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Luftfahrtausstellung: Von Heldenkult und Papierfallschirmen

Seit dem Frühjahr zeigt das Deutsche Technikmuseum in Berlin eine internationale Luft- und Raumfahrtausstellung. Die Exponate erzählen die Geschichten von den Rittern der Lüfte, der Höllenmaschine V2 bis hin zum Schokoladenpiloten der Luftbrücke.

Von Stefanie Mülheims

Null ouvert! Die Stunde der Wahrheit. Der junge Mann in der ausgeblichenen, schilfgrünen Uniform wirft das bayrische Blatt auf den Tisch. Die Karten seiner Mitspieler fliegen hinterher. Unter den Kragen funkelt der "Blaue Max". Dieser Orden gebührt nur den Mutigsten unter den Jagdfliegern. Ein schwerer, sternenförmiger Rotationsmotor thront über den Köpfen der Piloten. Mit neun Glühbirnen bestückt, taucht er das Zimmer des Herrenhauses in gelbliches Licht. Auf der grün gestreiften Seidentapete hängt das verkratzte, hölzerne Seitenruder eines französischen Jagdflugzeugs. Die golden verzierten Gläser klirren. Etwas abseits steht ein Mann in einer hochgeschlossenen, mit zwei Reihen Silberknöpfen besetzten Uniform. Er steckt sich eine Zigarette an. Ganz ruhig und seltsam still steht er da. Das monotone Ticken der alten Wanduhr verstummt.

Schneeweiß und leer verblassen Gesichter der Männer. Alles Leben im Zimmer des Chalets erstirbt. Übrig bleiben Schaufensterpuppen hinter Glas. Sie sind Teil der Ausstellung "Internationale Luft- und Raumfahrt" im Deutschen Museum für Technik, die im Frühjahr dieses Jahres ihre Pforten geöffnet hat, eine Momentaufnahme von der Westfront des Ersten Weltkriegs.

Anders als ihre Kameraden in den Gräben oder in den stählernen Rümpfen der U-Boote wurden Piloten besonders verehrt. Ein regelrechter Heldenkult rankte sich um die Ritter der Lüfte. Entsprechend lebten sie in der luxuriösen Umgebung von Herrenhäusern oder Chalets direkt hinter der Frontlinie. Ihre Flugzeuge starteten von den großen Rasenflächen der Anwesen in den Himmel über Frankreich.

Dreimal Heldenkult

Es galt Haltung zu bewahren, und so stiegen die Flieger mit stolz geschwellter Brust in ihre Maschinen und starben einsam hoch über den Schützengräben. Drei Stationen im Leben der Helden des Ersten Weltkriegs blicken von übergroßen Leinwänden auf die Besucher herab. Lässig steht ein zart gebauter Mann ans Schreibpult gelehnt. Sein streng gekämmter Seitenscheitel und die auf den Leib geschneiderte Uniform verleihen ihm ein elegantes Aussehen. In seinem Blick liegt etwas Pfiffiges, Verschmitztes. Eine Haltung, wie der Eintänzer in einem Berliner Cafe. In der Vitrine nebenan schimmert der schwarze Lauf eines Maschinengewehrs, kaum vorstellbar, dass der zarte Pilot damit auf andere Menschen schoss. Abgelichtet, um Zuversicht und Stärke zu demonstrieren, wurde sein Bild als Propaganda-Postkarte verteilt.

Das nächsten Bild heißt: "Trostfrühstück mit abgeschossenen englischen Offizieren". Rund um den Tisch hocken die abgestürzten Helden der Lüfte. Zum versöhnlichen Stelldichein schenken die deutschen Gastgeber Champagner ein. Unter einem Turban aus Verbandmull verschwindet der Kopf eines Briten. Mühsam bringt er ein gequältes Lächeln für die Kamera zustande. Verlierer und Gewinner an einem Tisch. Froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Auf dem Erinnerungsfoto ist der Stolz der Propagandakarte verschwunden. Dann die dritte und letzte Station des Heldenlebens. Unter den Trümmern seiner Maschine begraben, liegen die verrenkten Glieder des toten Piloten. Nirgends ein Kommentar. Dabei hätte das Bild eine Unterschrift verdient: "Individualist im Prozess des Massensterbens".

