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Speichersystem Ocean Battery: Riesiger Offshore-Akku arbeitet mit einer Gummiblase am Meeresgrund

Speicher wie ein Staudamm nur am Meeresgrund.
Speicher wie ein Staudamm nur am Meeresgrund.
© PR
Ein Staudamm auf dem Meeresgrund – das ist die Idee der Ocean-Battery. Sie speichert das Wasser in einer Blase auf dem Grund des Meeres.

Das Herstellen von ökologischem Strom ohne CO2-Ausstoß ist technisch eigentlich gelöst. Solarenergie, Wind- und Wasserkraft und andere natürliche Energiequellen reichen aus, um unseren Energiehunger zu stillen. Kommende Verbesserungen werden den Öko-Strom in Zukunft nur noch günstiger und effizienter machen. Anders sieht es bei der Frage aus, wie dieser Strom transportiert und "gelagert" werden kann.

Zwar macht die Batterietechnik Fortschritte, doch bei hohem Speicherbedarf werden ganz andere Lösungen verfolgt. Darunter die Speicherung in Form von Flüssigluft oder die Installation von großen Türmen aus Betonklötzen. In Holland wurde nun ein neuartiges System für den Einsatz bei Offshore-Windfarmen oder Wellenkraftwerken vorgestellt. Ocean Battery verlegt die Grundidee eines Kraftwerks mit Stausee auf den Meeresgrund. Es besteht aus drei Komponenten, die zusammen nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Staudamm  funktionieren.

Tank mit Normaldruck

Unter dem Meeresboden befindet sich ein Betontank, der jeweils etwa 20 Millionen Liter Wasser fasst. Dieser Tank ist druckstabil, wie die Zelle eines U-Boots, so dass das Wasser dort mit niedrigem Druck gelagert werden kann. Durch ein System von Rohren und Turbinen ist der Tank mit einer Art Kunststoffblase auf dem Meeresboden verbunden. Überschüssiger Strom wird nun genutzt, um das Wasser aus dem Tank in die Blase zu pumpen. Wird Strom benötigt, lässt man das Wasser wieder abfließen, dann werden von dem Wasser Turbinen angetrieben.

So weit so vorhersehbar. Doch Ocean Battery kann weit mehr Energie nutzen als die Differenz an Höhenmetern zwischen Blase und Tank ergibt. Diese Energie könnte ein Staudamm nutzen. Durch die Druckunterschiede zwischen dem Meeresboden und dem Niederdruckbassin wird die Energie potenziert, so dass die relativ kleine Blase sehr viel Energie speichern kann. Durch die Pumpen und die Turbinen geht Energie verloren, aber dennoch soll die Ocean Battery einen Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent erzielen. Das System ist für eine Betriebsdauer von 20 Jahren ausgelegt. Jeder Betonspeicher hat eine Kapazität von 10 MWh. Eine Anlage ließe sich leicht skalieren, durch den Bau weiterer Module.

Vorhandene Technik

Konzeptionell hat die Ocean Battery mehrere Vorzüge auf ihrer Seite. Die Anlage benötigt keinen Platz in bebauten Gebieten. Zum Bau des Speichers sind keine seltenen Erden oder knappen Rohstoffe nötig. Die Bausteine bestehen aus vorhandener und erprobter Technik. Das Speichermedium ist Wasser, das weder verbraucht noch beschmutzt wird.

Mini-Windkraftwerk

Den hohen Druck in der Tiefe wollen verschiedene Konzepte nutzen. Ein Modell sieht vor, stählerne Luftballons an Seilen unter Wasser zu ziehen. Bei Strombedarf ziehen sie die Seile wieder an die Oberfläche und treiben so Generatoren an. Durchsetzen wird sich vermutlich die Idee, die in der Lage ist, die zerstörerischen Wirkungen der See am besten eine lange Zeit zu widerstehen.


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