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UNO-Zukunftsvision: Schwimmende Städte sollen die Menschen retten, wenn die Welt im Wasser versinkt

Die Meeresspiegel steigen, schwimmende Städte sollen das Leben auf dem Meer ermöglichen. Auf natürliche Weise werden diese Plattformen unsinkbar.

Die Plattformen werden am Boden verankert.

Die Plattformen werden am Boden verankert.

Wenn der Mensch die Welt weiter anheizt, werden die Meeresspiegel steigen – Küstenregionen und Inselgruppen droht das Schicksal, im Meer zu versinken. Wohin sollen diese Menschen sich retten?

Bislang dachte man immer an höher gelegene Regionen, doch es gibt auch Visionen, wie der Mensch sich das Meer zum Freund machen kann. Die Vereinten Nationen haben ein Konzept für eine schwimmende Stadt mit 10.000 Einwohnern vorgestellt. Diese Stadt auf dem Meer soll Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Tsunamis und Hurrikans standhalten. Die schwimmende Stadt wird, so die UNO, die Menschen vor dem Anstieg des Meeresspiegels schützen. Gleichzeitig kann sie auch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Großstädten beheben, in dem das Stadtgebiet auf das Wasser hinaus vergrößert wird. Der Entwurf stammt von der Architektin Bjarke Ingels und der Firma Oceanix.

Plattformen sollen Naturkatastrophen widerstehen

Betrachtet man die lichten Entwürfe, stellen sich allerdings Zweifel ein, ob diese schwimmenden Plattformen wirklich den Gewalten des Meeres trotzen können. Man kann sich kaum vorstellen, wie man einen Weg direkt am Wasser auch nur bei einem mittelprächtigen Herbststurm benutzen soll. Doch die Macher sind von ihrem Projekt überzeugt. Es soll weit mehr sein als ein Denkanstoß aus dem Computer, es soll realisiert werden. "Jeder in unserem Team will das wirklich bauen", bekräftigte Marc Collins, der CEO von Oceanix. "Wir theoretisieren nicht nur." Oceanix hat durchaus Erfahrungen mit dem Bau schwimmender Strukturen.

Das ganze Projekt erinnert an eine XXL-Version der schwimmenden Dörfer aus dem Film "Waterworld" mit Kevin Costner. Auch hier ist die Stadt keine feste Struktur, sie besteht aus sechseckigen Plattformen, auf denen je etwa 300 Menschen leben könnten. Oceanix will einen besonderen Trick anwenden: Das Meer selbst wird die Plattformen bauen. Die unterseeischen Oberflächen sollen nämlich durch Biorock verstärkt werden. Durch das Anlegen eines elektrischen Stroms bilden Mineralien eine extrem harte Kalksteinschicht, sie wird die Metallwand der Plattform verstärken. So wird die Widerstandsfähigkeit der schwimmenden Sechsecke erhöht. Außerdem "repariert" Biorock altersbedingten Verschleiß.

"Waterworld" in größer

Die Größe von 10.000 Personen gilt seit der Antike als Maßgabe für eine funktionsfähige Stadt. Natürlich gibt es in der schwimmenden Stadt keine Autos, sondern nur noch Boote. Der Müll wird durch pneumatische Schläuche zu einer Recyclinganlage gebracht. Auch soll die Stadt sich selbst mit Lebensmitteln versorgen können. Unter der Wasseroberfläche wird im großen Stil "Ocean Farming" betrieben. Die Dörfer können etwa eine Meile entfernt von großen Städten ankern.

Kra