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Henriette Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Ich Tarzan, du Jane - oder wie jetzt?

Über Machos wird sich gerne aufgeregt. Aber ist Frau mit gefühlsbetonten Männern wirklich so viel besser bedient? Henriette Hell hat genug von stundenlangem Gequatsche und will lieber zur Sache kommen.

Schau mir in die Augen - und dann lass uns über meine Steuererklärung, das Verhältnis zu meiner Mutter und meine Magenschleimhautentzündung sprechen.

Schau mir in die Augen - und dann lass uns über meine Steuererklärung, das Verhältnis zu meiner Mutter und meine Magenschleimhautentzündung sprechen.

In dem neuen Kinofilm "Macho Man" mit Christian Ulmen, der gerade überall verrissen wird, fleht eine Deutschtürkin ihren verklemmten deutschen Freund, ehe er ihre Eltern kennenlernen soll, geradezu an: "Sei einfach cool, stark und männlich!" Kurz darauf blamiert er sich dann trotzdem vor dem gesamten Clan – mit seinem laschen Händedruck und später auch noch, als er den türkischen Frauen beim Salat zubereiten helfen möchte. Der Lappen!?

Der Film kommt deshalb so schlecht an, weil er vor Klischees nur so trieft. Trotzdem finde ich, dass die Darstellung von Ulmens "deutschem Lappen" an einigen Stellen gar nicht sooo abwegig ist. Klar, das Phänomen, dass einige (!) Männer in Liebesdingen immer verkopfter, nervöser und ratloser werden und einige Frauen zunehmend wie Männer denken und handeln, wurde in den vergangenen Jahren ausreichend beschrieben und kontrovers diskutiert. Das ist nichts Neues. Doch es nervt manche nach wie vor. "In letzter Zeit komme ich mir bei Verabredungen immer häufiger wie ein Kerl vor!", beschwerte sich erst neulich eine Freundin bei mir – und zwar per Sprachnotiz um 23.15 Uhr, was der ganzen Sache eine gewisse, äh, Dramatik verlieh. Ihre Stimme klang aufgebracht und amüsiert zugleich. "Ich hab' mich vorhin mit einem Mann in einer Bar getroffen und er hat die ganze Zeit nur geredet und geredet und geredet. Über seinen Job, sein Motorrad, seinen Hund ... Stun-den-lang! Und ich dachte die ganze Zeit bloß: Wie krieg' ich den Typ jetzt am schnellsten in die Kiste?"

Maaloxan oder ficken?

Letztlich schaffte sie es dann doch noch, den Mann in ihre Wohnung zu bugsieren. Und dann? "Ich hatte gehofft, dass er – sobald die Tür ins Schloss fällt – über mich herfällt und wir es noch im Flur miteinander treiben!" Aber daraus wurde nichts. "Du wirst es nicht fassen: Er hat sich erstmal ganz in Ruhe in meiner Wohnung umgesehen, gefragt, was ich in dieser Lage an Miete zahle und mir Komplimente für meine stilvolle Einrichtung gemacht."

Und damit nicht genug: "Und dann hatte er noch den Nerv mich zu fragen, ob ich ihm nicht eine schöne Tasse Kamillentee machen könnte – die beiden Weißweinschorlen hätte ihm doch sehr auf den Magen geschlagen." Die Stimme meiner Freundin hatte mittlerweile einen leicht schrillen Unterton. "Ich meine – hallo?! Da hab' ich ihm einfach Maaloxan in die Hand gedrückt und gesagt, dass er sich jetzt entscheiden muss, ob er über Innenarchitektur reden oder ficken will. Für ersteres stände ich ihm heute Nacht allerdings nicht mehr zur Verfügung."

Sie mag ihn halt

Nun denken Sie vielleicht: Was ist das denn für eine unsensible, notgeile Schreckschraube? Fakt ist aber, dass meine Freundin einer der liebsten, einfühlsamsten und warmherzigsten Menschen ist, die ich kenne. Sonst wäre sie ja nicht meine Freundin. Insofern muss dieser Mann ihre echt den letzten Nerv geraubt haben ... Und sie ist nicht allein. Eine andere Freundin beklagte gerade, dass ihr aktueller Flirt ihr ständig so endlose Textnachrichten schreibt – öde Schnappschüsse von seinem Mittagessen inklusive, während sie immerzu denkt: "Alter, schreib' mir doch einfach in einem Satz, wann wir uns das nächste Mal treffen. Und spam mich hier nicht zu."

Klingt hart, nicht wahr? Ist es aber gar nicht – weil meine Freundin diesen Mann wirklich mag und einfach nur enttäuscht ist, dass er sie mit virtuellem Geplänkel hinhält – anstatt einfach mal spontan bei ihr zu Hause zu klingeln. Ist doch nicht zuviel verlangt, oder? Naja, offenbar doch.


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.