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Bodenreinigung Tesvor S6 Turbo – was taugt ein Saugroboter mit Lidar-Radar für 400 Euro?

Unter der Kuppel sitzt das Lidar-Radar - das sollte man dann und wann mit einem Pinsel reinigen.
Unter der Kuppel sitzt das Lidar-Radar - das sollte man dann und wann mit einem Pinsel reinigen.
© Kra / stern-online
Wie teuer muss ein Robotersauger sein? Der Tesvor S6 Turbo bietet zum Einstiegspreis eine präzise und das Mobiliar schonende Arbeitsweise. Er lässt sich nicht nur per App steuern, sondern hört auch auf Alexa und Co.

Wie viel Geld muss man für einen Saugroboter ausgeben? Dieser Frage stellt sich jeder, der vor dem unübersehbaren Angebot steht. Die Flaggschiffe mit großer Ansaugdocking-Station kosten bis zu 1400 Euro ("iRobot Roomba S9+"). Selbst China-Geräte werden für fast 1000 Euro angeboten. Doch Billig-Sauger gibt es schon für 200 Euro.

Wir hatten den Tesvor M1 getestet und waren von seiner Saugleistung angetan. Mit Frühlingsrabatt und Bonusaktion kann man ihn jetzt für unter 200 Euro bekommen ("Saugroboter – Tesvor M1"). Eine Hausnummer darüber, aber immer noch sehr günstig rangiert das Flaggschiff der China-Marke: Der Tesvor S6 kostet offiziell 400 Euro. Das ist immer noch weit von den Platzhirschen der Branche wie Neato, Vorwerk oder iRobot entfernt.

Ungewöhnliche Ausstattung

Der S6 Turbo sticht mit zwei Features aus seiner Preisklasse heraus: Das eine ist die gute Saugleistung von 4000 PA, und dann hat er ein Lidar-Radar spendiert bekommen. In dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich. Das Lidar vermisst den Raum mithilfe eines Lasers, das geht schnell und ist absolut präzise. Die Voraussetzung für genaue und sparsame Bewegungen des Roboters. Er ist das Update zum S6 ohne Turbo - der kostet etwa 300 Euro in Aktionen. Der Turbo verfügt neben anderen Updates über eine höhere Saugleistung und eine große Batterie von 5200 mAh. 

Das Einrichten ist denkbar einfach. Die Dockingstation wird auf den Boden gestellt, der Roboter angeschaltet. Die leichte Station sollte man mit doppelseitigem Klebeband fixieren und das dünne Stromkabel zusammenwickeln oder einen edel aussehenden Kabelschutz verwenden. Der Roboter lässt sich auch mit einer Fernbedienung steuern. Ein nettes Feature für die ältere Generation. Bequemer geht es natürlich per App, auf ihr kann man verfolgen, wie das Gerät den Raum vermisst und auch wie es dann saugt. Zumindest einmal sollte man zusehen, wie der Laser den Raum erkundet.

Voraussetzung ist ein Wlan-Netzwerk mit 2,4 GHz. Der S6 kann mit Alexa und Co kommunizieren, man kann ihn also auch per Kommando durch die Wohnung jagen. Die App bietet die in der höheren Preisklasse üblichen Spielereien, am wichtigsten dürften Sperrzonen und Zonen intensiver Reinigung sein.

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Sanft und klug

Die Arbeitsweise ist eindrucksvoll. Der S6 Turbo vermeidet die Fehler der Billigklasse. Er rumst nirgendwo an, geht sehr vorsichtig vor und neigt auch nicht dazu, Schnürsenkel und Kabel vollkommen abzufressen. Er versucht auch nicht, sich aus Winkel und Ecken "freizukämpfen" - so etwas führt auf Dauer immer zu Spuren am Mobiliar. Man kann den S6 Turbo tatsächlich unbesorgt rund um Vinylstapel saugen lassen. Zuerst vermisst er den Raum, dann fährt er sehr exakt die Ränder ab, um sie abzubürsten. Danach folgen lange Bahnen durch den Raum. In vollgestellten Räumen sieht das Saugbild nicht so elegant aus wie in leeren.

