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Übernahme-Spekulation Was macht Apple mit 51 Milliarden Dollar?


Mit iPhone, Macbook und Co. scheffelt Apple Milliarden Dollar. Angeblich will Steve Jobs das Geld nutzen, um sein Unternehmen durch spektakuläre Zukäufe zu erweitern. Auf der Einkaufsliste stehen angeblich Electronic Arts, Sony, Disney und Facebook. Wie realistisch sind diese Gerüchte?
Von Tim Pototzki

Apple zählt derzeit zu den solventesten Elektronikkonzernen weltweit. Der Erfolg von iPod, iPhone und iPad hat die Cash-Reserven auf 51 Milliarden US-Dollar anwachsen lassen. Dass dieses Kapital zumindest in Teilen investiert werden muss, ist Konsens unter den internationalen Marktanalysten. Apple-Chef Steve Jobs beflügelte die Fantasie der Analysten mit der Aussage, dass man jederzeit bereit sei zuzuschlagen, wenn sich eine strategische Möglichkeit böte.

Als denkbare Übernahmeziele werden zahlreiche Unternehmen aus der Games- und Medienwelt genannt. Dabei gehen die Marktbeobachter davon aus, dass Apple nicht kleckern, sondern klotzen will. Das zuletzt gestiegene Interesse Apples am Gamesmarkt lässt eine Übernahme von Electronic Arts (EA) sinnvoll erscheinen. Aber auch Sony, Adobe und sogar Disney sind in der Verlosung. Leisten könnte sich Apple wohl alle genannten Kandidaten. Quasi aus der Portokasse wäre EA zu bezahlen. Schwache Zahlen und die anhaltende Krise im US-Gamesmarkt haben den Aktienkurs auf Tauchfahrt geschickt. Die Investmentbank Kaufman Brothers hält ein Angebot Apples daher auch für möglich. Rund 5,16 Milliarden Dollar müsste Apple derzeit investieren, um die Kontrolle beim ehemaligen Games-Marktführer zu übernehmen. Fraglich bleibt, welches Interesse Apple eigentlich am Core-Geschäft EAs haben soll. Anders als bei EA ist das Spielegeschäft Apples klar auf den Casual-Markt ausgerichtet. Auch tritt Apple bislang nicht selbst als Spieleanbieter auf.

Was die Kandidaten so attraktiv macht

Wesentlich tiefer müsste Apple für Sony in die Tasche greifen. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit rund 24 Milliarden Euro wäre aber auch der japanische Elektronikriese ein Happen, den Apple problemlos schlucken könnte. Ein Vorstoß kann aber als sehr unwahrscheinlich angesehen werden. Sony verfügt zwar über umfangreiches Know-How und zahllose Rechte in den wichtigen Mediensegmenten Film, Musik und Games, am nicht immer leichten Unterhaltungselektronikgeschäft dürfte Apple aber wohl kein Interesse haben.

Die höchste Marktkapitalisierung weist derzeit Disney auf. 67 Milliarden Dollar ist die Walt Disney Corporation an der Nasdaq in New York wert. Ohne weiteres wäre eine Komplettübernahme also nicht möglich. Doch ist Apple-Chef Steve Jobs seit der Fusion von Disney mit Pixar größter Einzelaktionär des Mediengiganten. Womöglich wäre hier der Hebel, der eine Übernahme ermöglichen würde. Allein das Volumen des Deals macht eine Attacke aber sehr unwahrscheinlich.

Immer wieder genannt wird der Name Facebook. Als einziges, potentielles Übernahmeziel ist das Social Network nicht börsennotiert. Der Wert Facebooks wird auf zehn bis 15 Milliarden Dollar geschätzt. Dass Apple hier einen Angriff wagen könnte, gilt auch unter seriösen Marktbeobachtern als wahrscheinlichste Alternative. Den Preis könnte Apple ohne Schwierigkeiten aufbringen und ein Ende des Social-Media-Booms scheint nicht in Sicht.

Womöglich ist Facebook nie preiswerter zu bekommen als im Moment. Außerdem würde Apple damit den Konkurrenten Microsoft und Google ein Schnippchen schlagen. Kürzlich trafen sich Jobs und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zum informellen Abendessen. Ein Fakt, der die Temperatur in der Gerüchteküche nur noch weiter anheizte.

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