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Schiffsunglück: "Helge Ingstad" – norwegische Unglücksfregatte geborgen

Beim Untergang der Fregatte im November ging alles schief, was nur schief gehen konnte. Die Bergung lief dagegen reibungslos ab. Ob die "Helge Ingstad" repariert werden kann, ist allerdings unklar.

Die Fregatte wurde von den zahlreichen Ketten synchron angehoben, um ein Zerbrechen des Rumpfes zu verhindern.

Die Fregatte wurde von den zahlreichen Ketten synchron angehoben, um ein Zerbrechen des Rumpfes zu verhindern.

DPA

Mit drei Monaten Verspätung traf die Fregatte "Helge Ingstad" der Königlich Norwegischen Marine in ihrem Heimathafen an. Allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern an Bord des Bergungsschiffes "Boabarge 33".

Am 8. November 2018 war der Stolz der Marine mit dem Tanker "Sola TS" kollidiert. Eine Reihe schwer verständlicher Pannen und Nachlässigkeiten an Bord des Kriegsschiffes führten zu dem Unglück. Die "Helge Ingstad" hatte unter anderem das eigene Positionierungssignal abgeschaltet. Auch sollen die Rudergänger auf der Brücke die Positionierungsdaten anderer Schiff und das Radar nicht beachtet haben. Sie übten das Navigieren auf Sicht und bei diesem riskanten Manöver passierte ihnen auch noch ein weiterer Irrtum: Sie sahen den hell erleuchteten Tanker, hielten ihn jedoch für eine Installation auf dem Festland.

Konstruktionsmängel der Fregatte

So kam es zur Kollision, später sank das Schiff. An dem raschen Untergang wiederum waren Konstruktionsmängel des Schiffes schuld, die die ganze Klasse von Fregatten betreffen. Es gelang nicht, das einbrechende Wasser wie eigentlich vorgesehen auf einzelne Sektionen des Schiffes zu begrenzen.

Am 26. Februar wurde damit begonnen, das Schiff zunächst anzuheben und dann auf den Transporter "Boabarge 33" zu hieven.

Zuvor wurden Munition, Raketen und Torpedos aus dem Wrack geborgen. Die Kollision und der Untergang des Schiffes waren von schlimmen Pannen begleitet. Die Bergung selbst verlief reibungslos. "Das ist ein tolles Gefühl. Nachdem wir in Haakonsvern festgemacht haben, ist unsere Mission beendet. Die größte Überraschung dabei war die gute Zusammenarbeit, sie war viel besser als erwartet", sagte Anders Penna von der Bergungsfirma Boa Management "Es gibt viele, die jetzt wohlverdiente Ferien machen."

Noch wurde über das weitere Schicksal der "Helge Ingstad" nicht entschieden. Auf den Fotos ist allerdings zu erkennen, dass drei Monate unter Wasser dem Schiff sichtlich zugesetzt haben. Die Inneneinrichtung, die Maschinen und Generatoren und sämtliche Elektronik dürften hinüber sein.