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Hochschule: Bulmahn lehnt Studiengebühren kategorisch ab

In der SPD geht der Streit um Studiengebühren weiter. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn bekräftigte am Wochenende ihre Kritik an den Befürwortern der Gebühren.

In der SPD geht der Streit um Studiengebühren weiter. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bekräftigte am Wochenende ihre Kritik an den Befürwortern der Gebühren. Im Nachrichtenmagazin "Focus" warf sie ihnen vor, auf Rezepte aus dem letzten Jahrhundert zurückzugreifen. Indes plädierte der SPD-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, Sigmar Gabriel, für die Einführung von Studiengebühren.

Junge Leute dürften nicht mit Gebühren vom Studium abgeschreckt werden, sagte Bulmahn. Sie versicherte, sie "werde bestimmt nicht diejenige Bildungsministerin sein, die in Deutschland Gebühren für ein Erststudium möglich macht". Die Bürger seien durch die Menge an bevorstehenden Reformen ohnehin schon verunsichert. "Da brauchen sie die Verlässlichkeit, dass ein Studium keine Gebühren kostet." Den Befürwortern von Studiengebühren warf die Ministerin eine oberflächliche Debatte vor. Vor allem fehlten Finanzierungskonzepte. Bankkredite für Studenten erhielten vornehmlich nur die Kinder reicher Eltern.

Baden-Württemberg: Langzeitstudiengebühren erfolgreich

Gabriel hielt dem im "Spiegel" entgegen: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es Länder gibt, in denen der Anteil von Arbeiterkindern an den Hochschulen trotz Studiengebühren höher ist als in Deutschland." Seiner Meinung nach sollen Akademiker das, was sie an der Uni an Zuwendungen erhalten haben, als Berufstätige zurückzahlen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel forderte Bulmahn auf, ihre Vorbehalte gegen nachgelagerte Studiengebühren endlich aufzugeben. Studiengebühren dürften nicht länger als soziale Zumutung, sondern müssten als Investition in die eigene Zukunft verstanden werden. Er verwies darauf, dass sein Bundesland bereits 1998 Langzeitstudiengebühren eingeführt habe. Trotzdem sei die Zahl der Studienanfänger in Baden-Württemberg angestiegen. Allerdings sei die Zahl der Langzeitstudenten stark zurückgegangen. Nur noch neun Prozent der Studenten überschritten die Regelstudienzeit um mehr als vier Semester.

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