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Galaxy S6 Edge+: Samsung, auch dieses Handy wird kein Kassenschlager

Samsung bringt mit dem Galaxy S6 Edge+ einen Herausforderer für die neuen iPhones auf den Markt. Das Gerät ist schön und schnell - doch die Trendwende wird es nicht bringen. Dabei hat Samsung einen Erfolg bitter nötig.

Das neue Galaxy S6 Edge+

Das neue Galaxy S6 Edge+

Samsung wappnet sich mit zwei neuen Handys für den Smartphone-Kampf: Am Donnerstag hat der südkoreanische Konzern in New York seine beiden neuen Flaggschiffe vorgestellt, das Galaxy S6 Edge+ und das Galaxy Note 5. Für Samsung ist die Präsentation Mitte August ungewöhnlich, denn normalerweise enthüllt der Konzern seine Herbst-Geräte im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin Anfang September. Doch in diesem Jahr drückte Samsung mächtig aufs Gas, um dem Erzrivalen Apple zuvorzukommen - dessen neue Handys werden für Mitte September erwartet.

Mit ein paar Wochen Vorsprung hofft Samsung, die eigenen Verkaufszahlen ankurbeln zu können. Der Konzern hätte es bitter nötig: Trotz des Starts der neuen Premium-Modelle Galaxy S6 und Galaxy S6 im Frühjahr brach der Umsatz ein. Auch die Gewinne gingen spürbar zurück, die Mobilsparte steht unter großem Druck. Doch die Trendwende wird vermutlich auch mit den beiden neuen Geräten nicht gelingen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

1. Zu teuer

Zunächst eine schlechte Nachricht für alle Fans des Galaxy Note: Hierzulande wird es das neue Note 5 nicht geben. Eine merkwürdige Entscheidung, immerhin war der S Pen nicht nur praktisch, sondern auch ein wesentliches Unterscheidungskriterium. In Deutschland wird lediglich das Galaxy S6 Edge+ im Handel stehen. Und das ist nicht gerade ein Schnäppchen: Die kleinste Version mit 32 Gigabyte Speicherplatz wird 799 Euro kosten. Unklar ist, ob es das Modell mit 64 Gigabyte überhaupt in Deutschland geben wird.

Klar, das Galaxy S6 Edge+ ist Hightech pur - doch vermutlich werden die Straßenpreise schnell purzeln. Das geht wiederum zu Lasten von Samsungs Gewinn. Wer mit dem Gerät liebäugelt, sollte vermutlich besser noch ein paar Wochen warten.

2. Zu wenig Neues

Der Name legt es bereits nahe: Eigentlich handelt es sich beim Galaxy S6 Edge+ nur um eine aufgemotzte Version des normalen S6 Edge. Der Bildschirm wächst von 5,1 auf stolze 5,7 Zoll. Damit geht Samsung einen ähnlichen Weg wie Apple beim iPhone 6 Plus, das auch nur eine aufgeblähte Version des normalen iPhone 6 ist. Die beiden Geräte erschienen allerdings zeitgleich und nicht im Abstand von einem halben Jahr.

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Und dafür sind die Neuerungen im S6 Edge+ übersichtlich ausgefallen: Der Arbeitsspeicher wächst von drei auf vier Gigabyte, das dürften allerdings nur die wenigsten Nutzer überhaupt bemerken. Die Akkukapazität wächst von 2600 auf 3000 Milliamperestunden. Dadurch wird aber maximal der erhöhte Verbrauch durch das größere Display kompensiert. Laufzeitrekorde dürfte das S6 Edge+ nicht aufstellen, doch das wird ein Test zeigen.

Über die neuen App-Funktionen für das schräge Display braucht man nicht zu reden, letztlich sind diese Features für die meisten User nur Spielereien. Die bemerkenswerteste Änderung ist die verbesserte Turbo-Ladetechnik, mit der das Handy noch einmal flinker drahtlos aufgeladen wird. Allerdings nutzt nur ein Bruchteil der Nutzer die kabellosen Ladeschalen. Der Rest wird es klassisch an die Steckdose klemmen - und da lädt auch das kleine Modell schon sehr schnell. Und bei Kamera, Prozessor und Co. sind das kleine und das große Modell technisch gleich ausgestattet.

3. Kein microSD, kein Wechsel-Akku

Der austauschbare Akku und die Erweiterung via microSD waren lange Zeit zwei Stärken der Samsung-Phablets. Bei beiden Features wurde mittlerweile der Rotstift angesetzt. Vor alleim beim Speicherplatz ist das ärgerlich, denn Samsung bietet keine 128-Gigabyte-Version. Dabei eignet sich kaum ein Handy besser für Filme und Serien als die XXL-Phablets. Schade!

Fazit

Schick, schlank, schnell: Das S6 Edge+ ist ein Handy, das bei Techies die Herzen höher schlagen lässt. Doch das war schon beim kleinen Bruder der Fall. Einen echten Grund, auf das große Modell umzusteigen, gibt es nicht - außer man will unbedingt ein XXL-Handy mit abgerundeten Ecken haben. Die sind vor allem ein optischer Hingucker, einen echten Nutzen haben die Rundungen nicht. Ein Ersatz für das Note 5 ist das S6 Edge+ ohnehin nicht, da der Stift fehlt. Und mit seinem 5,7-Zoll-Screen wird es zwar einige Liebhaber finden - für die breite Masse ist das Gerät definitiv zu groß. Die erhoffte Trendwende wird Samsung mit dem Galaxy S6 Edge+ wohl nicht gelingen, auch wenn es das derzeit wohl beste Phablet ist.