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Navigationssysteme: Spiel's noch einmal, Navi

Moderne Navigationssysteme können viel mehr, als von A nach B zu führen - Musik dudeln zum Beispiel. Und sie werden auch noch immer billiger.

Von Hannes Rügheimer

Vor 20 Jahren noch waren sie eine Vision, heute stecken Navigationsgeräte bereits in Kleinwagen. 1,5 Millionen mobile Navis werden dieses Jahr verkauft, erwartet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik in Frankfurt. Die Geräte kosten immer weniger, dabei müssen sie immer mehr können, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Längst zeigen die meisten Pfadfinder ihre Karten dreidimensional an, Sprachausgabe und genaue Positionsbestimmung sind Standard.

Neuerdings setzen die Hersteller voll auf Multimedia - wie auch der Marktführer Tomtom mit seinem Modell Go 910 (rund 600 Euro). Das Gerät hat eine 20-Gigabyte-Festplatte, auf der viel mehr Platz ist, als die darauf gespeicherten Karten für Europa, die USA und Kanada brauchen. Und es hat einen Bildschirm, der viel breiter ist, als für die Navigation nötig. Der Grund: Das Go 910 kann MP3-Musik abspielen und Digitalfotos anzeigen. Deswegen das übergroße Display, deswegen die große Festplatte. Automatisch aktuelle Staumeldungen aus dem Radio empfangen kann das Multimedia-Navi allerdings nicht, dazu muss der Fahrer für 69 Euro ein Zusatzgerät kaufen.

Auch andere Navigationsgeräte sind zugleich MP3-Player und digitaler Bilderrahmen: Der Mio 269 Plus von Navigon zum Beispiel (ca. 470 Euro mit Europakarten) hat auf seiner Festplatte 500 MB Speicher frei für Multimedia-Dateien, der Traffic Assist Highspeed II von Becker (rund 400 Euro) spielt Musik und Fotos ab, die auf einer SD-Karte abgelegt sind.

Ein interessantes Angebot kommt von der Stadtplanfirma Falk. Deren 300 bis 500 Euro teure mobile Navigationsgeräte N40 (nur mit Deutschlandkarte) bis N200 (mit Karten für ganz Europa) haben Städte-Reiseführer integriert, die touristische Ziele in Bild und Text vorstellen und außerdem Besichtigungstouren planen können. Der X-980 T von ViaMichelin wiederum bringt alle europäischen Hotel- und Restaurantführer von Michelin mit und kostet rund 600 Euro. Wem das alles nicht genügt, der muss nicht in die Röhre schauen. Für den bietet Naviflash mit seinem 580 Euro teuren Europa-Navigator NF 1060 ein System, das das digitale Fernsehen DVB-T empfangen kann. Das Gerät verfügt über ein starkes Akku-Paket, das laut Hersteller im TV-Betrieb zwei Stunden lang halten soll. Damit es auch auf der Wiese oder im Hotelzimmer funktioniert.

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