Einsatz mit der Kriegstaube

Ihre Einsätze flogen die Piloten des Ersten Weltkrieges mit Maschinen wie der Jeannin-Stahltaube. Neben dem Bomber Junkers Ju 87 und dem Zerstörer Messerschmitt Bf 110 schwebt das älteste weltweit erhaltene deutsche Militärflugzeug über seinem Fahrgestell. Wie das silbrige Schuppenkleid eines Fisches glitzert der komplett aus Stahlrohr geschweißte Rumpf. Außen an der Seite hängt der Kühler, seine Oberfläche ähnelt den Rippen auf der Rückseite eines Kühlschranks. Der hölzerne Propeller des wackeligen Kükens und der beige Stoff, mit dem das Gefährt bespannt ist, erwecken nicht den Eindruck eines stabilen, sicheren Fliegers. Ingenieur Michael Hundertmark, maßgeblich an der Ausstellungskonzeption beteiligt, lächelt und versichert, dass gerade die Konstruktion der Tragflächen "sehr stabil" sei.

Der Zweite Weltkrieg

Nach Ende des Ersten Weltkriegs flog die Stahltaube nicht mehr. Mit einem Verbot kettete der Versailler Vertrag die deutsche militärische Luftfahrt an den Boden. Später entdeckten die Nationalsozialisten die Faszination des Fliegens und missbrauchten sie für ihre Zwecke. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs machte sich die nächste Generation "heldenhafter" Piloten bereit zum Sterben.

Junkers Ju 87

Unter den schweren, frisch lackierten Motoren der Messerschmitt Bf 110 duckt sich das verstümmelte Wrack einer Ju 87. Wo ehemals Maschine und Vorbau des Flugzeugs saßen, gähnt jetzt nur noch ein schwarzes Loch. Klaffende Wunden übersäen die vernarbte Stahlhaut. Die Notlandung 1942 in russischem Gebiet riss Reifen und Aufhängung aus der Verankerung. Der schwere Körper des Vogels brach mit der Unterseite in den Boden ein und sank mit den Jahren immer tiefer. Fast vierzig Jahre im Freien haben dem Schlachtflugzeug zugesetzt. Damals bekämpfte sie Bodenziele aus niedriger Flughöhe, heute ziehen sich ganze Armeen rostiger Löcher über ihren Rumpf. "Tack, Tack, Tack." Eine Garbe durchsiebt den Platz des Funkers. Ingenieur Hundertmark schüttelt den Kopf: "Nein, nein! Die wenigsten davon sind Einschusslöcher. Das sind Vandalismusschäden! Die Menschen, die in der Nähe des Absturzortes lebten, zerlegten die Maschine über die Jahre mit primitivsten Mitteln. Es sieht aus, als ob jemand mit einem spitzen Gegenstand immer wieder gegen den Rumpf gestoßen hat." Der Sturzkampfbomber hat vielleicht als "Abenteuerspielplatz" für die Kinder gedient. Das Ruder mit dem Hakenkreuz ist herausgeschnitten und vermutlich als Souvenir mitgenommen worden. Die stählerne Verplankung der Knickflügel ist fast vollständig weggerissen. Versetzte das Geheul der Sirenen der Junkers Europa damals in Angst und Schrecken, so ist von der Höllenmaschine heute nichts als ein zerfetzter Rumpf geblieben. Nur das Großfoto im Hintergrund, das die ehemalige Panzerwaffe zeigt, wie sie sich aus den Wolken zum Boden stürzt, erinnert an die Gewalt des Blitzkriegsbombers.

