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Das Modell McZahn: Einmal China und zurück - fürs Gebiss

Zahnersatz ist teuer, die Kassen zahlen nur einen Festpreis, die Patienten stöhnen unter den Zuzahlungen. McZahn will dem ein Ende bereiten - mit Prothetik made in China. stern.de hat die erste deutsche McZahn-Praxis besucht.

Von Gisela Südbeck

Krefeld. Noch klebt an der Eingangstür ein Zettel "McZahn: Zweite Etage" und im Fahrstuhl fehlt der Wegweiser ganz. Aber das macht nichts, das Wartezimmer ist voll, die Auftragsbücher auch und das bis März 2007. Es riecht nach Sauberkeit in der nagelneuen Praxis mit Parkettboden und Riesenfenstern. Die Wandflächen sind weiß und leer, die Herren und Damen Künstler haben noch nicht geliefert und auch in den acht Behandlungsräumen kommt kein Zweifel auf: Wohlfühlen gibt's zuhause, hier wird gearbeitet. Aber das ist alles nicht außergewöhnlich für eine moderne Arztpraxis. Nein, was diese Zahnarztpraxis derzeit noch zu einem Novum in Deutschland macht, ist ihr Franchise-Modell in Kombination mit ihrem Zahnersatz-Lieferanten - der sitzt nämlich in China.

Neun Tage für ein Gebiss

Die Geschäftsidee ist schnell erklärt: Ein bei der McZahn-AG unter Vertrag stehender Zahnarzt nimmt in Deutschland den Abdruck vom Gebiss, der geht dann in den Frachtraum einer Nachtmaschine nach Shanghai und weiter in ein chinesisches Dentallabor. Dort wird die Prothetik gefertigt und nach Deutschland geschickt, wo sie der gleiche Zahnarzt etwa neun Tage später einsetzt. Einmal China hin und zurück - rechnet sich soviel Aufwand für eine Krone, eine Brücke oder ein Implantat?

Billig, billiger, McZahn - würden Sie eine Praxis aufsuchen?

Scheinbar schon, denn deutsche Zahnärzte verwenden Zahnersatz aus dem asiatischen Ausland schon lange. In Mühlheim an der Ruhr beispielsweise sitzt die Mamisch Dental Health AG, die seit über 10 Jahren Zahnersatz aus China an über 3000 Zahnärzte in Deutschland verkauft, allerdings ohne feste vertragliche Bindungen. Das Franchise-Prinzip ist eben das wirklich Neue am McZahn-Geschäftsmodell.

Steigendes Preis- und Kostenbewusstsein

Hinzu kommt der Faktor "Zeitpunkt": Die Zeiten, in denen man über Zahnarztrechnungen für "nur" eine Krone müde lächelte, sind vorbei. "Festzuschuss" heißt das Zauberwort, das den Patienten auch noch Wochen nach der Behandlung zusammen zucken lässt - wenn ihm die Rechnung vorliegt. Seit Januar 2005 zahlen nämlich die gesetzlichen Krankenkassen im Zuge der Gesundheitsreform für jede Regelleistung im Bereich Zahnersatz nur noch einen befundorientierten Festzuschuss. Deutsche Dentallabore aber verlangen meistens einen höheren Betrag für ihre abgelieferte Arbeit. Die Differenz von nicht selten mehreren Hundert oder sogar Tausend Euro zahlt der Patient aus eigener Tasche. "Es sei denn, er kommt zur McZahn AG", sagt deren Vorsitzender Werner Brandenbusch, "da gibt's die Prothetik zum Preis des Festzuschusses." Er muss allerdings die Regelleistung in Anspruch nehmen, Extras kosten auch extra Geld.

Kaum war das Modell "Billiger Zahnersatz dank niedriger chinesischer Arbeitslöhne" vorgestellt und Ende September in Krefeld die erste Praxis eröffnet, brach ein Sturm los, mit dem weder Werner Brandenbusch (54) noch Dr. Oliver Desch (38), Mitbegründer der McZahn AG und erster McZahn-Zahnarzt, gerechnet haben. Jürgen Schwichtenberg, Präsident des Verbandes der deutschen Zahntechniker Innungen (VDZI), zählt zu den schärfsten Kritikern: "Wir haben in Deutschland die weltweit beste Versorgung mit Zahnersatz und das in einer solidarfinanzierten Gemeinschaft. McZahn zerstört diese Versorgungssicherheit systematisch und damit Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland - und das ganz ohne Not! Eine Reparatur ihrer Krone bekommen sie doch nicht in drei Stunden aus China geliefert, aber wir schaffen das und zwar jeden Tag."

