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privatunis: Handelshochschule Leipzig (HHL)

Graduate School of Management: In Rekordzeit zum Abschluss

Hätten Sie's gewusst? In Leipzig liegt die Wiege der wissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre. Seit 1898 existiert die Hochschule und ist damit die älteste betriebswirtschaftliche Fakultät Deutschlands. Wechselvoll die Geschichte in den hundert Jahren danach, die Schule hielt sich während NS-Reich und DDR. Im Januar 1996 lud Ministerpräsident Kurt Biedenkopf feierlich zur Wiedereröffnung. Gegründet wurde die erste private Hochschule Ostdeutschlands, die »Handelshochschule Leipzig« (HHL).

Schon vier Jahre nach ihrer Neugründung vergleicht sich die private Hochschule mit den etablierten privaten Wirtschaftsuniversitäten in Deutschland wie der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel oder der WHU in Koblenz-Vallendar; bei Rankings belegt sie immer einen der vorderen Plätze. »Mit der WHU arbeiten wir schon auf mehreren Ebenen zusammen, die Studenten haben einen sehr guten Kontakt untereinander, gerade auf sportlicher Ebene«, berichtet HHL-Pressesprecher Hans Georg Helmstädter.

Entscheidender Unterschied zwischen der Leipziger Uni und ebs / WHU: An der Handelshochschule absolvieren BWL-Studenten nur das Hauptstudium. »Wir halten das für die intelligentere Lösung«, ist Helmstädter überzeugt, »unsere Bewerber sind nicht so gleichförmig wie an den anderen Wirtschaftsuniversitäten. Sie kennen die staatliche Realität und sind daher bodenständiger.«

Im Oktober 2000 startete die Handelshochschule mit dem ersten MBA-Studiengang nach amerikanischem Vorbild: In Rekordzeit - nämlich in dichtgedrängten 15 Monaten - pauken die Studenten bis zum Abschluss, die Semesterferien entfallen zugunsten von Praktika. Noch aber kämpft die Handelshochschule Leipzig um die öffentliche Wahrnehmung. Obwohl schon beim ersten Jahrgang auf einen Studenten über vier Stellenangebote kamen, »ist den meisten nicht klar, was wir hier eigentlich anbieten«, so Helmstädter. Immerhin gäben die Unternehmen »Rückmeldung, dass sie genau an diesen bodenständigen Studenten interessiert seien«.

Jahnallee 59 04109 Leipzig Telefon: 0341-985 160 Fax: 0341-477 32 43 E-Mail:hhl@hhl.deURL:http:/www.hhl.de

Der berühmte Abitur-Effekt

Praktika bei SAP, Krupp Thyssen und der J.P. Morgan Unternehmensberatung. Arbeit als selbständiger IT-Berater. Auslandssemester an der Ecole Supérieure de Commerce des Paris. Gründung eines eigenen StartUps.

Der Lebenslauf von Michael Krecek, Jahrgang 1977, liest sich fast wie ein Märchen. Nichts, was der Bochumer noch nciht gemacht hat. Gerade hat er das Hauptstudium an der noch jungen Handelshochschule Leipzig (HHL) beendet.

Mit Ihrem Grundstudium an der Ruhr-Universität in Bochum waren Sie nicht sonderlich zufrieden?

»Das war der Anlass für meinen Wechsel an die Handelshochschule Leipzig. Die Ausbildung in Bochum war sehr einseitig. Es war selbst in den Seminaren nicht möglich, vernünftig zu diskutieren oder Fragen zu stellen. Deshalb wollte ich weg von dieser großen Hochschule hin zu einer kleineren. Die HHL fand ich sehr interessant, weil sie eben nur das Hauptstudium anbietet.«

Sie haben gerade die Prüfung hinter sich und möchten danach promovieren. Was für ein Job schwebt Ihnen denn vor?

»Am liebsten wäre mir ein Job in einer Unternehmensberatung oder Investmentbank. Angenehm ist natürlich, dass sich an der WHU das Verhältnis zwischen Absolvent und Unternehmen etwas umdreht: Letztlich werben die Unternehmen um die Studenten, man begegnet sich auf einer Ebene.«

Was war für Sie der größte Pluspunkt an der noch jungen HHL?

»Die Teamarbeit - und dass das Hauptstudium wohl ziemlich genau das abbildet, was einen später im Berufsleben erwartet. Man arbeitet sehr selbständig, muss eigenständig die Teamarbeit koordinieren. Man lernt eben nicht nur, stur 30seitige Seminararbeiten zu verfassen. Es geht hier genauso um das Kommunizieren der Ergebnisse.«

Nachteile?

»Ganz bestimmt gab es die auch. Wir sind hier mit 40 Leuten in einem Semester. Was auf der einen Seite sehr schön ist, man kennt sich, weiß genau um die Eigenheiten. Nach zwei Jahren geht man sich manchmal auch auf den Geist. Das ist der berühmte Abitur-Effekt, wo man nach der Oberstufe froh ist, mal andere Leute kennen zu lernen. Aber ich denke, wir werden in Zukunft Kontakt halten. Die Vorteile überkompensieren diesen Nachteil auf jeden Fall.«

Nebenher haben Sie mal eben ein Internet-StartUp gegründet.

