abgefragten Zufriedenheit mit dem Netz bestätigt die Wahrnehmung der Kunden nämlich die Messungen in den Netztests anderer Fachmedien: Mit 80 Punkten ist keiner so zufrieden wie die Nutzer des Telekom-Netzes, Vodafone folgt kurz (78,6), O2 deutlich dahinter (70,5). Welcher Discounter in welchem Netz funkt, erfahren Sie hier.

Für die im Auftrag von NTV ausgeführte Studie befragte das Institut in einer Online-Befragung 2725 Verbraucher*innen, die in den letzten sechs Monaten ein Angebot eines Providers genutzt hatten. Dabei wurden nur die 22 Unternehmen bedacht, zu denen mindestens 100 Kund*innen eine Meinung geäußert hatten.

Quelle:DISQ


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