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Neues iPhone 4S: Apple spendiert altem Handy ein neues Innenleben

Mehr Rechenleistung und eine bessere Kamera - das neue iPhone ist nicht der große Wurf, auf den viele gewartet haben. Statt eines revolutionären iPhone 5 bringt Apple das iPhone 4S auf den Markt.

Von Christoph Fröhlich

Apple hat am Dienstag sein mit Spannung erwartetes neues iPhone-Modell vorgestellt. Das neue Apple-Handy trägt die Bezeichnung iPhone 4S und sieht aus wie sein Vorgänger, hat aber ein komplett neues Innenleben. Verbesserte Rechen- und Grafikprozessoren sorgen für eine intensivere Spielerfahrung. Laut Apple-Tests ist das neue Handy bis zu sieben Mal schneller als sein Vorgänger, womit Spielegrafiken auf dem Niveau einer Xbox ermöglicht werden soll. Trotz der besseren Leistung soll der Akku länger halten. So verspricht Apple bis zu vierzig Stunden Musikgenuss oder zehn Stunden Videos. Auch die problematische Antenne des Vorgängers wurde überarbeitet und bietet besseren Empfang, der moderne Funkstandard HSPA+ wird vom iPhone 4S unterstützt.

Die Kamera bietet acht Megapixel und liefert damit Bilder in einer Auflösung von 3264 x 2448 Pixeln, das sind sechzig Prozent mehr Pixel als beim iPhone 4. Auch das Objektiv wurde verbessert - bis zu 73 Prozent mehr Licht steht zur Verfügung, sodass Fotos bei Dunkelheit besser gelingen sollen. Zudem verspricht Apple wackelfreie Fotos in weniger als zwei Sekunden. Full-HD-Videoaufnahmen (1080p) sind für die neue Kamera kein Problem, der Bildschirminhalt kann via Kabel oder kabelloser AirPlay-Funktion direkt auf dem Fernseher wiedergegeben werden.

Das iPhone 4S wird ab dem 14. Oktober verkauft.

Und passend dazu - die neue Software

Passend zum neuen Handy liefert Apple die neue Software. Das neue mobile Betriebssystem iOS 5 lockt mit einer Twitter-Integration und dem Zeitschriften-Dienst Newsstand. Was iBooks für Bücher war, ist Newsstand für Magazine: Digitale Zeitschriften kaufen und anschließend direkt auf iPhone oder iPad lesen.

Auch die Kamera-App wurde überarbeitet: Fotos können jetzt direkt bearbeitet werden, zudem sind Panorama-Aufnahmen möglich. Mobile Internet-Nutzer können im Apple-Browser Safari auf Tabs zurückgreifen und sich Artikel zum späteren Lesen markieren. Der Start von iOS 5 ist der 12. Oktober, es erscheint für das iPhone 4 und 3GS, das iPad 1 und 2 sowie für den iPod Touch der dritten und vierten Generation.

Assistent Siri hört aufs Wort

Eine weitere Software-Neuerung ist der Assistent: Hält man den Home-Button für wenige Sekunden gedrückt, erscheint ein virtueller Helfer namens Siri, der über Sprachbefehle gesteuert wird. Sagt man zu Siri "Weck mich morgen um 6 Uhr", erstellt er den passenden Eintrag im iPhone-Wecker. Weitere Einsatzgebiete für Apples neuen Helfer: Nach Restaurants in der Nähe suchen, den Spielplan von Kinos in der Umgebung anzeigen, das Wetter vorhersagen oder die Aktienkurse anzeigen. Zum Start versteht der Helfer lediglich Englisch, Französisch und Deutsch. Ob die Spracherkennung auch in der Praxis funktioniert, wird sich ab Mitte Oktober zeigen.

iPods werden überarbeitet

Im Zuge von iPad und iPhone gehen die iPods meist etwas unter, doch auch sie bekommen von Apple ein Update spendiert: So erhält der iPod nano ein Software-Update und wird billiger. Auch der iPod-Touch wird rundumerneuert: Neben einigen Software-Upgrades gibt es den iPod Touch erstmals in weiß.

Freunde finden über die Wolke

Ebenfalls am 12. Oktober startet der Service iCloud. Hiermit lassen sich Songs und Alben auf die Apple-Server übertragen, sodass anschließend mit jedem Apple-Rechner der Welt auf diese Songbibliothek zugegriffen werden kann. Das gleiche gibt es mit dem iCloud Photo Stream. Mit dem neuen Service "Find my friends" lässt sich die aktuelle Position mit Freunden teilen, ähnlich wie es beim Tool Google Latitude bereits möglich ist. Das Angebot gilt aus Lizenzgründen zunächst nur in den USA, ein Start für Deutschland ist ungewiss.

Die restlichen Überraschungen seitens Apple dürften allerdings nur die wenigsten begeistern: Neu ist beispielsweise die App "Cards", mit der Fotos bearbeitet und als Grußkarten verschickt werden können. Apple übernimmt nach erfolgreicher Fotobearbeitung den Druck und den Versand für drei Dollar innerhalb der USA, für fünf Dollar wird die Postkarte weltweit verschickt. Der Service steht zu Beginn allerdings nur in den USA zur Verfügung.