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Unterwasser-Digitalkameras: Die halten dicht

Digitale Kameras lassen sich einfacher vor Nässe und Dreck schützen als ihre analogen Vorgänger. Wasserdichte Gehäuse sind so günstig geworden, dass sie auch für Hobbyfotografen sinnvoll sind.

Von Ulf Schönert

Fotoapparate, das galt schon zu analogen Zeiten, sind von Natur aus wasserscheu. Wasser lässt ihr kompliziertes Innenleben rosten, ihre Linsen beschlagen und deren Beschichtung verrotten. Mit den Digitalkameras kommt nun auch noch vom Kurzschluss bedrohte Elektronik dazu. Nirgendwo leben Kameras so gefährlich wie im Urlaub: An Pool oder Strand, auf dem verregneten Campingplatz oder der nebligen Gebirgswanderung, in der klammen Handtasche oder zum Beispiel in den Tropen einfach an der Luft - überall droht Feuchtigkeit. Dabei lassen sich digitale Kompaktkameras leichter schützen denn je. Und das nicht nur vor Wasser, denn "wasserdicht" bedeutet auch, dass das Gerät unerreichbar für Dreck, Sand, Sonnenmilch und andere Kameraschädlinge ist.

Am besten für den Schnorchel- oder Regenurlaub geeignet sind Kameras, die gleich vom Hersteller wasserdicht konstruiert werden. So etwas gab es früher nur als kaum bezahlbares Sondermodell - doch bei Digitalkameras ist das anders geworden, auch weil es keine Öffnung für das Einlegen von Filmen abzudichten gilt. Zwar ist die Auswahl nicht groß: Zurzeit bieten nur zwei namhafte Hersteller Kameras für Hobbyfotografen an, die von Haus aus geschützt sind. Aber sowohl die Pentax als auch die Olympus kann man uneingeschränkt empfehlen: Zugunsten der Wasserfestigkeit müssen Digitalfotografen auf nichts verzichten.

Im Gegenteil: 7,1 Megapixel Auflösung, optischer Dreifach-Zoom, elektronischer Bildstabilisator, Lichtempfindlichkeit bis ISO 3200 - das ist die üppige Ausstattung der Pentax Optio W30. Bis zu zwei Stunden lang und bis zu drei Meter tief kann man mit der handlichen Kleinkamera unter Wasser bleiben - selbst ein Korallenriff lässt sich so beim Schnorchelausflug für die Ewigkeit festhalten. Auch auf dem Trockenen macht die kompakte Graue einen guten Eindruck. Und mit etwa 250 Euro kostet sie noch nicht einmal mehr als vergleichbare wasserdurchlässige Modelle. 100 Euro teurer als die Pentax ist das Konkurrenzmodell von Olympus, die ebenfalls hosentaschengroße Mju 770 SW. Ihre technischen Daten sind mit denen der Pentax vergleichbar, nur ist die Olympus wesentlich schicker und auch noch besser geschützt: Das sehr robuste Gehäuse erlaubt eine Tauchtiefe von bis zu zehn Metern.

Wer aber nicht extra einen neuen Fotoapparat kaufen will, kann sein vorhandenes Gerät auch mit einer Art Taucheranzug einkleiden. Viele Kamerahersteller verkaufen Schutzgehäuse, die speziell auf ihre populärsten Modelle zugeschnitten sind. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass alle Knöpfe und Räder an der Kamera auch unter den Wellen bedienbar sind. Die Preise solcher Gehäuse sind allerdings relativ hoch, wenn auch längst nicht mehr so hoch wie früher bei analogen Kameras. Zudem sind sie kleiner und ansehnlicher geworden, wie etwa das Sony SPKTHC (passt zur T-Serie, etwa 100 Euro). Auch Casio, Canon und Fuji haben kompakte Gehäuse im Programm.

Besitzern aktueller Kameras, zum Beispiel von Kodak oder Samsung, bleibt dagegen nur der Griff zum Universal-Wasserschutz, wie es ihn etwa bei Aquapac oder Hama gibt. Der sieht aus wie ein Plastikbeutel mit eingebautem Schauglas, erfüllt aber seinen Zweck und ist mit Preisen ab 30 Euro deutlich billiger als die maßgeschneiderten Gehäuse. In den Beuteln ist zudem meist so viel Luft mit drin, dass die teure Kamera nicht untergehen kann, wenn sie von Steg oder Boot ins Wasser fällt. Nachteil der Plastiktaschen: Sie machen die Kamera vergleichsweise unhandlich, viele Knöpfe sind durch das dicke Plastik nicht gut erreichbar, die optische Qualität leidet mehr als bei einem angepassten Gehäuse. Dicht sind allerdings auch diese Hüllen - und das ist schließlich das Entscheidende.

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