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RIM in der Krise: Das Ende der Ära Blackberry

Das einstige Kultspielzeug der Manager hat seinen Nimbus verloren. Dem Hersteller RIM bleibt nicht viel Zeit, die Wende zu schaffen - sonst drohen Niedergang oder Übernahme.

Von Matthias Lambrecht

Mike Lazaridis kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Eine "außerordentliche Errungenschaft" sei das neue Blackberry Bold 9900, ein "wegweisendes Produkt". Und das eigene Unternehmen sei "besser aufgestellt als je zuvor".

Klingt eigentlich alles so wie immer beim kanadischen Konzern Research in Motion (RIM). Gründer und Co-Chef Lazaridis gibt unverdrossen den Branchenpionier, so wie seit 1999, als er mit dem Blackberry den Handymarkt revolutionierte. Das erste Smartphone der Welt war ein Jahrzehnt lang der Goldstandard im Markt, Lazaridis einer der Helden der Branche. Das wird so bleiben, lautete seine Botschaft bei seinem Auftritt auf einer Investorenkonferenz vor ein paar Tagen, alles ist gut.

Doch nichts ist gut.

Der kanadische Vorzeigekonzern steckt in einer tiefen Krise, daran ändert auch das dröhnende Selbstlob nichts. Und auch nicht die beiden neuen Handymodelle, die RIM in dieser Woche auf der Hausmesse "Blackberry World" vorstellte. Von allen Seiten gerät das Unternehmen unter Druck. Apple fischt mit dem iPhone klassische Blackberry-Kunden ab. Google rollt mit dem Betriebssystem Android weltweit den Handymarkt auf. RIM dagegen hat wichtige Innovationen verschlafen, der Marktanteil im boomenden Smartphone-Geschäft bröckelt, der Aktienkurs ist am vorvergangenen Freitag um 14 Prozent eingebrochen - nachdem die ohnehin schon bescheidenen Quartalsziele nach unten korrigiert werden mussten. In dieser Woche ging es noch weiter runter.

Unter den Investoren herrscht die Sorge, RIM könnte das gleiche Schicksal ereilen wie dem einstigen Vorzeigekonzern Nokia: ein spektakulärer Absturz. Schon wird das Geschäftsmodell in Frage gestellt. Und das bisher unantastbare Topmanagement um Lazaridis und Co-Chef Jim Balsillie gleich mit. In ihrer Not brechen die Manager jetzt sogar mit ehernen Grundsätzen - und öffnen ihre bisher abgeschottete Plattform. Es geht um alles, die nächsten Monate entscheiden über die Zukunft ihres Unternehmens.

Wie schnell sich doch die Dinge ändern. "Crackberry" lautete einst der Spitzname des RIM-Smartphones, weil der mobile E-Mail-Empfang viele Manager so anfixte, dass sie die Geräte gar nicht mehr aus der Hand legen mochten. Ein Handy wie eine Droge. Die beiden RIM-Chefs, Lazaridis und Balsillie, die jeweils gut fünf Prozent der Anteile des Konzerns halten, wollen auch weiterhin die Dealer sein.

Ende der Krise nicht in Sicht

Doch allzu sehr haben sich die Blackberry-Manager darauf verlassen, mit ihrer verschlüsselten und schnellen Verteilung von E-Mails über den RIM Enterprise Server den Branchenstandard definiert zu haben. Und allzu lange haben sie sich von den guten Absatzzahlen blenden lassen, die angesichts des insgesamt schnell wachsenden Geschäfts immer noch sehr ordentlich ausfallen. Schließlich wurden allein im vergangenen Geschäftsjahr mit gut 52 Millionen Blackberrys rund 43 Prozent mehr Geräte ausgeliefert als im Vorjahr.

Doch die Rivalen legen schneller zu als der einstige Vorreiter, der vor allem im wichtigen Nordamerikageschäft an Grenzen stößt: Die Zahl der Blackberry-Kunden, die auch den E-Mail-Dienst über die RIM-Server nutzen, wächst im wichtigen nordamerikanischen Markt kaum mehr. Noch vor ein paar Quartalen meldete RIM 15 bis 20 Prozent neue Abonnenten. Auch die aktuellen Geräte überzeugen nicht: Lediglich 47 Prozent der Nutzer wollen wieder ein Blackberry kaufen, ermittelte der Marktforscher Nielsen in einer Umfrage unter US-Bürgern. Beim iPhone liegt die Quote bei 80 Prozent.

Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Nach Schätzungen der Branchenanalysten von Gartner wird RIMs Anteil am Smartphone-Markt von 16 Prozent im vergangenen Jahr auf kaum über 11 Prozent im Jahr 2015 abschmelzen. Apple wird bis dahin mit über 17 Prozent davongezogen sein, Android gar von knapp 23 auf fast 49 Prozent zulegen.

"Preise und Kosten müssen runter!"

RIM drohe eine "Todesspirale", warnt der kalifornische Unternehmer und Technologie-Blogger Michael Mace, der lange im Management von Apple und Palm gearbeitet hat: Der Konzern müsse die Preise senken, um sein Wachstumstempo zu halten. Dann müsste er die Kosten nach unten fahren, um die Margen zu sichern. Und am Ende dieser Spirale verfüge das Unternehmen nicht mehr über ausreichend Geld und Risikobereitschaft für wegweisende Innovationen.

"Es kann Unternehmen leicht passieren, dass sie unter diese Schwelle rutschen", sagt Mace. "Und es ist sehr schwer, dann wieder zurückzukommen." Gelinge das nicht, so die Einschätzung des Technologieexperten, sei auch die treue Klientel schnell verloren. Die Unterstützer einer Computer-Plattform - Nutzer und Entwickler - verhielten sich wie eine Herde Rinder, die sich stets als Gruppe bewege, erklärt Mace. "Wenn die erstmal unruhig werden, kann eine kleine Störung eine Stampede auslösen - und alle laufen auf einmal weg." Ein typisches Phänomen für die dynamische Technologiebranche.

RIM hat es auf breiter Front versäumt, sich auf neue Trends einzustellen. Erst ein Jahr nach dem Marktstart des iPhones fanden die Kanadier im Herbst 2008 eine Antwort auf den von Apple eingeführten Touchscreen. Doch das Gegenmodell Blackberry Storm erwies sich als laues Lüftchen: Lahm und unsexy, urteilten erst die Tester und später auch das Publikum - kein ernsthafter Rivale für das Original. Bis heute fehlen RIM Geräte im oberen Preissegment, die es mit dem iPhone oder den aktuellen Spitzenmodellen von Android-Anbietern wie HTC oder Samsung aufnehmen könnten.

Apps gefährlich unterschätzt

Auch die optimistischen Hoffnungen des Konzerns auf den Tablet-Boom könnten sich zerschlagen. Die Vorstellung des neuen Playbooks, das nur in Kombination mit einem Blackberry Zugang zu den Firmen-Emails hat, sorgt für Kopfschütteln. Die Kanadier sprechen damit die Sicherheitsbedenken der Technikchefs in den Unternehmen an, nicht aber die Wünsche der Nutzer. Und weil dem US-Telekomriesen AT&T das Playbook zu spät zur Prüfung vorgelegt wurde, fehlt RIM im wichtigsten Markt noch immer die Zertifizierung des führenden Netzbetreibers. Eine peinliche Panne. Gefährlich unterschätzt haben Lazaridis und Balsillie zudem die wachsende Bedeutung des Softwareangebots: Die mehr als 350.000 Apps für das iPhone sind ein wichtiger Grund dafür, dass Kunden zu Apples Telefon greifen und nicht zum Blackberry. Für das Blackberry dagegen gibt es nur ein paar tausend der kleinen Programme - und die laufen nicht einmal auf dem Playbook, in dem bereits das neue Betriebssystem QNX zum Einsatz kommt.

Nachdem Balsillie den Analysten erklären musste, dass wohl im ersten Geschäftsquartal eine Million weniger Smartphone abgesetzt werden und der wachsende Anteil günstiger Geräte auf die Marge drücke, verloren selbst treue Marktbeobachter aus der kanadischen Heimat ihr Vertrauen in die RIM-Spitze: "Dieser Ausfall lässt uns an der Glaubwürdigkeit des Managements zweifeln", bekannte etwa Richard Tse vom Brokerhaus Cormark aus Toronto.

