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Rasenpflege: Akku-Rasenmäher bei Warentest: Schlappe Leistung, defekte Motoren - aber hohe Preise

Akku-Rasenmäher können die Warentester nicht überzeugen: Teure Markengeräte brachen unter der Belastung zusammen, das einzige Gerät mit Mähpower machte aber auch so viel Krach wie ein Benziner.

Hohes Gras mögen die Akkugeräte gar nicht (Symbolfoto)

Hohes Gras mögen die Akkugeräte gar nicht (Symbolfoto)

Getty Images

Gepflegter Rasen macht viel Arbeit. Leider mag das Grün es nicht besonders, wenn man es erst zu einer Wiese hochwuchern lässt und nur zwei, drei Mal in der Saison tüchtig zurückschneidet. Nein, ein Rasen schätzt es, wenn er häufig gemäht wird und jeweils nur ein paar Millimeter abgetragen werden.

In die Rasenpflege muss man daher viel Zeit investieren. Für nicht allzu große Gärten bieten sich die modernen Akkumäher an. Sie verbreiten keinen Krach und Gestank wie die Benziner, außerdem springen Sie immer an. Bei elektrischen Mähern, die an der Dose hängen, muss man immer das Kabel hinter sich herziehen. Gern bleibt es hängen oder es verheddert sich. Der Super-GAU: Der Rasenmäher fährt über den Kabel hinweg und kappt die eigene Kraftzufuhr.

In der Theorie spricht also einiges für ein Gerät mit Akku. Die Stiftung Warentest hat elf Akkumäher ausprobiert. Die Frage lautet: Hat der auch genug Kraft und Ausdauer? Illusionen sollte man sich nicht machen. Benzin-Mäher können eine Leistung von 6 PS oder über 4000 Watt haben. Wenn nötig, laufen sie den ganzen Tag. Das schafft ein Akku-Mäher natürlich nicht.

Zwei Typen von Akku-Rasenmähern

Die Testkandidaten bilden zwei Gruppen. Sieben Geräte haben eine Schnittbreite von 37 bis 43 Zentimetern, vier Mäher von 46 und 47 Zentimetern. Die breiteren Geräte sind im Durchschnitt doppelt so teuer. Dafür treibt der Motor nicht nur das Messer an, sondern sorgt auch für einen Antrieb der Räder. Für Senioren, aber auch bei kleinen Flächen, kein unwichtiges Argument.

Im Testbetrieb zeigte sich, dass Vorsicht beim Kauf angebracht ist. Zwei Maschinen fielen schnell aus. Der Holm des Wingard brach nach 46 Stunden Betrieb. Eine große Pleite leistete sich auch die bekannten Marke Gardena. Hier brach der Griff ab und der Motor gab den Geist auf. Solche Geräte kann man nicht empfehlen.

Bei den Kosten eines Ersatzakkus spiegelt sich die Leistung wieder. Akkus mit Power sind deutlich teurer. Doch mit einem schwachbrüstigen Akku hat man keine Freude an dem Mäher. Die Anforderungen der Warentester waren bescheiden: 250 Quadratmeter sollten die Maschinen mit einer Aufladung mähen. An dieser Aufgabe scheiterten bereits Geräte. Das zeigt aber auch: Für größere Gärten sind Akkumäher nicht geeignet.

Für Nässe und Wiesen sind Akku-Rasenmäher zu schwach

Das Gleiche gilt für verwilderte Wiesen. Da kann sich ein Benzingerät durchfräsen, doch bei den Akkusaugern fehlt die Kraft. Regennasser Rasen lässt sich ebenfalls schwerer mähen, auch das macht mit den Akkugeräten keine Freude. Sollte der wöchentliche Mäheinsatz wegen Feuchtigkeit zwei Mal hintereinander ausfallen, kann Rasen eventuell so gewachsen sein, dass dem Akkumäher danach die Höhe des Rasens missfällt.

Immerhin gibt es auch leistungsfähige Geräte. Der Mäher von Stihl hat einen zusätzlichen Radantrieb. Mit den zwei gelieferten Akkus schafft er fast 700 Quadratmeter. Damit kann man etwas anfangen. Dafür macht das Akkugerät aber genauso viel Lärm wie ein neuer, leiser Benzinmäher. Daher erhält der Stihl RMA 448 TC auch nur die Note befriedigend, trotz seines guten Mähergebnis.

Abgesehen von der Lautstärke kommt er in der Leistung einem Kabelgerät noch am näherten. 880 Euro sind allerdings ein stolzer Preis. Einen Kabel- oder einen Benzinmäher der gleichen Marke erhält man für die Hälfte. 

Gut schnitten nur zwei der kleineren Geräte ab. Testsieger ist der Einhell GE-CM 43 Li M mit der Note 2,3. Mit einer Schnittbreite von 43 Zentimetern ist er für Flächen von bis zu 600 Quadratmeter gedacht – schaffte aber nur 246 Quadratmeter. Der Testsieger punktet zudem mit einem "zivilen" Preis: Er kostet 380 Euro. Auf 274 Quadratmeter Fläche kam der Sabo 40-Accu. Der Sabo errang mit 2,4 ebenfalls die Note gut und den zweiten Platz. Er kostet allerdings 630 Euro.

Fazit

Die Testergebnisse sind überaus durchwachsen. Der einzige Mäher mit richtig Power macht Krach wie ein Benzingerät, mit dessen Leistung er aber doch nicht mithalten kann. Die beiden "guten" Geräte bewältigen schon mit nagelneuen Akkus nur kleine Flächen. Angesichts der Preise ist das alles andere als befriedigend. 

Unsere Meinung: Sportliche Gartenbesitzer mit einem kleinen Handtuchgarten sollte einen manuellen Spindelmäher in Erwägung ziehen. Damit kann man eine kleine Fläche mit einem perfekten Schnitt mähen. Die Geräte sind unverwüstlich und günstig. Bei größeren Rasenflächen muss man sich ernsthaft überlegen, ob man nicht doch ein Kabelgerät oder einen Benziner nimmt. Da stimmt nicht nur die Leistung, sie sind auch wesentlich billiger als die Akkumaschinen.

Bei Preisen von über 600 Euro kann man die Anschaffung eines Robotermähers in Erwägung ziehen. Diese Maschinen übernehmen die Rasenpflege vollständig und geben dem Rasen, was er liebt: Einen minimalen Rückschnitt mehrmals in der Woche – ohne dass eigene Arbeitszeit investiert wird.

Den vollständigen Test mit allen Ergebnissen bekommen Sie gegen Gebühr unter www.test.de.