HOME

"Dreamliner"-Fertigung: Boeing schraubt am Erfolg

Der Druck auf Airbus steigt: Boeings neuer Luftgigant, die 787, soll bereits im Mai kommenden Jahres in die Lüfte steigen. Der US-Konzern hat jetzt mit der Fertigung des Dreamliners begonnen.

Der Airbus-Konkurrent Boeing hat in seinem Stammwerk in Everett (US-Bundesstaat Washington) mit der Endmontage des neuen Bestsellers 787 Dreamliner begonnen. Das erste Flugzeug soll am 8. Juli fertig gestellt werden. "Die 787 wird nicht nur den Flugverkehr revolutionieren, sondern sie repräsentiert auch eine neue Art der Flugzeugproduktion", betonte Boeing-Vizepräsident Scott Strode, der für die 787-Fertigung zuständig ist. Habe sich die Produktion eingespielt, könne die Endmontage in nur drei Tagen erfolgen.

Boeing lässt insgesamt sechs große Rumpf-, Flügel- und andere Flugzeugteile von Zulieferern in Japan, Italien und den USA bauen. Sie werden mit einer modifizierten Boeing 747 nach Everett bei Seattle geflogen. Dort werden die Module dann endmontiert. Diese neue Produktionsmethode ist Zeit sparender und billiger.

Reichweite bis zu 15.750 Kilometern

Die erste der neuen Maschinen soll im Mai 2008 ausgeliefert werden. Bisher hat Boeing 568 Festaufträge von 44 Fluggesellschaften erhalten. Das ist nach Boeing-Angaben der beste Verkaufsstart gewesen, den je ein neues Verkehrsflugzeug erlebt hat. Boeing sieht für den 787 Dreamliner einen Gesamtmarkt von 3500 Maschinen. Die zweistrahlige mittelgroße Maschine wird je nach Typ und Auslegung 210 bis 330 Passagiere befördern und hat Reichweiten zwischen 4600 und 15.750 Kilometer. Damit konkurriert das Modell mit dem Airbus A350.

Boeing will angesichts der langen Verzögerungen und der Probleme beim Start des Superjumbos A380 vom Hauptkonkurrenten Airbus mit allen Mitteln den Zeitplan für Einführung der neuen Maschine einhalten. Es wird deshalb mit Hochdruck an der Endmontage des ersten Flugzeugs gearbeitet. Boeing hatte zwischenzeitlich erhebliche Probleme bei einigen Zulieferern gehabt.

Der 787 Dreamliner besteht rund zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen und ist damit leichter als herkömmliche Flugzeugtypen. Das senkt den Treibstoffverbrauch und die Betriebskosten deutlich.

Airbus contra Boeing - Giganten im Vergleich

Der Markt für zivile Großraumflugzeuge wird heute vom Wettbewerb zwischen dem europäischen Airbus-Konzern und Boeing dominiert. Ihre Jets prägen das Bild an allen großen Flughäfen der Welt. Beide Unternehmen verbuchen jeweils rund 50 Prozent aller Neuaufträge für sich.

Boeing blickt dabei auf die längere Tradition zurück: Seit dem Start der Boeing 707 vor rund 50 Jahren dominierte das US-Unternehmen bis in die 90er Jahre den Markt: Zu den bekanntesten Baureihen zählen die 727, 737, 747, 757, 767 sowie 777. Der Konzern mit rund 150 000 Mitarbeitern ist neben dem zivilen Flugzeugbau auch im Bereich Militärluftfahrt und Raumfahrt aktiv. Der Jahresumsatz belief sich 2003 nach Angaben von Boeing auf 50 Milliarden US-Dollar.

Airbus konnte vor allem seit den 90er Jahren immer mehr Fluggesellschaften als Kunden für seine Modelle Airbus A300, A310, A320, A330 und A340 gewinnen. Flaggschiff ist der gigantische Airbus A380 mit 550 Sitzen. Allerdings ist Airbus durch mehrfache Verzögerungen und technische Probleme beim dem Prestigeobjekt A380 in die Krise geraten.

ule mit DPA