Reparatur dann in Deutschland

Konfrontiert mit diesen Vorwürfen verweist Werner Brandenbusch auf deutsche Partner-Dentallabore, die künftig Reparaturen übernehmen werden. "Da stehen so viele deutsche Bewerber auf der Matte - die wissen alle, dass sie auf Dauer nicht mehr konkurrenzfähig sind." Und was denkt er über den Vorwurf, deutsche Arbeitsplätze zu vernichten? "Nein nein, wir schaffen neue Arbeitsplätze! Wenn unsere 400 Filialen bis 2009 eröffnet sind, dann sind hier 4000 bis 5000 Arbeitsplätze neu entstanden und dazu noch mal 800 bis 1200 in unserer Laborkette."

Dass die Arbeitslosigkeit unter den Zahntechnikern seit der Festzuschuss-Regelung um 37 Prozent gestiegen ist, erklärt sich Brandenbusch so: "Die haben den Kunden einfach zu lange und zu deutlich abgezockt. Deshalb haben wir ja einen Prothetik-Stau von vier bis fünf Jahren." Der blieb auch den großen Krankenkassen nicht verborgen: Die DAK beispielsweise bietet auf ihrer Internetseite die Möglichkeit, unter 260 deutschen Laboren nach dem günstigsten Anbieter für die jeweilige Behandlung zu suchen. Bei der AOK ist zu lesen, dass ein in Polen oder Ungarn hergestellter Zahnersatz kostengünstiger sei als der aus Deutschland und bei der Barmer kann man einen digitalen "Eigenanteilsrechner" für sich arbeiten lassen, um die finanzielle Belastung im Vorfeld besser einplanen zu können.

Kritikern fehlt eine Kontrollinstanz

Einen Taschenrechner braucht man bei McZahn nicht. Bleibt die Frage: Wie stabil ist die Brücke aus China? Brandenbusch verspricht: "Die Chinesen fertigen für viele Bereichen unseres täglichen Lebens gute Produkte und auch deren Zahnersatz ist genau so gut wie der aus deutschen Laboren." Das kann Jürgen Schwichtenberg so gar nicht sehen: "Dafür gibt es doch keinerlei Beweis." Ihm fehlt es an einer staatlichen Kontrollinstanz für außereuropäisch importierten Zahnersatz. Das sieht Dr. Reiner Kern von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) anders: Die Kontrollverantwortung liege bei dem importierenden Arzt. "Wir können Zahnersatz aus dem Ausland weder verteufeln noch in den Himmel loben. Es kommt halt darauf an, dass der Zahnarzt darauf achtet, dass er gutes Material verwendet."

Unabhängig von der Qualitätsfrage drängt sich ein weiterer Gedanke auf: Ist der bei McZahn unter Vertrag stehende Zahnarzt noch frei in seiner Wahl der Therapie? Nehmen wir beispielsweise ein Gebiss, das mit verbesserter Pflege und regelmäßigen Reparaturen noch ein halbes Jahrzehnt ohne Prothetik auskommt. Daran verdient der Zahnarzt zwar nicht so viel wie am Einbau eines umfassenden Zahnersatzes, aber der steht auch gar nicht zur Debatte, denn der Patient will jetzt keine 5000 Euro für ein grunderneuertes Gebiss hinblättern. Nach dem McZahn-Modell aber kostet der Zahnersatz den Patienten nun gar nichts mehr. Die Prognose der deutschen Zahntechniker Innungen: Der Zahnarzt werde die Variante vorschlagen, die ihm am meisten Honorar einbringe - und das seien nun mal nicht Zahnerhalt und Prophylaxe. "Das Geschäft mit dem billigen Zahnersatz geht doch nur auf, wenn dieser auch massenhaft verordnet wird", sagt Jürgen Schwichtenberg.

Konkurrenz lässt Ethik keine Chance

Werner Brandenbusch zuckt bei diesem Argument die Achseln. "Sein" Zahnarzt sei wie jeder andere Mediziner moralisch auch nur sich selbst verpflichtet. Und wie steht's mit seiner Moral? Was weiß er über die Arbeitsbedingungen in China, kann oder will er darauf Einfluss nehmen? Doch auch hier winkt er ab: Aus seiner früheren Tätigkeit als Textilkaufmann wisse er, dass ein Joint Venture in China und damit eine Möglichkeit zur Einflussnahme auf soziale Standards sehr schwierig sei. Außerdem seien ja auch nicht alle Errungenschaften der deutschen Arbeitnehmerschaft sinnvoll und gut. Deshalb gehen die Abdrücke in eines oder mehrere der großen chinesischen Dentallabore - und Ende. Erklärend fügt er an: "Ich komme aus einer Branche, die wie keine zweite unter der Konkurrenz aus Asien zusammen gebrochen ist. Den Zahntechnikern wird es genauso gehen. Die Zeit ist einfach reif dafür und wenn ich das Geschäft nicht mache, macht es ein anderer."

Und tatsächlich: Wenige Tage nach dem Start von "McZahn" eröffnete in Düsseldorf die erste Filiale des Wettbewerbers "Dr. Z", einer GmbH, deren Konzept auf Beteiligungen der Zahnärzte aufbaut und die ihren Zahnersatz aus der Türkei, China und Osteuropa bezieht.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(