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Lehrpläne: Erste Bildungsstandards für Schulen kommen

Die Konferenz der Länder-Kultusminister wird bis zum Sommer erste Entwürfe für einheitliche Bildungsstandards an allen deutschen Schulen vorlegen.

Pisa und die Folgen: Zu Beginn ihrer einjährigen Amtszeit als Präsidentin der Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK), hat die hessische Kultusministerin Karin Wolff am Donnerstag in Berlin erste einheitliche Bildungsstandads für Schulen angekündigt. Laut Wolff sollen die Standards zunächst der Fachöffentlichkeit sowie den Hochschulen und den für betriebliche Ausbildung zuständigen Verbänden zur Diskussion vorgelegt werden.

Die Einführung

von einheitlichen Bildungsstandards war als Konsequenz des schlechten Abschneidens deutscher Schüler in der international vergleichenden Pisa-Studie beschlossen worden. Sie sollen festlegen, was jede Schule von Schleswig-Holstein bis Bayern und von Nordrhein-Westfalen bis Brandenburg zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben muss.

Nach Angaben

Wolffs geht es bei den Standards um die Beschreibung von Kenntnissen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die Schülerinnen und Schüler an den Scharnierstellen des Bildungswesens, also am Ende der Grundschule, beim Hauptschulabschluss und dem mittleren Schulabschluss erworben haben sollen. Die Länder sollen dann ihre schulischen Lehrpläne so überarbeiten, dass die verabredeten Standards auch erreicht werden.

Nach den Worten

der neuen KMK-Präsidentin werden solche Standards zunächst für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch eingeführt, später auch für Biologie und Physik. Auch die einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur sollen überarbeitet werden. Kontrolliert werden solle die Einhaltung der Standards von einer unabhängigen wissenschaftlichen Institution.

Im laufenden Jahr würden die Ergebnisse weiterer Analysen des deutschen Schulsystems erwartet, erklärte Wolff. Dazu zählten thematische Ergänzungen und vertiefende Analysen der Pisa-Studien etwa über den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulleistungen sowie zur Lesekompetenz am Ende der Grundschulzeit. Für die Studie Pisa II werde die Hauptuntersuchung mit dem Schwerpunkt Mathematik durchgeführt, ergänzt um einen Lehrerfragebogen. Eine weitere Untersuchung werde Erkenntnisse über die konkrete Unterrichtssituation liefern. Im Lichte der Ergebnisse dieser Studien werde über Konsequenzen und zusätzliche Maßnahmen zu entscheiden sein.

Image-Kampagne für Ansehen der Lehrer

Als einen der wichtigsten Schwerpunkte dieses Jahres nannte Wolff das Thema Lehrerinnen und Lehrer. Eine Image-Kampagne solle das Ansehen der Lehrkräfte wieder erhöhen. Den Pädagogen müsse wieder Respekt entgegengebracht werden. Ihre Ausbildung müsse verbessert werden, und der Erhalt ihrer Qualifikationen müsse durch berufsbegleitende Lehrerbildung auf eine völlig neue Grundlage gestellt werden.

Auf dem Prüfstand

werde in diesem Jahr die Hochschulzulassung stehen, kündigte Wolff an. In der KMK gingen die Überlegungen einerseits dahin, den Hochschulen für einen deutlich höheren Anteil ihrer Studienplätze die Auswahl der Studierenden selbst zu überlassen. Daneben werde andererseits das Recht der Studieninteressenten betont, an der Hochschule ihrer Wahl studieren zu können. Möglich erscheine eine Verbindung beider Vorstellungen im Rahmen einer Experimentierklausel. Im März sei eine Grundsatzentscheidung dazu vorgesehen.

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