Rostiges Mahnmal

Der ausgefranste, vergilbte Fallschirm schwebte niemals vom Himmel herab. Heinrich Bartels blieb nicht die Zeit, ihn zu benutzen. Seine Maschine bohrte sich ins Erdreich und begrub ihn unter sich. Der Inhalt einer breiten Glasvitrine erinnert an das Leben der jungen Piloten. Dort steht ein weißer Porzellanteller und daneben ein paar zerlesene Bücher. Von Walter Beuchel gibt es nicht einmal mehr ein Foto. Nur die Silhouette seines Umrisses erinnert an ihn. Darunter steht auf einem grauen Sockel, das alte, graue Propellerblatt seiner Messerschmitt Bf 109. Orange-roter Rost hat sich tief in die stumpfe Oberfläche des Metalls gefressen. Das Propellerblatt diente ihm bis in die 60er als Grabstein. Geboren am 6. September 1920. Abgestürzt und gestorben am 14. Februar 1945. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Beuchel im Schnelldurchlauf zum Jagdflieger ausgebildet. Ab Oktober 1944 kam der Pilot zum Jagdgeschwader 300. Ein halbes Jahr später verlor er im aussichtslosen Luftkampf über Chemnitz sein Leben.

Gesunken und geborgen

Fröhlich wedelt ein kleiner roter Dackel mit dem Schwanz zu den toten Piloten rüber. Kläffend blickt er von der Nase der Messerschmitt Bf 110. Der Hund ist das Staffelzeichen des zweimotorigen Tiefdeckers. Der Zerstörer Bf 110 ist ein Berg von einem Flugzeug. Der gedrungene, tarnfarbene Rumpf wird von zwei schweren Propeller-Motoren gesäumt. Angriffslustig streckt sich das Flugzeug der Mitte des Ausstellungsraumes entgegen. Die Messerschmitt flog im Januar 1943 über der Eismeerfront in Finnland, weit hinter dem Polarkreis. Von einem Flaktreffer erwischt, musste ihr Pilot Helmut Ziegenhagen auf einem zugefroren See notlanden. Bei eisigen minus 30 Grad konnte sich Ziegenhagen in Sicherheit bringen. Im folgenden Frühjahr schmolz die Eisdecke, und das Flugzeug versank im brackigen Wasser des Sees. 1991 gelang es, das gut erhaltene Wrack der Messerschmitt in der Nähe von Murmansk zu bergen.

Zwischen Bangen und Hoffen

Nicht so glimpflich verlief die Bergung der Focke Wulf "Condor", dem Vorläufer moderner Großraumflugzeuge. Im Mai 1999 wurde der notgewasserte Riesenvogel aus dem Meer vor der norwegischen Küste geborgen. Obwohl das Salzwasser das Wrack seit 1942 stark angegriffen hatte, fieberte die Bergungscrew dem Moment wie gebannt entgegen, an dem sich die Condor aus dem schwarzen Wasser des Fjords erheben würde. "Es war ein Zustand zwischen Bangen und Hoffen." Michael Hundertmark verzieht schmerzlich das Gesicht." Es knackte entsetzlich. Ich habe mich weggedreht. Ich wusste, was kommt, und ich konnte es einfach nicht mit ansehen." Nach über 57 Jahren in rund 60 Metern Tiefe erblickte die Condor das Tageslicht. Kaum aus dem Wasser gehoben, drang ein lautes, dumpfes Knacken aus ihrem Inneren. "Es ging alles wahnsinnig schnell", so Hundertmark. Dann kracht das Flugzeug aus rund 10 Metern Höhe mit lautem Getöse auf die Plattform. Schweigen und Ratlosigkeit. Hundertmark erinnert sich, "viele von uns kämpften mit den Tränen". Trotz des Schocks, machten sich die Liebhaber an die Restaurierung der zerbrochenen Condor. Ihre Arbeit hat sich gelohnt. Heute zeigt das Museum die ersten restaurierten Teile in seiner Ausstellung.

War die Focke Wulf eigentlich als Verkehrsflugzeug konzipiert, wurde sie im Zweiten Weltkrieg notdürftig zum Fernaufklärer und Fernbomber umgebaut. Ab 1942 tobte der alliierte Bombenkrieg über Deutschland, und immer mehr deutsche Städte wurden dem Erdboden gleich gemacht. Die V2-Rakete sollte die Wende bringen.