Schatten auf dem Bild der Tech-Ikonen

Der Vertrauensverlust wirft Schatten auf das Bild der Tech-Ikonen Balsillie und Lazaridis. Über Jahre hinweg feierte die Branche das Duo als geniale Tüftler und Macher. Ihre Bilanz ist atemberaubend: Der RIM-Umsatz schoss in den vergangenen zwölf Jahren von 85 Mio. Dollar auf fast 20 Mrd. Dollar. RIM galt als technik-getriebener Konzern mit flachen Hierarchien. Das Entwickeln neuer Produkte stand im Mittelpunkt. In Sachen Aktienkurs hatte Balsillie nach dem Börsengang 1997 die Donut-Regel parat: Wer auf dem Computer am Arbeitsplatz auf den Aktienchart schielte oder dabei erwischt wurde, die aktuelle Entwicklung mit Kollegen zu diskutieren, musste allen RIM-Mitarbeitern einen süßen Kringel ausgeben. Es reiche völlig aus, so der RIM-Chef, einmal im Jahr nach dem Marktwert des Firma zu schauen.

So viel Arroganz können sich die Blackberry-Macher heute nicht mehr erlauben. Über die Zukunft der Doppelspitze wird längst spekuliert. "Eine Änderung in der Managementstruktur ist dringend nötig", urteilte Analyst Sameet Kanade von Northern Securities nach dem jüngsten Kurssturz. Und der Internet-Branchendienst Businessinsider.com übertitelte den Bericht über Balsillies Auftritt Ende vergangener Woche mit der wenig respektvollen Zeile: "RIM-CEO redet weiter wirres Zeug."

Die Nerven liegen blank

Nun liegen die Nerven blank. Ein BBC-Journalist befragte Lazaridis kürzlich zu Problemen mit Regierungen in Indien und im Nahen Osten, die sich an der nicht zu knackenden Verschlüsselung der Blackberry-Datendienste stören und Geräte nicht zulassen wollen. Der RIM-Chef brach vor laufender Kamera polternd das Gespräch ab. "Das ist nicht fair", schimpfte er. "Wir haben kein Sicherheitsproblem. Wir werden nur ausgegrenzt, weil wir rund um die Welt so erfolgreich sind."

Lazaridis und Balsillie wollen von dem Untergangsgeraune sowieso nichts hören. Sie pochen auf ihre Unabhängigkeit und rechnen sich im Umbruch, der die IT-Branche erfasst hat, weiterhin beste Chancen aus. RIM soll mit einer eigenen Plattform weiter zu den führenden Spielern gehören.

Die nächsten Monate entscheiden nun über die Zukunft von RIM. Balsillie und Lazaridis müssen den Umstieg auf die neue technische Basis QNX managen, die ab 2012 auch zum Betriebssystem für die Smartphones werden soll. Der Verkauf der gerade erst vorgestellten Geräte mit dem auslaufenden Betriebssystem dürfte damit nicht leichter werden.

Bruch mit ehernen Prinzipien

Erst langsam dämmert den Blackberry-Machern, dass sie es ganz allein nicht mehr schaffen. So kündigte das Unternehmen während der Investorenkonferenz die Übernahme der Münchener Firma Ubitexx an, mit deren Technologie über RIMs Enterprise Server künftig auch Smartphones der Konkurrenz angesteuert werden können. Es ist ein Strategiewechsel und zugleich ein Bruch mit ehernen Prinzipien: Bisher nutzte RIM seine Marktmacht, um die Rivalen herauszuhalten. Jetzt wird das Unternehmen zum Dienstleister. Künftig können also auch Apple- oder Android-Diensthandys bei Diebstahl gesperrt und sensible Daten gelöscht werden.

Und dann präsentierten die RIM-Chefs auf ihrer Hausmesse noch einen Überraschungsgast: Microsoft-Chef Steve Ballmer. Der kündigte eine strategische Partnerschaft an. Microsofts Suchmaschine Bing und der Kartendienst werden auf den Blackberrys künftig als Standard integriert. "Wir werden weiter vorzugsweise in die Blackberry-Plattform investieren", fügte Ballmer vielsagend hinzu.

Es ist eine seltsame Partnerschaft. Auch Microsoft tut sich schwer, mit seinem Handy-Betriebssystem zu bestehen - so bietet sich der schärfste Rivale aus der Startphase der Smartphones als Partner an. Das liefert neuen Stoff für Übernahmespekulationen, die nach Ankündigung der Kooperation zwischen Nokia und Microsoft verstummt waren. "Der Microsoft-Deal ist wirklich interessant", sagte IDC-Analyst Al Hilwa nach Ballmers Auftritt. "Weil er einiges darüber verrät, wie der Wettstreit im Mobilfunkgeschäft seltsame Bettgenossen hervorbringt."

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FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(