HOME

berlin: Quo vadis, universitas?

Diskurs über deutsche Bildungsreform

Diskurs über deutsche Bildungsreform

Das Dahlemer Bildungsforum der Freien Universität Berlin soll den Diskurs über die Hochschulpolitik anregen. Auf der vom Tagesspiegel-Redakteur Uwe Schlicht moderierten Veranstaltung am 05. Februar sprach der Wissenschaftssenator Dr. Christoph Stölzl.

An der Freien Universität Berlin wurde das »Dahlemer Bildungsforum« ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen sich Experten und interessierte Öffentlichkeit zu einem Diskurs über mögliche Ziele und Verfahren einer Bildungsreform in Deutschland zusammenfinden. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe sprach am 4. Dezember des letzen Jahres, dem Ernst-Reuter-Tag, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen.

Mit einer akademischen Viertelstunde Verspätung eröffnete am 5. Februar Prof. Dr. Peter Gaehtgens, Präsident der Freien Universität Berlin, die zweite Veranstaltung der Reihe. Als Redner geladen war der Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Christoph Stölzl. Die an die Redebeiträge anschließende Diskussion leitete der Tagesspiegel-Redakteur Uwe Schlicht. Etwa dreihundert Zuhörer bevölkerten den Hörsaal A des Henry-Ford-Baus der FU, gelegen im Berliner Stadtteil Dahlem. Unter dem Publikum befanden sich viele Professoren, vertreten waren so etwa auch der Präsident der Fachhochschule für Wirtschaft oder die Vizepräsidentin der FU.

Erstaunlich wenig Studenten waren Teil der »interessierten Öffentlichkeit«. In den Tagen vor der Veranstaltung gab es rund um den Campus nur wenige Plakate, die die Diskussion angekündigt hatten. Die Atmosphäre war ruhig. Keine pfeifenden oder Transparente hochhaltenden Studenten, wie das etwa beim »Spiegel Forum« vom 23. Januar, auf dem um die Zukunft des Instituts für politische Wissenschaften diskutiert wurde, der Fall war. Mit einiger Verspätung konnte man ein vereinzeltes Transparent »Intelligenz ausrotten! POLPOTisten für Stölzl« erblicken.

Der Kultursenator sprach etwa eine Stunde zum Thema »Hochschulpolitik in Berlin - Zweck, Ziele und Zwänge«. Hier gemahnte er unter anderem, dass Politik und Hochschulen den Weg gemeinsam gehen müssten. Auf den Vorwurf der Hochschulen, dass aus für die Wissenschaft bestimmten Mitteln der Bereich der Kultur finanziert worden sei, ging der Senator mit den Worten ein, dass es sich hier um eine »Milchmädchenrechnung« handele und ein Aufrechnen wenig Sinn mache. Vielmehr seien die Bereiche Wissenschaft und Kultur eng miteinander verwoben. Insgesamt blieb der Beitrag inkonkret. So sollen die Hochschulen sicherlich effizient ausbilden, damit solle aber dem Humboldtschen Bildungsideal keine Absage erteilt werden. Das Potential müsse trotz der Zwänge freigesetzt werden. »Die Wissenschaft ist Dialog. Sie braucht nicht, sie lebt nicht vom, sie ist Dialog.«(sr)

Wissenscommunity