Digitalkameras Mehr Leistung für weniger Geld

Funktionen und Leistungen, die bisher nur den hochwertigen Geräten vorbehalten waren, werden nun auch in der Einsteigerklasse zum Standard. Außerdem merzen die Hersteller langsam immer mehr Kinderkrankheiten der jungen Technologie aus.

Digitale Kameras sind endgültig im Massenmarkt angekommen: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund fünf Millionen Geräte verkauft - mehr als doppelt so viel wie noch 2002. "Der rasante Anstieg flacht sich jetzt etwas ab", erwartet die Düsseldorfer Fujifilm-Managerin Petra Fujiwara. Ihr Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einem Absatz von sieben Millionen Digitalkameras. Die Hoffnungen der Branche ruhen darauf, dass bisher zwar in 80 Prozent der Haushalte analog, aber erst in 25 Prozent der Haushalte digital fotografiert wird.

Langsam werden auch digitale Spiegelreflexkameras erschwinglich

Mit der Beruhigung des Booms tritt die Qualität stärker in den Vordergrund. Funktionen und Leistungen, die bisher nur den hochwertigen Geräten vorbehalten waren, werden nun auch in der Einsteigerklasse zum Standard. Lange Zeit den Profis vorbehalten, gibt es inzwischen sogar die ersten digitalen Spiegelreflexkameras für den anspruchsvollen Privatanwender. Den Anfang machte im August vergangenen Jahres die Canon EOS 300D ein - dieses Gerät kostet zurzeit im Online-Handel um die 1.000 Euro. Jetzt legt Nikon nach und bringt mit der D70 eine Kamera heraus, die mit Verschlusszeiten bis 1/8000 Sekunde auch für die Sportfotografie geeignet ist. Der Preis wird zur Markteinführung mit 1.099 Euro angegeben (ebenfalls ohne Objektiv) - erfahrungsgemäß lohnt es sich aber, ein paar Monate zu warten und dann zu einem günstigeren Preis zuzuschlagen.

Viele Verbesserungen im Detail

Technische Verbesserungen gibt es beim Herzstück der Digitalkamera, dem CCD-Sensor, der das Licht des Bildmotivs in elektrische Ladung umwandelt. Bei dem von Sony entwickelten Sensor werden die drei klassischen Farbfilter für Rot, Grün und Blau um einen weiteren Filter für Smaragdgrün ergänzt. Zusammen mit einem darauf abgestimmten Signalprozessor soll das Ergebnis dem menschlichen Sehempfinden näher kommen. Auch Fujifilm stattet seine Digitalkameras mit einem weiter entwickelten CCD-Sensor aus, der eine höhere Auflösung und "lebensecht wirkende Fotos" verspricht.

Neben dem Sensor haben mehrere Hersteller auch die Datenverarbeitung innerhalb der Kamera verbessert. Damit ergeben sich auch Fortschritte bei der Auslöseverzögerung - bisher ein gravierender Nachteil der digitalen gegenüber der analogen Fotografie. Dem Schwachpunkt LCD-Monitor hat sich Olympus zugewandt. Deren neue Acht-Megapixel-Kamera Olympus C-8080 WIDE ZOOM hat ein Display, das als "Sunshine LCD" bezeichnet wird und auch bei gleißendem Scheinwerferlicht oder bei Sonnenschein noch ein deutliches Bild zeigt. Die Kamera soll im April zu einem Preis von 1.249 Euro eingeführt werden.

Mehr Power

Einen optischen Bildstabilisator gibt es im neuen Einsteigermodell der Lumix-Reihe von Panasonic: Die Lumix DMC-FX1 mit drei und die FX5 mit vier Megapixel versprechen verwacklungsfreie Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder beim Selbstporträt mit ausgestrecktem Arm; die Preise liegen bei 429 und 499 Euro. Damit der Foto-Ausflug nicht wegen leerer Akkus vorzeitig abgebrochen werden muss, spendiert Sony seinen neuen Modellen der Einsteigerserie Cybershot gleich zwei Nickel-Metallhydrid-Akkus mit Ladegerät. Die handlichen Geräte gibt es ab Mai mit vier (P73) oder fünf Megapixel (P93).

Erstes Handy mit Megapixel-Kamera

Inzwischen wird aber nicht nur mit der Kamera, sondern auch immer häufiger mit dem Handy fotografiert. Nachdem deren Aufnahmen bislang noch unter der niedrigen Auflösung litten, ist auf der Cebit bereits ein Handy mit integrierter Megapixel-Kamera zu sehen: Das Sharp GX 30 wird ab März über Vodafone vertrieben. Andere Mobiltelefone wie das Sendo S600 beschränken sich zwar noch auf VGA-Auflösung (640 mal 480 Pixel - das sind 0,3 Megapixel), bieten aber fototechnische Besonderheiten wie Fünffach-Zoom, Weißabgleich, Nachtmodus und Fotoeffekte. Der englische Hersteller betrachtet das Sendo S600 als sein erstes Kamera-Handy für Einsteiger; ohne Vertrag soll das Gerät weniger als 200 Euro kosten.

Die Speicherkarten schlucken immer mehr

Bei den Speichermedien ist die Beliebtheit der CompactFlash-Karte ungebrochen - hier soll es in diesem Jahr die ersten Datenspeicher mit einer Kapazität von vier Gigabyte geben; acht Gigabyte sind auch schon angekündigt. Wo es auf besonders kompakte Bauweise ankommt, wird oft die briefmarkengroße Secure-Digital-Karte (SD Card) verwendet, die demnächst bis zu einem Gigabyte an Daten speichern kann. Die XD-Picture-Cards, wie sie unter anderem bei Olympus und Fujifilm zum Einsatz kommt, gibt es mit einer Speicherkapazität bis 512 MB. Wer auf Sony setzt, ist auf den Memory-Stick festgelegt, den es zurzeit bis zu einem, künftig aber auch mit zwei Gigabyte gibt.

Peter Zschunke/AP AP DPA

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