VG-Wort Pixel

Vorsorge gegen Krankheiten Deutschland wäscht sich kollektiv die Hände, dabei sind Smartphones die wahren Keimschleudern

Schutz vor Coronavirus: So geht gründliches Händewaschen
Sehen Sie im Video: Schutz vor dem Coronavirus – das müssen Sie beim Händewaschen beachten.


Händewaschen klingt zunächst einmal super trivial, ist es tatsächlich gar nicht, weil es doch einige Sachen gibt, die man beachten sollte. Man beginnt damit, dass man sich zunächst die Hände befeuchtet. Danach nimmt man die Seife und fängt an, sich die Hände einmal einzuseifen. Zuerst die Handinnenflächen, dann die Handrücken, gerne auch bis zum Handgelenk hoch.


Wichtig ist es nun, die Hände wirklich umfassend einzuseifen und auch die Daumen. Und Stellen, die häufig vergessen werden, sind vor allem die Finger Zwischenräume, die auch gründlich einseifen. Beliebt ist auch zum Beispiel, die Stellen an den Fingerspitzen unter den Fingernägeln zu vergessen. Die kann man auch noch einmal gut separat reinigen, indem man sie einfach in den Handinnenflächen reibt.


Und richtiges Einseifen dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. Man sollte sich auch die Zeit dafür nehmen. Und dann im Anschluss werden die Hände unter fließendem Wasser wieder abgewaschen. Und wenn man jetzt unterwegs ist, auf öffentlichen Toiletten beispielsweise, kann man so Einweg Handtücher nehmen.


Wichtig ist auch, dass man sich die Hände gründlich abtrocknet.
Oder wenn man zu Hause ist, kann man auch pro Person ein eigenes Handtuch verwenden.


Wichtig ist es auch, dass es sauber und trocken ist. Und für Gäste kann man auch Gästehandtücher ins Bad legen.
Mehr
Deutschland im Desinfektions-Rausch: Wegen des Coronavirus waschen sich alle ständig die Hände. Sehr löblich, doch viele übersehen, dass eine Keimschleuder direkt in ihrer Hosentasche lauert.

Es ist eine simple und doch äußerst effektive Maßnahme: Regelmäßiges, gründliches Händewaschen schützt vor ansteckenden Infektionskrankheiten wie der Grippe, aber auch vor dem aktuellen Coronavirus. Seit wenigen Wochen achten viele Menschen peinlich genau auf ihre Hand-Hygiene - und blenden ein Phänomen vollkommen aus: Eine der größten Keimschleudern trägt jeder in der Hosentasche mit sich herum. Die Rede ist vom Smartphone. Untersuchungen zeigen, dass sich auf den Glas-Displays alle möglichen Erreger nachweisen lassen, von (Schimmel-)Pilzen über Durchfallerreger bis hin zu Grippeviren.

So gelangen Keime auf das Display

Klingt eklig, ist aber nicht überraschend. Wer erst ins Taschentuch schnäuzt und direkt im Anschluss die nächste Nachricht verschickt, muss sich über Erkältungsviren auf dem Display nicht wundern. Zudem kommen wir in der kalten Jahreszeit mit vielen Keimen in Kontakt - etwa über Türklinken, Haltegriffe im Bus oder Zapfsäulen -, über kurz oder lang landen die auf dem Smartphone.

Der Techniker Krankenkasse zufolge tippen wir 2500-mal pro Tag auf unserem Telefon herum, und jedesmal werden dabei Keime, Bakterien und andere Erreger auf die Oberfläche übertragen. Meist handelt es sich um Bakterien von Haut und Mund. "Während wir telefonieren, können Bakterien aus der Lunge oder Keime aus Lebensmittel- oder Kosmetikresten auf das Gerät gelangen. Aber auch unsere Hände können Erreger übertragen", erklärt die Krankenkasse.

Display-Kratzer als Keimversteck

Besonders leicht wird es für die Erreger, wenn der Smartphone-Bildschirm minimale Kratzer aufweist. Die sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, sind aber ein guter Nährboden für Keime, Pilze und Bakterien. Dem TÜV Rheinland zufolge können die Erreger bei Raumtemperatur darin mehrere Tage, Sporen von Pilzen sogar mehrere Monate überstehen.

Schon 2011, als der Smartphone-Gebrauch im Alltag sehr wahrscheinlich noch deutlich geringer war, brachte eine Untersuchung aus Großbritannien Bedenkliches zutage: Auf einem von sechs Handys sind Spuren beziehungsweise Keime von Fäkalien zu finden. Und weil Smartphones häufig als Zeitvertreib auf der Toilette genutzt werden, entdeckte man darauf auch schon potenziell gefährliche Erreger wie Streptokokkus, antibiotikaresistente MRSA oder auch E.Coli-Bakterien.

Reinigen Sie das Smartphone

Dem TÜV zufolge putzt nur jeder vierte Deutsche die Oberfläche seines Smartphones bewusst und intensiv. Es wird höchste Zeit, das zu ändern: Mediziner empfehlen, nicht nur regelmäßig die Hände zu waschen, sondern ebenso sorgfältig das Smartphone zu reinigen. Wasserdichte Modelle kann man bedenkenlos unter dem Wasserhahn reinigen (aber vor dem Laden ausreichend trocknen lassen!). Verzichten Sie besser auf Seife, denn diese kann die fettabweisende Beschichtung der Glasoberfläche zerstören. Gleiches ist bei Alkohol der Fall.

Empfehlenswert sind deshalb spezielle Bildschirmreiniger. Druckluftsprays sind gut geeignet, um feine Öffnungen wie Ladebuchsen oder Lautsprecher von Schmutzpartikeln zu befreien.  

cf

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker