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Atommüllendlager: Wohin mit dem radioaktiven Abfall?

Atomkraftwerke produzieren Abfälle. Und dieser radioaktive Müll muss irgendwie entsorgt werden. Doch wie wird man die auf Jahrzehnte verstrahlten Substanzen los? Und wer ist dafür in Deutschland zuständig?

Rund 100.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle warten gegenwärtig in Deutschland darauf, in einem Atommüllendlager in tiefen geologischen Formationen auf Dauer von der Biosphäre getrennt zu werden. Bis zum Jahr 2030 wird das Gesamtvolumen dieser Abfälle auf gut 280.000 Kubikmeter anwachsen. 260.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiven und 24.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfall prognostiziert das Bundesamt für Strahlenschutz bis dahin, falls es beim derzeit gesetzlich vorgeschriebenen Atomausstieg bleibt.

Wolfenbüttel

Laut Atomgesetz hat der Bund die "Anlagen zur Sicherstellung und Endlagerung radioaktiver Abfälle einzurichten". Er kann diese Aufgabe "ganz oder teilweise auf (entsprechend zuverlässige) Dritte übertragen". Derzeit ist in Deutschland aber kein einziges Endlager in Betrieb. Bis 1978 wurden zunächst in dem ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel 125.000 Fass schwach- und 1300 Fass mittelaktive Abfälle deponiert. In das einstige Versuchsendlager sickern seit fünf Jahren täglich gut zehn Kubikmeter Flüssigkeit ein, seine Hohlräume sollen bis 2013 mit Abraumsalz gefüllt werden.

Morsleben

Weitere 37.000 Kubikmeter Atommüll und zudem 6600 Strahlenquellen lagern im ehemaligen Kalischacht Morsleben, der östlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt liegt. Die Bundesrepublik hatte das 1971 von der DDR eingerichtete Endlager nach der deutschen Vereinigung bis 1998 weiter betrieben. Seit 2002 wird im Zuge einer "Maßnahme der Gefahrenabwehr" der langfristig einsturzbedrohte Zentralteil der Schachtanlage mit Versatzmaterial gefüllt.

Salzgitter

Als Endlager genehmigt ist seit 2002 die ehemalige Eisenerzgrube Schacht Konrad. Das in Salzgitter gelegene Bergwerk kann bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle aufnehmen. Die Klagen von Kommunen und Anwohnern gegen die Genehmigung hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg erst kürzlich, am 8. März, abgewiesen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ist zwar gegen das in seinem Wahlkreis gelegene Endlager, will es aber dennoch in Betrieb nehmen, falls auch die weiteren juristischen Schritte der Konrad-Gegner erfolglos bleiben. Bei einer Inbetriebnahme von Schacht Konrad ist aber noch ein zweites Endlager für hochradioaktiven Müll erforderlich.

Gorleben

Lediglich auf seine Eignung zum Endlager erkundet wurde bis zum Jahr 2000 der Salzstock Gorleben. In dem Bergwerk, das im Zuge der Erkundung bereits errichtet wurde, ruhen seither auf Grund eines Moratoriums der rot-grünen Bundesregierung alle Arbeiten. Aller Atommüll, der nach Gorleben transportiert wird, kommt in eine oberirdische Zwischenlagerhalle. Ein Genehmigungsverfahren für ein Endlager Gorleben wurde bislang nicht eingeleitet. Die rot-grüne Bundesregierung wollte ein Endlager für alle Arten radioaktiver Abfälle einrichten. Dafür wollte sie einen Vergleich mehrerer möglicher Standorte durchführen, in den auch Gorleben einbezogen werden sollte. Umweltminister Gabriel arbeitet noch an einem Endlagerkonzept, das er im Sommer vorlegen will.

AP / AP

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