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HAMBURG: Siegfried Lenz wird geehrt

Ehrensenatorwürde zum 75. Geburtstag

Ehrensenatorwürde zum 75. Geburtstag

Was macht man mit einem ehemaligen Studenten, der prominent ist und in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert? Man verleiht ihm die Ehrensenatorwürde, denn die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Sprachwissenschaften der Universität Hamburg hat er bereits zum 50. Geburtstag erhalten.

So geht es jedenfalls dem bekannten deutschen Nachkriegsschriftsteller Siegfried Lenz, der sich damit als 39. Ehrensenator in einem Atemzug mit Helmut Schmidt, Rudolf Augstein und anderen erwähnt wissen darf.

Lebenswerk von Lenz

Lenz gehört zu den Autoren, die die deutsche Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg prägten und bis heute prägen. 1926 geboren, während des Krieges in englischer Kriegsgefangenschaft, kehrte er nach dem Krieg in die Hansestadt zurück und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte. Ende der vierziger Jahre machte der junge Lenz erstmals durch Arbeiten für den Nordwestdeutschen Rundfunk (später NDR) auch sich aufmerksam, bevor er als Redakteur für die »Welt« arbeitete.

Dort entstand auch die Idee zu seinem ersten Buch »Es waren Habichte in der Luft«, dem noch viele weitere folgen sollten. »Deutschstunde«, »Heimatmuseum« und »Exerzierplatz« sind nur die Bekanntesten. In ihnen thematisierte Lenz immer wieder gesellschaftliche Probleme und arbeitete die Geschichte Deutschlands auf. Für sein Engagement erhielt er unter anderem den Thomas-Mann-Preis und den Goethe-Preis. Und die Verbundenheit der Stadt Hamburg dokumentiert die 2001 verliehene Ehrenbürgerwürde, der nun die Festivitäten des Ehrensenator-Titels folgen.

Laudationes und Festvorträge

Neben einem Filmbeitrag »Audiovisionen - Stimmen über Siegfried Lenz« und verschiedenen literarisch geprägten Vorträgen, wird der Festvortrag des Schriftstellers selbst ein Höhepunkt werden. Er trägt den verheißungsvollen Titel »Das Bild des Politikers in der deutschen Nachkriegsliteratur«.

Studenten werden von den Feierlichkeiten aber nur lesen können. Mit 600 geladenen Gästen aus Öffentlichkeit und Presse bleibt für die Interessierten unter ihnen kein Platz. Immerhin können geladene Gäste am 28. November 2001 ab 16.00 Uhr im Ernst-Cassirer-Hörsaal des Hauptgebäudes (hoffentlich) spannende Laudationes hören und den abermaligen Ehrengast in natura erleben. (ml)

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