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Beziehungen Studie: Es gibt acht verschiedene Gründe für Untreue – bei den wenigsten geht es um Sex

US-Forscher fanden heraus, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen fremdgehen
US-Forscher fanden heraus, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen fremdgehen
© Christin Klose/ / Picture Alliance
US-Forscher haben versucht herauszufinden, was Menschen dazu bewegt fremdzugehen. Dabei haben sich acht verschiedene Gründe für Untreue herauskristallisiert. Und diese haben selten etwas mit Sex zu tun.

In einer Umfrage der Online-Datingplattform "Parship" gaben 25 Prozent der in Deutschland vergebenen Männer und 13 Prozent der Frauen an, schon einmal fremdgegangen zu sein. Insgesamt 59 Prozent der Befragten hätten nicht ausschließen können, in Zukunft nicht auch einmal schwach zu werden. Doch warum gehen Menschen überhaupt fremd?

Drei US-Forscher von den University of Maryland, der Indiana University und der Stony Brook University haben sich zusammengetan, um in einer Online-Umfrage herauszufinden, was Menschen dazu bewegt, untreu zu sein. Dabei kristallisierten sich acht verschiedene Gründe für das Fremdgehen heraus. Das schreibt der Paartherapeut Dr. Gary W. Lewandowski in seinem Fachartikel auf "Psychology Today". 

Acht Gründe, warum Menschen fremdgehen

In der Studie befragten die Forscher 495 Menschen, die zuvor angegeben hatten, bereits untreu gewesen zu sein. In 77 Fragen ging es nur darum, die Beweggründe herauszufinden – und die wenigsten hatten etwas mit Sex zu tun. Viel mehr gingen die Befragten aufgrund von Wut, mangelnder Liebe, geringem Interesse, zur Steigerung des Selbstwerts, aufgrund einer Gelegenheit, die sich bot, oder Vernachlässigung fremd.

1. Wut

Hier ging es häufig um Rache. Die befragten gaben an, zuvor selbst betrogen worden zu sein oder sich in einem Streit geärgert zu haben. Diesen Ärger hätten sie dem Partner heimzahlen wollen.

2. Steigerung des Selbstwerts

Viele der Befragten wollten mit ihrer Affäre ihr Selbstwertgefühl steigern oder wieder ein Gefühl der Selbstbestimmtheit erlangen.

3. Mangelnde Liebe

Dieser Grund geht mit Unsicherheit einher. Befragte, die diesen Grund angaben, waren sich entweder nicht sicher, ob sie ihren Partner liebten oder ob er überhaupt der richtige für sie sei.

4. Geringe Loyalität

Die Befragten wollten sich generell nicht festlegen  oder gaben an, dass sie "theoretisch" ja gar nicht in einer Beziehung gewesen seien.

5. Wunsch nach Abwechselung

Hier gaben die Befragten an, so viele verschiedene Sexualpartner wie nur möglich zu sammeln.

6. Vernachlässigung

Diesen Grund gaben diejenigen an, die sich von ihrem Partner nicht gesehen oder begehrt fühlten. Teilweise gaben sie sogar an, dass ihr Partner auf emotionaler Ebene nicht greifbar gewesen sei.

7. Sexuelles Verlangen

Anders als beim Wunsch nach Abwechslung geht es bei diesem Grund nicht um die Anzahl der Sexualpartner, sondern generell darum, dass Partner der befragten sich sexuell verweigerten oder nicht dieselben Bedürfnisse oder Vorlieben teilten.

8. Gelegenheit

Gelegenheit macht Diebe – und in diesem Fall Fremdgeher. Hier haben die befragten an, entweder betrunken oder unter Drogen gestanden zu haben, oder aufgrund verschiedener Stressfaktoren nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein. 

Einfluss auf Affäre und Beziehung

Die Motivationen für das Fremdgehen beeinflussten laut Dr. Lewandowski die Länge der Affären: Betrögen Menschen aufgrund von Wut, mangelnder Liebe oder Abwechslung, gingen ihre Affären länger, während diejenigen, die einer Situation zum Opfer fielen, kürzere Affären hatten. Frauen führten im Durchschnitt längere Affären als Männer. Sie gingen ebenfalls länger und seien emotional befriedigender gewesen, wenn die Teilnehmer sich ihrem Seitensprung näher fühlten. Fast 50 Prozent beichteten ihre Untreue, die meisten davon Frauen.

Aus einer von zehn Affären wurde eine vollwertige, feste Beziehung (11,1 Prozent). 31,1 Prozent sahen die Person nur gelegentlich, ein weiteres Drittel (29,9 Prozent) blieb mit der Affäre befreundet und die restlichen 25,5 Prozent brachen den Kontakt komplett ab. Diejenigen, die aus Gelegenheit oder wegen mangelnder Abwechslung fremdgingen, seien weniger wahrscheinlich an einer ernsthaften Beziehung interessiert gewesen.

Überraschenderweise endete nur eine von fünf Beziehungen aufgrund des Seitensprungs. Während 28,3 Prozent nichts von der Affäre wussten, verziehen 21,8 Prozent den Seitensprung. Die Affäre war eher ein Beziehungskiller, wenn das Fremdgehen auf Wut, mangelnde Liebe, geringe Loyalität oder Vernachlässigung zurückzuführen war.

Quellen: "Psychology Today", "Welt" 


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