Der Griff nach den Sternen aus der Tiefe der Hölle

Schwitzende Häftlinge in schwarz-weiß gestreiften Arbeitsanzügen wuchten die Außenhülle der Rakete über das Schubgerüst. Stickige Luft, beklemmende Enge, unerträglicher Durst und mörderische Hitze herrschten in den Tunnelanlagen des so genannten Mittelbau Dora. Viele fielen vor Erschöpfung einfach tot um. Insgesamt ließen 20.000 Häftlinge ihr Leben für die V2. Zwei Jungen lösen sich aus Schar lärmender Grundschulkinder und bleiben kurz vor dem Bild stehen. Ein Gesicht mit Sommersprossen leuchtet auf, und der Junge zeigt mit dem Finger auf die Häftlinge: "Cool, die sind genauso gestreift wie die Geldknackerbande!" Mit erlöschtem Blick bleiben die Häftlinge im Dunkeln ihres Kellers zurück. Eine Etage höher, im gleißenden Licht der Sonne genießen arische V2-Mitarbeiter und ihre Familien das Strandleben in Peenemünde. Die Sonne brütet, und die Damen planschen in der kühlen Ostsee. Eine hübsche junge Frau im kessen Badeanzug winkt lachend. Eine alte Stimme sagt: "Ach, eigentlich war das eine wunderbare Zeit!" Es ist der Kommentar eines betagten Zeitzeugen, der dem schwarz-weißen Film seine Stimme leiht.

Über alle Etagen erhebt sich die silber-graue Außenhaut der V2 Rakete. Der gesamte Antrieb konzentriert sich im unteren Bereich der bauchigen Waffe. Aus ihm sprießt ein Gewirr aus Stahlarmen, die sich windend ihren Weg nach oben suchen. Unzählige Schrauben, Schläuche und Abdeckungen verknoten sich zu einem undurchsichtigen Haufen. Über dem ersten Treibstofftank, ein zweiter Tank. Dann, hoch oben, die Steuereinheit des Flugkörpers, darüber die Sprengladung, von unten nicht genau zu sehen. Auch die V2 konnte die Nazis nicht vor dem Untergang bewahren. Deutschland kapitulierte im Mai 1945.

Der Schokoladenpilot

Drei Jahre später, 1948, drohte die nächste Konfrontation auf deutschem Boden. Die Verbündeten von gestern stritten sich um ihre Beute. Am 24. Juni 1948 senkten sich rund um Berlin die Schlagbäume. Mit der Blockade wollten die Sowjets die Westmächte zwingen, auf die Gründung eines westdeutschen Staates zu verzichten. Mit einer Luftbrücke versorgten die westlichen Alliierten die belagerte Stadt.

Hoch über dem Neubau des Museum hängt heute eines der Flugzeuge von damals, der Rosinenbomber "Skytrain". Die zweimotorigen Propellermaschinen vom Typ Douglas DC-3 trat am 8. Mai 1999 seine letzte Reise an und wurde in einer spektakulären Aktion an der Fassade des Museums-Neubaus verankert. "Es war Wahnsinn und verrückt zugleich" sagte Hundertwasser. Mit seinen fast 20 Metern Länge und einer Spannweite von 29 Metern reicht das schwere Transportflugzeug weit über das Terrassengeländer des Museums hinaus. Friedlich thront der Koloss über den Dächern Berlins. Hundertmark legt den Kopf in den Nacken und guckt liebevoll zu seinem riesigen Schützling hinauf. Ein paar Regentropfen setzen sich auf seine Brillegläser. "Die Skytrain ist unser Sorgenkind. Jedem Wetter und jeder Witterung ausgesetzt, das hält selbst das beste Flugzeug nur schwer aus." Zu den Piloten, die Berlin 1948 am Leben hielten, gehört auch Gail Halvorsen. Damals saß er abends allein an seinem Tisch. Behutsam legte er eine Tafel Schokolade auf die andere, verschnürte die Stapel zu kleinen Paketen und befestigte sie an Taschentuch-Fallschirmen. Hoch über den Dächern Berlins warf er seine persönliche Fracht ab. Die kleinen Fallschirme schaukelten ihrem Ziel entgegen. Auf dem Boden aufgekommen, griffen kleine Hände nach dem süßen Inhalt und stopften sich alles in den Mund.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.