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Gleichberechtigung Südafrika: Frauen dürfen womöglich bald mehrere Männer heiraten

Frauen in Südafrika könnte bald die Mehrehe erlaubt werden (Symbolbild)
Frauen in Südafrika könnte bald die Mehrehe erlaubt werden (Symbolbild)
© Getty Images
In Südafrika wird ein Gesetzesentwurf diskutiert, der Frauen legal die Ehe mit mehreren Männern erlauben soll. Das wird als ein Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung betrachtet.

Es klingt erst einmal ungewöhnlich: In Südafrika wird derzeit darüber diskutiert, ob es Frauen bald legal möglich sein sollte, mehrere Männer zu heiraten. Dabei wäre das eigentlich nur gerecht – denn Männern dürfen dort traditionell mit mehreren Frauen verheiratet sein. Umgekehrt war das bisher verboten. Das kritisierten nun Politiker:innen und Aktivist:innen – mit Erfolg. Die Chancen für eine Gesetzesänderung stehen gut.

Das südafrikanische Innenministerium veröffentlichte kürzlich ein Papier, in dem die aktuelle Gesetzeslage als diskriminierend und Ungleichheit fördernd beschrieben wurde. Die Mehrehe für Männer ist im Land erlaubt, da sie in Teilen der Bevölkerung schon seit Jahrhunderten praktiziert wird, laut Kritikern baue dies aber auf zutiefst patriarchalen Strukturen auf, weshalb nun dringend Frauen das gleiche Recht eingeräumt werden müsse.

Männern ist die Mehrehe schon lange erlaubt

Die Vereinigung PolyamorySA, die sich in Südafrika für die Anerkennung polyamorer Beziehungen – also "offener Beziehungen" mit mehr als zwei Partnern – einsetzt, befürwortet den Schritt des Innenministeriums. Allerdings merkt deren Sprecherin Elizabeth Retief an: "Die Gesetze konzentrieren sich noch immer vor allem auf Polyandrie und Polygynie, beides Formen der Mehrehe. Solche Ehen basieren hauptsächlich auf traditionellen Wertesystemen und kulturellen Ansichten, und fördern so Heteronormativität und festgelegte Geschlechterrollen." Trotzdem sei die Gesetzesvorlage ein Schritt in die richtige Richtung, urteilt Retief.

Zeitgleich mit der Erlaubnis der Mehrehe für Frauen will die südafrikanische Regierung zudem Ehen offiziell anerkennen, die nach hinduistischem, jüdischem, muslimischem oder Rastafari-Ritual geschlossen wurden. Das war bisher nicht der Fall.

Quelle:  "Nairobi News"

wt

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