»Genau, allerdings ist unser Server seit zwei Wochen offline. Das Projekt hatte ich Mitte letzten Jahres gemeinsam mit einem Kommilitonen in Angriff genommen. Wir hatten schon die Ambition, uns damit selbständig zu machen. Allerdings lief das mit der Finanzierung nicht so schnell, wie wir uns das gedacht haben. Also haben wir uns lieber erst einmal auf das Diplom konzentriert und wollten unser Studium vernünftig zu Ende bringen.«

Das muss doch auch eine ungeheure Arbeitsbelastung gewesen sein, Elitestudium und Firma zur gleichen Zeit - oder etwa nicht?

»Das stimmt, das lief darauf hinaus, dass wir bis regelmäßig zwei Uhr nachts gearbeitet haben. Vom Freizeitaspekt her war die Idee ziemlich schlecht - trotzdem war es eine super Erfahrung.«

Wie sieht es allgemein mit dem Arbeitsaufwand an der HHL aus?

»Man hat immer was zu tun. Manchmal auch nachts bis zwei, drei, vier Uhr. Das passiert aber vielleicht zwei- oder dreimal im Semester. Ansonsten ist das eine angenehme Atmosphäre, gerade am Anfang des Semesters können wir noch öfter weggehen. Wenn dann die Prüfungen näher rücken, wird das immer weniger.«

Wie ist das Verhältnis zu den Professoren?

»Das ist kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Die Betreuung hier ist im Unterschied zur staatlichen Universität sehr gut. Wir unternehmen sogar viel mit den Mitarbeitern der Universität.«

In Ihrem Lebenslauf geben Sie als Hobbys Querflöte, Florettfechten und Segeln an. Jetzt sagen Sie bloß nicht, dass Sie dazu auch noch Zeit finden.

»Früher habe ich schon regelmäßig Querflöte gespielt, in den letzten Wochen auch ab und zu mal wieder - als Ausgleich. Aber so wie vor dem Studium geht das auf keinen Fall; mit dem Segeln erst recht nicht.«

Florian Neuhann

Ziel der Ausbildung

Generalisten statt Spezialisten im Wirtschaftsbereich: Wichtig sind Fach- und soziale Kompetenz.

Fachrichtung, Abschlüsse

- Master of Business Administration (MBA): International Management

- Diplomstudium Betriebswirtschaftslehre (nur Hauptstudium!), Möglichkeit zum Doppeldiplom

- Promotionsstudium möglich

Studiendauer

MBA: 15 Monate

BWL-Diplom: Vier Semester Hauptstudium

Auslandssemester

Die Handelshochschule kooperiert mit rund 60 Partneruniversitäten in aller Welt, an denen die Studenten mindestens ein Semester verbringen.

Praktika

Schon im ersten Semester bearbeiten drei bis vier Studenten ein Projekt für ein Unternehmen. Zwischen dem ersten und dem zweiten Semester absolvieren die Studenten Praktika. Vermittlung nach dem Abschluss durch ein eigenes »Placement-Center«.

Besonderheiten des Studiums

Studenten werden erst nach dem Vordiplom aufgenommen.

Größe der Universität

220 Studenten, acht Lehrstuhlinhaber, 10 bis 15 Gastdozenten.

Studiengebühren

MBA: 15.000 Euro für das gesamte Studium

BWL: 4.000 Euro pro Semester

Bis zu 10 Prozent der Studienplätze stellt die HHL als Freiplätze zur Verfügung. Bedingung: finanzielle Bedürftigkeit (Bafög-Förderung), entsprechende Studienleistung.

Aufnahmebedingungen, Voraussetzungen

MBA: Universitätsabschluss, dreimonatiges Praktikum, Testergebnisse des TOEFL (Test of English as a Foreign Language) und des GMAT (Graduate Management Admission Test), ein Empfehlungsschreiben der Universität.

BWL-Hauptstudium: Überdurchschnittliches Vordiplom in BWL an einer Universität, abgeschlossene Lehre oder dreimonatiges Praktikum, gute Kenntnisse von Englisch und einer weiteren lebenden Fremdsprache.

Aufnahmeprüfung für beide Programme: Einzelgespräche mit Hochschullehrern und Vertretern aus der Wirtschaft, Kurzreferat zu einem wirtschaftswissenschaftlichen Thema.

Vor Ort

Leipzig: Circa 500.000 Einwohner, über 900 Kneipen, Cafés und Restaurants.

Wer dahinter steckt

Gründer der Hochschule in Form einer GmbH waren die Leipziger Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, ein eigener Förderverein und die »Kramerstiftung«. Beim Neubeginn griff der Freistaat Sachsen der Hochschule mit 25 Millionen Mark unter die Arme. Heute sponsern über 70 Firmen die HHL.

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