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Umstrittenes Vorwort in Zeitschrift Lehrerverband distanziert sich von Warnungen vor Muslimen


Der Deutsche Philologenverband hat eine Stellungnahme seines Landesverbands Sachsen-Anhalt verurteilt. Darin war vor muslimischen Männern gewarnt worden. Diese kämen "nicht immer mit den ehrlichsten Absichten" nach Deutschland.

Der Deutsche Philologenverband hat sich von umstrittenen Stellungnahmen des Landesverbands Sachsen-Anhalt zur Flüchtlingspolitik distanziert. Diese seien "nicht berechtigt und nicht akzeptabel", sagte der Bundesvorsitzende des Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, am Samstag der "Mitteldeutschen Zeitung". Er warf dem Landesverband ein "Aufgreifen von unbestätigten Gerüchten" vor, was "in der schon jetzt aufgeheizten Situation mit Sicherheit nicht der richtige Weg" sei.

Hintergrund ist ein von Landes-Verbandschef Jürgen Mannke unterzeichneter Artikel in der aktuellen Verbandszeitschrift, in dem deutsche Mädchen vor Sex mit muslimischen Männern gewarnt werden. Diese kämen "nicht immer mit den ehrlichsten Absichten", heißt es in dem Text. Dabei wird auf Berichte "in Gesprächen mit Bekannten" über eine Zunahme sexueller Belästigungen verwiesen. In dem Verband organisierte Lehrer werden weiter aufgefordert, Mädchen vor einem "oberflächlichen sexuellen Abenteuer" mit muslimischen Männern zu warnen. Grundsätzlich bekennt sich Mannke aber zur Aufnahme von Flüchtlingen.

"Inhaltlich auf unterirdischem Niveau"

Auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) warf Mannke und dessen Stellvertreterin Iris Seltmann-Kuke als Mitunterzeichnerin des Artikels in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom Samstag vor, sie würden "Gerüchte verstärken" und "Halbwahrheiten verbreiten". "Das ist inhaltlich auf einem unterirdischen Niveau, das bedient Vorurteile und den rechten Rand", sagte die Landes-Fraktionschefin der Grünen, Claudia Dalbert, der Zeitung. Von "Hetze" sprach Linken-Landeschefin Birke Bull.

Mannke wies die Kritik zurück. "Ich bediene keine rassistischen Ressentiments", sagte er ebenfalls der "Mitteldeutschen Zeitung". Vielmehr mache er sich Sorgen, und was in dem Artikel stehe, entspreche aus seiner Sicht der Wahrheit. "Ich habe mir vor 1989 nicht den Mund verbieten lassen und tue das jetzt auch nicht", so der Verbandsvorsitzende weiter.

mod AFP

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