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Vorsorge gegen Krankheiten: Deutschland wäscht sich kollektiv die Hände, dabei sind Smartphones die wahren Keimschleudern

Deutschland im Desinfektions-Rausch: Wegen des Coronavirus waschen sich alle ständig die Hände. Sehr löblich, doch viele übersehen, dass eine Keimschleuder direkt in ihrer Hosentasche lauert.

Schutz vor Coronavirus: So geht gründliches Händewaschen

Es ist eine simple und doch äußerst effektive Maßnahme: Regelmäßiges, gründliches Händewaschen schützt vor ansteckenden Infektionskrankheiten wie der Grippe, aber auch vor dem aktuellen Coronavirus. Seit wenigen Wochen achten viele Menschen peinlich genau auf ihre Hand-Hygiene - und blenden ein Phänomen vollkommen aus: Eine der größten Keimschleudern trägt jeder in der Hosentasche mit sich herum. Die Rede ist vom Smartphone. Untersuchungen zeigen, dass sich auf den Glas-Displays alle möglichen Erreger nachweisen lassen, von (Schimmel-)Pilzen über Durchfallerreger bis hin zu Grippeviren.

So gelangen Keime auf das Display

Klingt eklig, ist aber nicht überraschend. Wer erst ins Taschentuch schnäuzt und direkt im Anschluss die nächste Nachricht verschickt, muss sich über Erkältungsviren auf dem Display nicht wundern. Zudem kommen wir in der kalten Jahreszeit mit vielen Keimen in Kontakt - etwa über Türklinken, Haltegriffe im Bus oder Zapfsäulen -, über kurz oder lang landen die auf dem Smartphone.

Der Techniker Krankenkasse zufolge tippen wir 2500-mal pro Tag auf unserem Telefon herum, und jedesmal werden dabei Keime, Bakterien und andere Erreger auf die Oberfläche übertragen. Meist handelt es sich um Bakterien von Haut und Mund. "Während wir telefonieren, können Bakterien aus der Lunge oder Keime aus Lebensmittel- oder Kosmetikresten auf das Gerät gelangen. Aber auch unsere Hände können Erreger übertragen", erklärt die Krankenkasse.

Display-Kratzer als Keimversteck

Besonders leicht wird es für die Erreger, wenn der Smartphone-Bildschirm minimale Kratzer aufweist. Die sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, sind aber ein guter Nährboden für Keime, Pilze und Bakterien. Dem TÜV Rheinland zufolge können die Erreger bei Raumtemperatur darin mehrere Tage, Sporen von Pilzen sogar mehrere Monate überstehen.

Schon 2011, als der Smartphone-Gebrauch im Alltag sehr wahrscheinlich noch deutlich geringer war, brachte eine Untersuchung aus Großbritannien Bedenkliches zutage: Auf einem von sechs Handys sind Spuren beziehungsweise Keime von Fäkalien zu finden. Und weil Smartphones häufig als Zeitvertreib auf der Toilette genutzt werden, entdeckte man darauf auch schon potenziell gefährliche Erreger wie Streptokokkus, antibiotikaresistente MRSA oder auch E.Coli-Bakterien.

Reinigen Sie das Smartphone

Dem TÜV zufolge putzt nur jeder vierte Deutsche die Oberfläche seines Smartphones bewusst und intensiv. Es wird höchste Zeit, das zu ändern: Mediziner empfehlen, nicht nur regelmäßig die Hände zu waschen, sondern ebenso sorgfältig das Smartphone zu reinigen. Wasserdichte Modelle kann man bedenkenlos unter dem Wasserhahn reinigen (aber vor dem Laden ausreichend trocknen lassen!). Verzichten Sie besser auf Seife, denn diese kann die fettabweisende Beschichtung der Glasoberfläche zerstören. Gleiches ist bei Alkohol der Fall.

Empfehlenswert sind deshalb spezielle Bildschirmreiniger. Druckluftsprays sind gut geeignet, um feine Öffnungen wie Ladebuchsen oder Lautsprecher von Schmutzpartikeln zu befreien.  

cf