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Stiftung Warentest prüft Staubsauger: Sau(g)starke Haushaltshilfen?

Staub, Flusen, Krümel: Es gibt viele Herausforderungen für Staubsauger. Doch welcher saugt am besten? Stiftung Warentest hat zehn Geräte untersucht - ausgerechnet das teuerste enttäuschte.

Ob trocken oder nass, mit Beutel oder ohne, für die Hand oder als Roboter - ein Staubsauger ist ein Muss für jeden Haushalt. Doch nicht alle Geräte eignen sich für jede Wohnung, ergab eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation prüfte zehn Bodenstaubsauger auf ihre Saugkraft und Bedienung. Das Ergebnis: Sechs Geräte waren gut, eins befriedigend, drei nur ausreichend. Ausgerechnet das teuerste Gerät schaffte nur ein "Ausreichend".

Blitzblankes Wohnzimmer

Testsieger wurde der "Miele S5381 EcoLine" mit einer Gesamtnote von 1,9. Er kostet rund 250 Euro und überzeugte die Experten mit einer hohen Saugkraft. Selbst auf dichtem Teppich machte die elektronische Putzhilfe nicht schlapp. Auch im Langzeittest glänzte das Gerät: Nach einem Motordauertest mit mehr als 600 Stunden und diversen Stoß- und Fallprüfungen funktionierte der Staubsauger immer noch einwandfrei. Praktisch: Zubehör wie separate Bürsten können im Gerät verstaut werden. Negativ: Auf Hartboden war das Gerät ziemlich laut, allerdings schnitt auch der Großteil der Konkurrenz auf Parkett und Co. nicht besser ab.

Platz zwei und drei mit einer von Note 2,0 teilen sich der "Bosch Ergomaxx Professional BSG81261" (rund 218 Euro) und der "Siemens Green Power Allergy Z 5.0 VSZ5GP1264" (188 Euro). Während der Bosch sowohl auf Teppich als auch Hartböden sehr laut war, gab es beim Siemens für das geringe Beutelvolumen Punktabzug. Lediglich 1,5 Liter passen in den günstigen Dreckentferner. Zum Vergleich: In den Testsieger passen 2,7 Liter, in den Bosch sogar 3,8.

Sauber bis in die Ritze?

Doch nicht alle Staubsauger konnten im Test überzeugen. Mit einer Gesamtnote von 4,5 belegt der "Hoover Xarion TXG 1210 GreenRay" den letzten Platz. Damit schafft er gerade so ein "Ausreichend". Vor allem in Ritzen reinigte der Hoover nur oberflächlich. Zudem hat er nur eine kleine Staubbox mit einem nutzbaren Volumen von 1,3 Litern, die laut den Testern nur unhygienisch zu entleeren sei. Auch in der Bedienung versagt das Gerät laut Stiftung Warentest: Es kann nicht senkrecht abgestellt werden, der Aktionsradius ist klein, das Saugrohr zu kurz. Auch im Belastungstest konnte der Hoover nicht bestehen. Nach Stoß- und Fallprüfungen war die Schlauchkupplung und die Feder der Kabelaufwicklung gebrochen.

Aus der Reihe tanzte der "Thomas Hygiene T2": Als einziges Gerät im Test hatte er keinen Hepa-Abluftfilter, was ihm in punkto Staubrückhaltevermögen ein "Mangelhaft" einbrachte. Der Filter sorgt dafür, dass der Staubsauger das behält, was er aufsaugt. Ansonsten wird der Feinstaub teilweise wieder zurückgepustet - zum großen Ärger von Allergikern. Pikant: Der Thomas ist mit 335 Euro das teuerste Gerät im Test.

Handstaubsauger und Saugroboter

Außerhalb der Wertung untersuchte Stiftung Warentest auch Handstaubsauger und Saugroboter. Das Urteil: Mit Akkuhandstaubsaugern lassen sich eher Krümel von der Tischdecke oder vom Autositz entfernen, die Reinigung großer Teppiche ist mühsam. Zum einen muss bei vielen Geräten ständig die Ein-Aus-Taste gedrückt gehalten werden, zum anderen ist die Saugleistung deutlicher geringer als bei Bodengeräten. Für das Absaugen von Polstern oder Möbeln reichen sie aber allemal.

Auch die getesteten Saugroboter sind laut Warentest keine Alternative zum wesentlich größeren Bodensauger. Zwar fahren die Geräte selbstständig durch die Wohnung, allerdings nur bei den richtigen Raumbedingungen: Treppen, hohe Kanten, Teppichfransen - all das wird für die kleinen Haushaltshelfer zum unüberwindbaren Hindernis. Geht der Akku zur Neige, fahren die meisten Geräte automatisch zurück zur Ladestation. Bei Hartböden können die Geräte überzeugen, bei Teppich macht sich die geringe Saugkraft allerdings bemerkbar. Zudem sind die Roboter langsamer als ihre großen Kollegen und auch die Reinigung der Staubboxen ist alles andere als hygienisch.

Alle Informationen über den Test Staubsauger unter www.test.de/staubsauger und in der Zeitschrift "test" 4/2012.

cf