HOME

Märchenhochzeit: Amerikanerin traf ihren Traummann im Nachtclub – er entpuppte sich als echter Prinz

Wie ein typisches Hollywood-Drehbuch klingt die Geschichte von Ariana Austin und Joel Makonnen, vom blöden Anbaggerspruch in einem Club bis hin zur Märchenhochzeit. Manchmal ist das Leben eben überraschend filmreif.

Fröhlich lachend schreitet das Brautpaar vor seinen Gästen durch einen Park

Hochzeitsfotograf Dotun Ayodeji veröffentlichte seine Aufnahme von der Hochzeitsfeier im Oktober 2017 bei Instagram. Drei Monate später ist die Geschichte des Paares in aller Munde.

"Der Prinz von Zamunda" ist das Erste, woran man bei dieser Geschichte denken muss. Doch im Gegensatz zu Eddie Murphys fiktiver Lovestory, ist diese Begebenheit tatsächlich passiert. Joel Makonnen und Ariana Austin begegneten sich allerdings nicht in einem Fast-Food-Restaurant, sondern in einem Nachtclub in Washington D.C. Auch nicht unbedingt ein Ort, an dem Märchen normalerweise beginnen.

Ariana Austin, 33, war mit einer Freundin im Pearl aus. "Vor einer knappen Dekade trafen sich ein Junge und ein Mädchen auf der Tanzfläche", heißt es auf der Hochzeits-Website des Paares später. "Alter Adel traf den Charme der Neuen Welt." Makonnen, beziehungsweise Prinz Yoel, heute 35 Jahre alt, ist der Urgroßenkel von Haile Selassie, dem letzten Kaiser Äthiopiens. Austin hat afroamerikanische und guyanische Vorfahren. 

Die erste Begegnung

Als die beiden sich das erste Mal trafen, hat Makonnen seine royale Herkunft verschwiegen – und Austin war mit ihren damals 21 Jahren alles andere als auf der Suche nach einem Ehemann. Vielmehr genoss sie, gerade volljährig geworden zu sein, und beschreibt die Erinnerung an diese Zeit laut "New York Times" als einen "Sommer, der nie zu Ende zu gehen schien".

Der Anmachspruch, mit dem sich Makonnen bei Austin und ihrer Freundin Jami Ramberan vorstellte, ist in der Familie der Braut noch immer berüchtigt: "Ihr seht aus wie aus der Werbung für Bombay Sapphire." Auch Ramberan, die bei der Hochzeit Brautjungfer war, erinnert sich an den befremdlichen Moment: "Man erwartet nicht, den Menschen, den du mal heiratest, im Pearl kennenzulernen." Makonnen konzentrierte sich sofort auf seine zukünftige Braut und gestand der "Times": "Keine fünf Minuten später sagte ich: 'Du wirst meine Freundin'." Er sollte Recht behalten.

Makonnen beeindruckte mit Weltgewandtheit

Austin weiß noch, dass ihr der 23-Jährige imponierte: "Er sprach über schwerwiegende Dinge für einen so jungen Mann, zum Beispiel über die Revolution." Makonnen ist in Rom zur Welt gekommen, seine Eltern lebten dort im Exil, und in der Schweiz aufgewachsen. 1974 war in Äthiopien der Bürgerkrieg ausgebrochen, nachdem Haile Selassie nach einem kommunistischen Militärputsch entthront worden war. Makonnen hat in Frankreich eine Wirtschaftshochschule besucht und sein Studium in den USA fortgesetzt. "Von den Straßen in Adams Morgan [ein Viertel in Washington D.C., Anm. d. Red.] über die Boulevards in Paris, von Howard bis Havard [berühmte amerikanische Universitäten, Anm. d. Red.], Urlauben in Nizza und Addis, haben wir über Geschichte, Kultur und Recht gesprochen", heißt es sogar auf der Hochzeitseinladung, die in einem wunderschönen Satz mündet. "Wir haben immer geglaubt, dass unsere Liebe vorherbestimmt war und sind hocherfreut, nun das nächste Kapitel aufzuschlagen."

Mit Austin hat der Prinz eine ebenbürtige Partnerin gefunden, nicht nur intellektuell. Ihr Großvater mütterlicherseits war Oberbürgermeister in der Hauptstadt von Guyana. Sie selbst hat englische Literatur an der Fisk University studiert und Pädagogik und kreatives Schreiben in Havard. Erst fast zwölf Jahre nach ihrer ersten Begegnung, lebten beide wieder in der Gegend um Washington. Es war endlich der richtige Zeitpunkt für einen Antrag. "Ich glaube, ich habe gesagt 'Lass uns diese Reise gemeinsam unternehmen'", so Makonnen zur "Times". "Auf meinen Heiratsantrag kam dann von ihr sowas wie 'Wird langsam Zeit'."

Mit festlichen Umhängen und Kronen auf dem Kopf steht das Paar zur Trauung vor den Priestern

Als sie sich vor zwölf Jahren in der Disco kennenlernten, ahnte Ariana Austin nicht, dass Joel Makonnen ein äthiopischer Prinz ist. Nun hat das Paar geheiratet.


Eine bombastische Hochzeitsfeier

Die Hochzeit fand im September 2017 statt und startete mit einer Zeremonie in einer äthiopisch-orthodoxen Kirche in Maryland. An dem Weihrauch-geschwängerten Ort, den die Gäste auf Strümpfen betraten, vollzogen 13 Priester und Geistliche die Trauung. Austin hatte ein paar Tage vorher zu dem Glauben konvertiert. Anschließend wurde der Bundesstaat gewechselt, der förmliche Empfang mit 307 Gästen fand in Virginia statt – in goldener Umgebung wurden Platten mit äthiopischem Essen gereicht und jedem Anwesenden ein Stück guyanischer, schwarzer Kuchen als Gastgeschenk.

Trotz all des Umherziehens gab es für das Paar nie einen Zweifel daran, dass es seine Zukunft zusammen verbringt. 

Profischwimmerin oder TV-Moderatorin: Das haben Prinzessinnen gemacht, bevor sie Adelige wurden


Wissenscommunity