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Die besten Kanäle im Netz: Wie Youtube Politik serviert

Wer braucht schon Claus Kleber? Die "Digital Natives" ziehen sich ihre tägliche Dosis Politik auf Youtube rein. Doch es gibt nicht nur LeFloid - hier ein Überblick über die besten Kanäle.

Von Matthias Jauch und Beke Detlefsen

Youtube und die Politik: LeFloid, ein Star der Platform, durfte vergangenen Freitag die Bundeskanzlerin interviewen.

2,6 Millionen Abonnenten, fast 350 Millionen Seitenaufrufe - das sind keine Nutzerzahlen einer großen Nachrichtenseite, sondern die des Youtube-Kanals von "LeFloid". Der 27-Jährige, der mit richtigem Namen Florian Mundt heißt, kommentiert zweimal wöchentlich in kurzen Videos aktuelle Nachrichtengeschichten. Am Freitag durfte er die Bundeskanzlerin interviewen. Das Gespräch wurde vielfach kritisch kommentiert: Es entstand kein wirklicher Dialog, kaum ein Nachhaken von LeFloid. Für Jüngere ist er dennoch ein Star, bewundert wie Claus Kleber in der Generation 50 plus. Dennoch ist LeFloid bei Weitem nicht der einzige politische Youtuber. Die wichtigsten Kanäle im Überblick:

Jung und naiv

Ein Beispiel: der Youtube-Kanal des Journalisten Tilo Jung. In der Rubrik "Jung und Naiv" interviewt der 29-Jährige politische Größen, darunter Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Linken-Fraktionschef Gregor Gysi und der Grünen-Abgeordneter Konstantin von Notz. Drückt sich Notz umständlich aus, benutzt Worte wie "Aufklärungsgegenstand", unterbricht ihn Jung: "Du sollst mir doch keine Fremdwörter benutzen!" Dreistigkeit und vorgetäuschte Naivität sind der Markenkern von Thilo Jung. Mit bislang 3,6 Millionen Seitenaufrufen und 32.000 Abonnenten ist seine Seite zwar kein Youtube-Gigant. Aber das Format ist preisgekrönt: Jung gewann 2014 den "Grimme Online Award" in der Kategorie "Information".

Informationswert: 3 von 5

Unterhaltungswert: 4 von 5

Highlight: Jungs rotzig-freche Art nachzufragen. Er unterbricht, provoziert und duzt konsequent jeden Interviewpartner.


MrWissen2go

 "MrWissen2go" hat mehr Reichweite als Tilo Jung, veröffentlicht aber nicht nur zu politischen Themen. Hinter dem Kanal steckt der Journalist Mirko Drotschmann, der seit Oktober 2014 als Reporter für die ZDF-Kindersendung "Logo" arbeitet. Sein Youtube-Kanal ist eine sprachlich lockere Allround-Nachhilfe. Über 200.000 Abonnenten erhalten die Videos - von der "Wahrheit über Coca Cola" bis zu "Der Ukraine-Konflikt erklärt." Das relativ neue Video "Was ist los in Griechenland?", das Drotschmann in der Athener Innenstadt zeigt, klickten in der vergangen Woche über 40.000 Menschen an. Die meisten Videos sind zwischen drei und zehn Minuten lang, kleine Einspielungen von Zahlen oder Fotos machen die Themen zusätzlich verständlich.

Informationswert: 3 von 5

Unterhaltungswert: 3 von 5

Highlight: Die Einspielungen. Herrlich unprofessionell. Und ab und zu müssen dann schon einmal einfache Papierzettel als Präsentationsfläche herhalten.

 

Was geht ab?!

Fast 300.000 User haben den Kanal "Was geht ab?!" abonniert, der von verschiedenen Youtubern moderiert wird. Dahinter steckt das Online-Video-Netzwerk Mediakraft. Die Rubrik "Flash News" liefert tagesaktuell: Amoklauf in Bayern, Bürgerkrieg im Jemen, neuer Generalsstabchef im US-Militär. Die Clips sind bis zu fünf Minuten lang, solide wie "Tagesschau" oder  "heute", nur lässiger vorgetragen, nicht so steif in der Sprache und durch den Videoschnitt deutlich schneller. Ihre Zielgruppe sehen sie bei den 13- bis 21-Jährigen.

Informationswert: 4 von 5

Unterhaltungswert: 4 von 5

Highlight: Das Format "Flash". Fast jeden Tag liefert Moderator Arne Fleckenstein einen Überblick vom aktuellen Nachrichtengeschehen. Länger als fünf Minuten dauert das selten.

