Kaufberatung Welcher Fernseher passt zu mir?

Mit einem Flachbildfernseher eröffnet sich Ihnen eine neue Fernsehwelt. Die Kaufberatung des stern hilft Ihnen dabei, in der Fülle der Angebote die richtigen Geräte zu finden.

Es ist eine Zeit der Entscheidungen: Wenn Sie demnächst ein TV-Gerät kaufen wollen, sollten Sie sich mit der Zukunft des Fernsehens beschäftigen. Einfach wird es nur, wenn Sie allein nach dem Preis gehen: Für deutlich unter 500 Euro bekommen Sie Röhrenfernseher in wohnzimmertauglicher Größe - aber nichts mit von der Zukunft.

Schwieriger wird es, wenn Sie sich einen der schicken Flachbildfernseher gönnen wollen, die immer öfter und zu immer niedrigeren Preisen in Läden auftauchen. Überlegen Sie jedoch genau, wie lange Sie an Ihrem Gerät Freude haben wollen: HDTV wird erst über Satellit ausgestrahlt werden, später jedoch auch über Kabel. Und schon im November will der Bezahl-Sender Premiere mit der Ausstrahlung im hochauflösenden "High Definition TV"-Format (HDTV) beginnen.

Voraussichtlich in drei bis fünf Jahren wird die Mehrheit der wichtigen Sender HDTV ausstrahlen. Soll Ihr Fernseher dann noch Dienst tun? Dann sollte er die HDTV-Signale in der idealen Qualität anzeigen können. Denn diese Bilder sind bestechend: Jeder Grashalm ist bei Naturaufnahmen zu sehen, jedes Detail einer Explosion, jede Schweißperle auf der Stirn einer Ballerina. Alte Röhrenfernseher und preiswerte, HD-untaugliche Flachbildschirme können die neuen Signale zwar meistens anzeigen - aber nicht in dieser Qualität.

Was aber kostet die neue Schärfe? In Wohnzimmergröße ab 82 Zentimeter Diagonale sind HD-taugliche LCD-Geräte ab etwa 1500 Euro und Plasma-Bildschirme ab 2500 Euro zu haben. Das bezahlt kaum einer leichtfertig, weswegen sich die Hersteller auf ein Prüfsiegel geeinigt haben, das "HD ready" heißt und Orientierung verspricht. Bei Geräten mit diesem Siegel ist garantiert, dass sie HDTV anzeigen können - irreführende Bezeichnungen in der Werbung wie "HD kompatibel" oder "HD fähig" bieten diese Sicherheit nicht.

Für HDTV sind zwei Qualitätsstufen vorgesehen - entweder 1280 mal 720 Bildpunkte ("Pixel") oder 1920 mal 1080. Im Idealfall hat ein HDTV-tauglicher Bildschirm 1920 mal 1080 Pixel - dann wäre er für maximale Schärfe gerüstet, egal, welcher Sender eines Tages welche Qualität überträgt.

Gängig sind derzeit Bildschirme

mit der niedrigeren Qualität von 1280 mal 720 Pixel. Solche Fernseher dürfen keine Probleme damit haben, wenn ein Sender höhere Qualität liefert. Weiteres Kriterium fürs Logo: Die Fernseher müssen den Kopierschutz der Filmindustrie (HDCP, siehe auch Glossar und Einkaufs-Checkliste auf Seite 32) beherrschen. Aus Angst vor Videopiraten wollen die Rechteinhaber die scharfen Bilder kopiergeschützt zum Bildschirm transportieren. Kann der Fernseher kein HDCP, wird die Anzeige bei kopiergeschützten Sendungen verweigert.

Die Flachbildschirme gibt es mit zweierlei Technik: Flüssigkristall (LCD, Liquid Crystal Display) und Plasma. Wie diese Techniken funktionieren, erfahren Sie auf Seite 16. In der Klasse bis etwa einem Meter Diagonale dominieren LCDs, bei größeren Geräten führen die Plasma-Modelle. Beide haben Stärken und Schwächen. Ein Problem der LCD-TVs ist die milchige Schwarzdarstellung: Nacht-szenen wirken oft trübe und diffus. Plasma-Bildschirme zeigen bei Bewegung im Bild oft Geisterfarben und -konturen. Solche Bildfehler lassen sich schon im Laden entdecken - nehmen Sie Ihre Lieblings-DVD mit und spielen Sie sie auf dem Schirm ab.

Im Stromverbrauch unterscheiden sich hochwertige Dünn-TVs stark von billigen Modellen, Plasmas verbrauchen grundsätzlich mehr. Ein Plasma-Gerät mit 106-Zentimeter-Bildschirm (42 Zoll) sollte nicht mehr als 280 Watt schlucken. Stromfresser nehmen bis zu 400 Watt pro Stunde. Zum Vergleich: Ein 82-Zentimeter-Röhren-TV begnügt sich mit rund 130 Watt.

Ebenso wichtig: Eventuell eingebaute Ventilatoren dürfen allerhöchstens in unmittelbarer Nähe des Geräts zu hören sein. Das ist im lauten Laden aber schwer zu prüfen. Besonders nervig bei Billiggeräten: Sie brauchen manchmal mehrere Sekunden für den Stationswechsel. Das ist das Ende jedes Zappens. Probieren Sie's aus!

Wichtig für die vielen Besitzer von Dolby-Surround-Raumklanganlagen: Ihr Verstärker sollte eine Funktion namens "Lip Sync" oder "general delay" bieten. Gerade Plasma-Bildschirme lassen sich beim Bildaufbau Zeit. Fehlt die Verzögerungsschaltung im Tonsystem, eilt der Ton dem Bild voraus. Das kann das ganze Heimkinoerlebnis zunichte machen. Die eingebauten Lautsprecher des Geräts sind natürlich darauf abgestimmt, sodass keine Probleme auftreten.

Karl-Gerhard Haas print

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