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muenchen: Sophie Scholl wird in Ruhmeshalle Walhalla verewigt

LMU-Rektor Andreas Heldrich bezeichnet die Widerstandskämpferin als »Symbol und Vorbild für alle Deutschen«

LMU-Rektor Andreas Heldrich bezeichnet die Widerstandskämpferin als »Symbol und Vorbild für alle Deutschen«

Zum 60. Todestag von Sophie Scholl soll in der Walhalla eine Büste der von den Nationalsozialisten hingerichteten Widerstandskämpferin aufgestellt werden. Die Büste soll im Frühjahr 2003 mit einer Gedenktafel zu Ehren des deutschen Widerstandes in der Ruhmeshalle bei Regensburg angebracht werden.

»Darüber bin ich sehr glücklich«, sagte der Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Andreas Heldrich. Dass die Widerstandskämpferin gerade »in einer Zeit mit zunehmender Gewalt von rechts« geehrt werde, zeige, »dass wir mit dem Wiederaufflammen rechtsextremistischen Unrechts nichts zu tun haben wollen«, erläuterte Heldrich. Sophie Scholl bezeichnete er als »ein wichtiges Symbol und Vorbild für alle Deutschen.«

Sophie Scholl studierte ab Mai 1942 Biologie und Philosophie in München. Durch ihren Bruder Hans knüpfte sie Kontakt zu oppositionellen Studenten und engagierte sich bald gegen die Nationalsozialisten. Während des Verbreitens von Flugblättern, die zum Widerstand gegen das NS-Regime aufriefen, wurde die 22-Jährige am 18. Februar 1943 verhaftet. Nur vier Tage später wurde sie gemeinsam mit ihrem Bruder und Freund Christoph Probst im Gefängnis München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte, die Widerstandskämpfer hätten über alle Zeiten hinweg ein Zeichen gesetzt, dass jeder Einzelne Verantwortung für das trage, was in der Gesellschaft geschehe. »Diese Menschen haben vorgelebt, dass man Unrecht nicht mit Wegsehen begegnen darf«, erläuterte Stoiber. Wissenschaftsminister Hans Zehetmair ergänzte, dass Sophie Scholl weltweit zu einem Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus geworden sei. Nach Ansicht der bayerischen SPD und Bündnis90/Die Grünen war der Einzug Sophie Scholls in die Walhalla längst überfällig.

In dem Tempelbau gruppieren sich um die marmorne germanische Siegesgöttin herum die Büsten »rühmlich ausgezeichneter Teutscher«, wie es König Ludwig I. von Bayern bei der feierlichen Eröffnung der Walhalla im Jahre 1842 verkündete. Sophie Scholls Büste wird die vierte einer Frau sein unter insgesamt 127 in der Ruhmeshalle. Zuletzt wurde die Ehre Altbundeskanzler Konrad Adenauer und dem Komponisten Johannes Brahms erwiesen. (mb)

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