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Spott zum iPhone-5-Start Samsung veräppelt Apple-Fans


Die Smartphone-Giganten Samsung und Apple bekämpfen sich vor Gericht bis aufs Blut. Wesentlich unterhaltsamer sind die bösen Spitzen, die die Koreaner in Form von Werbung auf das iPhone 5 abschießen.

Der Enthusiasmus vieler Apple-Fans nimmt bisweilen befremdliche Züge an. Vor dem New Yorker Apple Store an der Fifth Avenue campen seit dem Wochenende Hartgesottene, die beim Verkaufsstart am Freitag unbedingt sofort ein iPhone 5 in der Hand halten wollen. Und auch in Hamburg, wo Deutschlands größter Apple Store steht, haben sich seit Mittwoch die ersten iPhone-Frühkäufer vor dem Laden niedergelassen. Und dass man mit manchen Apple-Verehrern nicht über die Schwächen ihrer Geräte diskutieren kann, weil sie diese für Stärken halten, ist schon seit dem Macintosh ein liebgewonnenes Klischee.

Dieses Klischee vom iDioten, vom kritiklosen Apple-Jünger, der jeder Neuankündigung blind folgt, nimmt Samsung mit Werbespots aufs Korn. Samsung und Apple liefern sich seit Monaten einen Patentkrieg vor Gericht, mit mehr als 50 Klagen weltweit. Im vergangenen November hatte der größte Smartphone-Hersteller der Welt sein Galaxy S2 erstmals mit Werbe-Spott gegenüber Apple promotet. Im Januar 2012 folgte ein Superbowl-Spot. Das iPhone 5 kontert Samsung nun mit einem ähnlichen Werbefilmchen zum Galaxy S3.

Wieder werden Menschen gezeigt, die in langen Schlangen vor einem sehr an Apple erinnernden Geschäft warten und sich über ein Produkt unterhalten. Die Wartenden werden als dämlich und leicht zu beeindrucken dargestellt. "Die Kopfhörerbuchse ist an der Unterseite", jubelt einer. Eine andere staunt: "Der neue Connector soll ja komplett digital sein. Was bedeutet das überhaupt?" Ein dritter sagt: "Jetzt kriegen wir endlich all die Sachen, die wir letztes Jahr nicht bekommen haben." Und dann kommen Benutzer eines Galaxy S3 vorbei und zeigen allerhand Funktionen, die ihr Smartphone schon längst beherrscht.

Die Idee ist nicht neu

Samsung ist nicht das erste Unternehmen, das die bedingungslose Loyalität der Apple-Fans auf die Schippe nimmt. Sandisk, US-Hersteller von Flash-Speicherkarten und MP3-Playern, hatte bereits 2006 in einer Werbekampagne iPod-Nutzer als "iPuppets" und "iSheep" verhohnepiepelt. Und im vergangenen Jahr sorgte Motorola mit einem Superbowl-Werbespot für Aufsehen: Der Clip, der das Xoom-Tablet bewarb, ähnelte stark Apples legendärem "1984"-Werbespot, in dem der Macintosh-Computer als Befreier eines geknechteten Volks präsentiert wurde. In Motorolas Version waren die Apple-Nutzer die gleichgeschalteten Automaten, die es zu befreien galt.

san

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