Der Lidar-Dome trägt allerdings über zwei Zentimeter in der Höhe auf. Flache Geräte sind plump, stoßen oben aber auch nicht so leicht an. Der S6 meistert Türschwellen souverän und knickt auch bei Langflorteppichen nicht ein. Das einzige Problem in der komplizierten Testwohnung war das Auf und Ab zwischen zwei dicken Teppichen. Sie mussten versetzt werden.

Für das Saugen gibt es mehre Modi. Volle Saugstärke bedeutet allerdings mehr Akkuleistung und deutlich mehr Krach. Im Homeoffice ist weniger Leistung meist bekömmlicher. Der Akku von 5200 mAh reicht auch für eine große Wohnung. In der Praxis hat man ohnehin das Problem, dass bei automatischem Start per Timer nie alle Türen in der Wohnung geöffnet sind und auch der schlauste Robbi sie noch nicht öffnen kann.

Wischt auch - ein wenig

Das Saugsystem entspricht dem Aufbau der meisten Asia-Geräte. Die Saugöffnung ist relativ klein, dafür kann dort ein heftiger Unterdruck aufgebaut werden. Zwei große Rundbürsten schaufeln den Schmutz Richtung Saugschlund und dort wird er von einer Bürste aufgenommen. Wie immer wickeln sich lange Haare gern um die Bürste. Tesvor legt sogar ein Reinigungsgerät mit Klinge bei, um die Bürste von den Schlingen zu befreien. Bürsten haben hier einen Vorteil vor Gummiwalzen. Haare zerschneiden das Gummi, wenn sie nicht sehr regelmäßig entfernt werden. Der Schmutzbehälter hat die übliche Größe. Netter Zusatz: Vor dem Feinstaubfilter ist noch ein feinmaschiges Netz gespannt, sodass nicht der ganze Staub in dem Papierfilter landet.

Verpackung und Materialien wirken wertig. Wenn sie auch nicht dem Standard von Top-Geräten entsprechen, kann man damit gut leben. Tesvor verbaut im S6  sogar einen bürstenlosen Motor, der im Prinzip ewig halten kann.

Zusätzlich besitzt der S6 Turbo eine Wischfunktion. Dafür wird der Staubbehälter gegen ein Wischmodul ausgetauscht. Darin befindet sich ein kleiner Staubtank für das Saugen und ein 350 ml Wassertank fürs Wischen. Und das sieht so aus: Hinter dem Sauger geht die Maschine mit dem Vlies über den Boden, es wird vom Wasser befeuchtet. Reinigungsmittel sollten direkt auf das Vlies gesprüht werden. So wird der Reststaub auf Hartboden aufgenommen. Das Vlies vibriert nicht, es gibt also keinen Schrubbeffekt. Eingetrocknete Flecken wird man so nicht lösen können. Die Wischfunktion ist ein nettes Extra, ersetzt aber keinen Mob. Einen echten Nutzen wird dieser Adapter in heißen und staubigen Gegenden haben. Aber wenn man das Gerät am Abend nach dem Essen noch mal durch die Küche wischen lässt, gibt sie doch zumindest gefühlte Extra-Sauberkeit.

Fazit

Die Ladestation ist Mittelmaß. Wirklich punkten kann der S6 Turbo in seiner Preisklasse mit der Lidar-Navigation und seiner umsichtigen und vorsichtigen Vorgehensweise – er ramponiert einen also nicht die Fußleisten. Wenn es billiger wird, wird meist chaotischer und rabiater gesaugt. Lässt man ihn auf dem leisen Automatik-Modus arbeiten, bemerkt man den Sauger kaum. Dazu gibt es als Goodie noch die Wischfunktion. Die vergleichsweise lange Ladezeit und die mittelprächtige Akkukapazität dürften in den meisten Wohnungen gar nicht ins Gewicht fallen. Aber es sollte auch klar sein, dass es irgendwo dann doch Unterschiede zu Geräten der 800-Euro-Klasse gibt. Für etwa 400 Euro macht man hier aber sicher nichts verkehrt. Eine Überlegung wert ist der S6 ohne Turbo, der ist mit etwa 300 Euro derzeit noch günstiger. Wir  erwarten, dass der S6 Turbo im Preis nachgibt. Derzeit ist er eben gerade auf dem Markt. Wenn man etwas warten kann, wird es auch für ihn Sonderaktionen geben. 

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