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Unabhängige Energiequelle Tesla Megapack – Der Batteriespeicher, der Großbritannien bei einem Blackout mit Strom versorgen soll

Das Tesla Megapack in Cottingham soll Großbritannien bei einem Blackout mit Strom versorgen
Das Tesla Megapack in Cottingham soll hunderttausende Menschen in Großbritannien bei einem Blackout mit Strom versorgen
© Harmony Energy
Aus Sorge vor einem Blackout im Winter ist in Großbritannien vorzeitig ein Batteriespeicher in Betrieb gegangen. Das "Megapack" von Tesla soll hunderttausende Menschen im Notfall mit Strom versorgen können. Es ist das wohl das größte Batteriespeichersystem in Europa.

Bislang ist die Stromversorgung in Europa größtenteils gesichert. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass – wohl ähnlich wie derzeit in der Ukraine – auch bei uns der Strom ausfällt oder es sogar zu einem Blackout kommt. In Cottingham im Osten von Großbritannien ist vergangenen Montag (21. November) das größte Batteriespeichersystem Europas ans Netz gegangen, um genau einem solchen Fall vorzubeugen.

Das System mit dem Namen "Tesla Megapack" besteht aus mehreren Einheiten mit einer jeweiligen Speicherkapazität von 3 MWh (Megawattstunden), was laut Herstellerangaben durchschnittlich 3.600 Haushalte eine Stunde lang mit Strom versorgen kann. Insgesamt kann die Anlage bis zu 196 MWh Strom in einem einzigen Zyklus speichern. Im Notfall soll sie 300.000 Haushalten zwei Stunden lang Energie bereitstellen können.

Damit ist der Batteriespeicher im englischen Cottingham deutlich größer als jener in Jardelund, in Schleswig-Holstein, der 2020 den Betrieb aufnahm. Mit einer Speicherkapazität von 48 Megawatt wurde er damals als "einer der größten Batteriespeicher Europas" betitelt. Das System soll Strom für rund 5300 Haushalte pro Tag bereitstellen können. 

Die englische Firma Harmony Energy, die das "Tesla Megapack" in Betrieb genommen hat, gibt an, dass sich durch das System die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung vermeiden lasse. Der gespeicherte Strom stammt hierbei nämlich aus erneuerbaren Energien, wie aus Windkraft und Solaranlagen.

Ursprünglich sollte der riesige Batteriespeicher erst in den kommenden Monaten – in einer ersten Phase im Dezember und schließlich im März 2023 – in Betrieb gehen. Aufgrund der drohenden Energieengpässe auf dem Inselstaat Großbritannien diesen Winter ging sie aber schon jetzt an den Start. Peter Kavanagh, Direktor von Harmony Energy, sagte in einer Pressemitteilung des Unternehmens: "Batteriespeichersysteme sind unerlässlich, um das volle Potenzial der erneuerbaren Energien in Großbritannien zu erschließen. Und wir hoffen, dass sich dieses Projekt Yorkshire als führend bei grünen Energielösungen hervorhebt." Auch Tesla-CEO Elon Musk teilte nach dem Start des Batteriespeichersystems via Twitter mit: "Tesla Megapacks sind hocheffektiv bei der Bewältigung von Strombedarfsspitzen, die zu Stromausfällen führen."

Stromspeichersystem nutzt KI-Software, um Energieangebot und -nachfrage abzustimmen

Das "Tesla Megapack" nutzt die KI-Software des US-Elektroautoherstellers, um Energieangebot und -nachfrage aufeinander abzustimmen. Mittels sogenannter Over-The-Air Software kann das System bei Bedarf aus der Ferne aktualisiert werden. Tesla liefert die Megapack-Einheiten nach eigenen Angaben montiert und betriebsbereit aus. Die Systeme sollen lediglich eine "minimale" Wartung erfordern und haben eine bis zu 20-jährige Garantiezeit. Sie seien "eines der sichersten Batteriespeicherprodukte seiner Art" sein und somit etwa gut gegen Brände geschützt sein, verspricht Tesla.

Harmony Energy hat bereits drei Projekte dieser Art gestartet, wobei das "Tesla Megapack" in Cottingham nun das größte ist. Drei weitere solcher Projekte sind in Planung, welche im nächsten Jahr an den Start gehen sollen. Um die Energiewende zu erreichen, müssen nicht nur die erneuerbaren Energien ausgebaut werden, sondern auch die Anzahl der Batteriespeicher muss deutlich steigen, wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in einer im Mai veröffentlichten Studie schrieb. In Zeiten großer Abhängigkeit von russischer Energie dürften Stromspeichersysteme wie das "Tesla Megapack" aber nicht nur einen Teil zur Energiewende sondern auch zur Unabhängigkeit beitragen.

Quellen: Tesla, Harmony Energy, BBC, Schleswig-Holstein, Tweet Elon Musk

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