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Funkende Litfasssäulen: Grüße vom Werbeplakat

Früher stand die Litfasssäule an der Straße und warb stumm für Produkte. Die neue Generation wird interaktiv: Mittels Bluetooth nimmt sie Kontakt zum Handy der Vorübereilenden auf. Und sendet ihnen eine SMS. Oder verschenkt kostenlose Klingeltöne.

Von Matthias Lauerer

Die beiden großen deutschen Außenwerber, die Berliner Wall AG und die Kölner Firma Ströer schicken sich an, der alten Tante Litfass Beine zu machen. Die Funktechnik Bluetooth soll den Kontakt zu den Beworbenen intensivieren und der Werbe-Industrie effektivere Kampagnen sichern. Die Technik ermöglicht den Datenaustausch per Funk auf kurze Distanzen zwischen Telefonen oder PDAs. Hier setzt die Werbung an, die das Prinzip auf ihre Art nutzen will.

Funkgrüße von Nelly Furtado

Angenommen, ein Kunde steht vor einer Säule mit einem Plakat, das für das Musikportal MP3.de und die Künstlerin Nelly Furtado wirbt. Sein Handy ist Bluetooth-tauglich, die Funktion ist aktiviert. Automatisch sendet die Werbewand jetzt ein Bild der Sängerin auf das Telefon. Und wenig später bekommt der Nutzer zeitgleich zum bundesweiten Verkaufsstart das neue Lied "Say it Right" kostenlos aufs Mobiltelefon geschickt. So 4.000 Mal bei Kölnern im März geschehen. Und das in nur einer Test-Woche. Die Teilnahme-Quote lag laut Ströer bei 28 Prozent. Mehr als jeder Vierte, der mit - ob freiwillig und unwissentlich - eingeschalteter Bluetooth-Schnittstelle im Handy an der Litfasssäule vorbeilief, hat sich also freiwillig mit Werbung beschäftigt, nur um ein Lied und ein kleines Bildchen der Sängerin gratis zu bekommen? Tatsächlich wahr. Und noch an einem weiteren Punkt profitiert die Werbe-Industrie von der Neugier ihrer Kunden: bei den Zusatzkosten. Denn die liegen bei nur 50 Euro. Hinzu kommt noch eine nicht näher spezifizierte "Servicepauschale". Ein Klacks, wenn man dann im Gegenzug kaum Werbe-Streuverluste zu verbuchen hat. Der Betreiber der Werbefläche muss einmalig einige hundert Euro für die technische Aufrüstung investieren.

Der Pressereferent der Ströer Out-of-Home Media AG, Mathias Hundhausen, freut sich über die positive und gute Resonanz der Aktion. Und spricht über neue Ideen und Ziele: "In der Zukunft können wir uns auch einen Bluetooth-Livestream vorstellen, bei dem sich dann mehr Daten übertragen lassen. Positiv ist auch, dass der Dienst für die Konsumenten kostenlos ist und stabil arbeitet", sagt Hundhausen zu stern.de. Auch die Aufmerksamkeit der Betrachter sei höher: "Ein Passant bleibt vor dem Plakat stehen und hält sein Telefon davor. Das macht natürlich neugierig. Und dann bleibt schon ein zweiter stehen", so Hundhausen weiter.

Alltag in Japan

Doch vielleicht lächelt man im fernen Japan über diese deutschen Werbeaktivitäten. Hier ist die Technik, wie so oft, wenn es um technischen Schnickschnack geht, schon einen Schritt weiter. Möglich macht dies der "Matrix-" oder "QR-Code". Dieser 1994 erfundene Hightech-Strichcode erlaubt blitzschnelles Auslesen von bis zu 7.089 versteckten Informationen. Fast alle japanischen Kamera-Handys sind heute in der Lage, diesen Code zu lesen. Der interessierte Kunde steht also im fernen Asien angetan vor dem Werbe-Plakat und schießt von einem bestimmten Punkt auf dem Plakat ein Foto. Dann sendet der Nutzer diesen Code per MMS an eine bestimmte Telefon-Nummer. Dort wird das Bild dann mit dem im System gespeicherten Bild verglichen. Und der Besitzer erhält für sein Interesse bei Übereinstimmung kostenlose Klingeltöne, Videos oder Gutscheine für den kommenden Einkauf geschenkt.

Immerhin: In Japan wie auch in Deutschland gilt noch das Prinzip, dass sich die Nutzer zunächst online für die Werbung anmelden müssen oder die Bluetooth-Funktion einschalten müssen, um an den Werbeattacken teilzunehmen. Bis jetzt werden Kunden also noch nicht ungewollt mit Werbung auf dem privaten Telefon vollgespamt. Doch die Betonung liegt auf dem Wörtchen "noch". Denn besonders personalisierte Werbung ist der Trend der Werbebranche. Oder wie sagt es Ströer-Geschäftsführer Jan Hardorp gegenüber "Handelsblatt.com" so schön: "Wer erfolgreich mit jungen Menschen kommunizieren will, muss sie überraschen".

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.