 

Stör/Element

Die Protagonisten von "Was geht ab?!" sind teilweise auch bei "Stör/Element" aktiv. Das Projekt wurde anfangs über Crowdfunding finanziert, die Beiträge sollen aus der Netzgemeinde kommen, etwa von Journalistenschülern oder Politikstudenten. Hier werden, so die Macher der Seite, "komplexe politische Zusammenhänge plastisch, kompetent, aber auch provokativ aufbereitet". Die meisten Videos, mit Titeln wie: "Flüchtlingskatastrophe - Interessiert keinen!" oder "Lobbyismus - Eine Gefahr für die Demokratie?", sind zwischen 15 und 30 Minuten lang. Es gibt auch Interviews mit Politikern oder Aktivisten. Die Abonnentenzahl ist mit 3600 noch ausbaufähig.

Informationswert: 3 von 5

Unterhaltungswert: 3 von 5

Highlight: Nicht nur ein Moderator, sondern viele verschiedene Gesichter. Die Stör/Element-Community gibt Nachwuchs-Journalisten die Chance zum Mitmachen.


poliWHAT?!

Ein eher kleinerer Kanal ist "poliWHAT?!". Zehn Videos haben die Macher bisher produziert. Immerhin 41.000 Aufrufe und über 2000 Abonnenten zählt der Kanal, der im Rahmen des Projektes "Mitwirkung mit Wirkung" von edeos-digital education, einer Agentur für digitale Informationsvermittlung, und der Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände Brandenburgs, dem Landesjugendring Brandenburg, entstand. Die Videos sind vier bis acht Minuten lang, es geht um Themen wie "Wirtschaft und Lobbyismus" oder "Wählen ab 16". Der junge Moderator wird unterstützt durch Animationen, die Zusammenhänge bildlich erklären. Rebellisch wie "LeFloid" oder lässig wie "Was geht ab?!" wirkt das Ganze nicht. Vielleicht ein wenig zu viel Schulfilm-Atmosphäre für die Youtube-Netzgemeinde.

Informationswert: 4 von 5

Unterhaltungswert: 2 von 5

Highlight: Der Moderator mit dem Babyface. Stellt die richtigen Fragen und ist einfach niedlich anzusehen.

 

SOundSO gesehen

Über 6000 Abonnenten folgen Benjamin Bode und seinem Kanal "SOundSO gesehen". Der Student erklärt und kommentiert in fünfminütigen Videos politische Themen wie die Homo-Ehe oder die Frauenquote. Seine Bühne ist ein selbst gebautes Studio in Köln. Neben den Erklärvideos produziert Bode auch längere Reportagen oder Interviews. So war er zum Beispiel bei einer Kögida-Demonstration und hat mit den Teilnehmern gesprochen. Seine Videos erscheinen regelmäßig jeden ersten und dritten Montag im Monat um 15 Uhr. Der Youtuber verzichtet auf schnelle Schnitte, Animationen oder Spezialeffekte. Stattdessen stehen ernsthafte Argumente und Inhalte im Vordergrund.

Informationswert: 3 von 5

Unterhaltungswert: 2 von 5

Highlight: Auch hier der Moderator. Der smarte Ben als Dozent in einer Vorlesung? Vorbei wäre es mit der Langeweile.

 

hyperbole

Die Macher des Kanals "hyperbole" wollen übertreiben, provozieren, mit Tabus spielen. Und dadurch Youtube-Nutzer dazu bringen, sich nicht nur mit Katzenvideos zu beschäftigen. "Hyperbole" ist ein Teil des Forschungsprojekts "Grundversorgung 2.0 - Internet-TV für die neue Mediengeneration" der Leuphana Universität Lüneburg. Eine Lifestyle-Agentur ist Kooperationspartner – die Professionalität ist den Videos anzusehen. Der Kanal hat verschiedene Formate: "Frag ein Klischee" zum Beispiel lässt Zoophile zu Wort kommen. Oder befragt eine Israelin zum Thema Nachbarschaft. Bei "Disslike" lesen Prominente Hass-Kommentare aus Social Media Plattformen vor – Kommentare, die sich gegen sie selbst richten. "Hyperbole" spielt mit gängigen Vorurteilen und hält der Netzgemeinde einen bissigen Spiegel vor. Die Youtuber scheinen es zu mögen: Über 16 Millionen Seitenaufrufe und 56.000 Abonnenten verzeichnet der Kanal inzwischen.

Informationswert: 2 von 5

Unterhaltungswert: 5 von 5

Highlight: "Frag ein Klischee". Weil wir endlich erfahren warum ein Hund antörnend sein kann.


Viele interessante Kanäle - aber keiner erzielt die  Reichweiten von "LeFloid". Vermutlich deswegen bekam er das Interview mit der Kanzlerin und niemand sonst. 

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.