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Richtig lernen: Welcher Lerntyp bin ich?

Jedes Kind lernt anders: Während das eine gerne zuhört, möchte das andere alles einmal ausprobieren. Es gibt vier Lerntypen - und für jeden Tipps und Tricks, die das Lernen erleichtern.

Von Viktoria Meinholz

Wenn man weiß, wie man am besten lernt, macht Schule gleich viel mehr Spaß

Wenn man weiß, wie man am besten lernt, macht Schule gleich viel mehr Spaß

Sandra sitzt im Deutschunterricht und versucht zu verstehen, was ihr Lehrer über die Katharsis und Aristoteles erzählt. Eigentlich hat sie nichts gegen Deutsch, aber es fällt ihr schwer, so lange zuzuhören. Erst als ihr Lehrer seinen Vortrag an der Tafel verschriftlicht, wird Sandra klar, was es mit der Katharsis auf sich hat. Sandra ist ein visueller Lerntyp, sie versteht etwas am besten, wenn sie es sehen kann. Es gibt vier verschiedene Lerntypen: den auditiven, den visuellen, den motorischen und den kommunikativen.

Viele Menschen wissen nicht, zu welchem Typ sie gehören. Dabei kann es das Lernen stark erleichtern, wenn man seine eigenen Stärken und Schwächen kennt. Auch für Eltern ist es eine große Hilfe, wenn sie wissen, zu welcher Gruppe ihr Kind gehört, da es für alle Typen verschiedene Tipps zum leichteren Lernen gibt.

Doch die meisten Menschen lernen nicht nur mit einem Sinn, sondern vereinen mehrere Typen in sich. Experten raten dazu, beim Lernen möglichst viele Sinne anzusprechen, um so die Erinnerungs-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen. Wenn man in sich also Teile des auditiven und des kommunikativen Typen entdeckt, kann man die Tipps einfach mischen. Erlaubt ist, was funktioniert.

Die vier Lerntypen

Der auditive Typ
Pauls Lieblingsfach ist Geschichte. Wenn der Lehrer aus der Zeit des Römischen Reichs erzählt, hört Paul gespannt zu und erzählt seiner Mutter beim Abendessen, an welchem Tag Caesar erstochen wurde - und mit wie vielen Stichen. Er kann gehörte Informationen gut verarbeiten und wiedergeben. Malt sein Biolehrer jedoch ein Diagramm an die Tafel, benötigt Paul eine mündliche Erklärung. Oft mögen auditive Lerntypen Hörbücher sehr gern, auch Paul hört lieber zu als selbst zu lesen.

Lerntipps


Paul führt oft Selbstgespräche beim Lernen, es hilft ihm, sich den Stoff laut vorzusagen. Oder er erzählt seinen Eltern aus dem Unterricht, um sich das Gelernte besser einzuprägen. Lern-CDs können für ihn eine gute Ergänzung sein oder er nimmt sich sogar selbst welche auf. Auditive Typen sollten darauf achten, in einer ruhigen Umgebung zu lernen, sie lassen sich von Geräuschen oder Musik schnell ablenken.

Der visuelle Typ
Sandra ist in Chemie Klassenbeste. Sie muss das Kapitel zu den Säuren nur einmal lesen und kann sich alles merken. Sie schreibt im Unterricht ganz viel mit und zeichnet sich Diagramme, um den Stoff besser zu verstehen. Probleme hat Sandra, wenn andere Schüler Referate halten oder der Lehrer etwas sehr ausführlich erklärt. Sie liest sehr gerne und mag Filme. Sie kann sich ohne Probleme an das Ende des Films erinnern, den ihre Klasse im vergangenen Jahr im Deutschunterricht angeschaut hat.

Lerntipps


Sandra macht sich im Unterricht sehr viele Notizen, Tafelbilder malt sie ab und manchmal sucht sie im Internet nach Grafiken oder Bildern, die ein Thema verdeutlichen. Vor großen Klausuren schreibt Sandra sich extra Lernzettel, auf denen sie den Stoff noch einmal in ihren eigenen Worten zusammenfasst. Für jeden Themenbereich wählt sie eine andere Farbe und legt die Zettel an Orte, an denen sie immer wieder vorbeikommt. Ist es in ihrem Zimmer unordentlich, kann sich Sandra schlechter konzentrieren.

Der motorische Typ
Ina hat ein Faible für Naturwissenschaften. In Physik, Chemie oder Biologie fällt es ihr leicht, eine gute Note zu kriegen. Sie lernt am besten, wenn sie an Abläufen direkt beteiligt ist oder sie beobachten kann. In Mathe hingegen hat Ina immer sehr viele Fragen, bis sie etwas wirklich verstanden hat. Ihr reicht es nicht, nur eine Formel auswendig zu lernen, sie muss das große Ganze kennen, um etwas wirklich zu verstehen. "Learning by doing"- der Satz trifft einen motorischen Lerntyp wie Ina genau.

Lerntipps


Durchs Zimmer laufen, mit dem Stuhl wippen - Ina ist beim Lernen immer in Bewegung. Es hilft ihr, sich später an Dinge zu erinnern. Gerne lernt sie mit anderen zusammen oder übt Prüfungssituationen vorher durch ein Rollenspiel. Modelle oder Experimentierkästen sind für den motorischen Typen eine tolle Ergänzung zu den normalen Unterrichtsmaterialien.

Der kommunikative Typ
In Diskussionsrunden ist Marcel ganz in seinem Element. Er will mit seinen Mitschülern über die Beziehung von Doktor Faust und Gretchen reden - auch wenn die anderen schon längst mit ihren Gedanken in der Pause sind. Marcel lernt am besten, wenn er über Dinge sprechen, die Erklärungen anderer hören und selbst Fragen stellen kann. Alleine zu lernen, fällt Marcel schwer. Lieber bittet er seinen Bruder, ihn zu einem Thema zu interviewen. Durch die verwendeten Argumente erinnert er sich später besser an den Stoff.

Lerntipps


Schon im Unterricht versucht Marcel, viele Fragen zu stellen und sich aktiv zu beteiligen, dadurch fällt ihm das Lernen später leichter. Er trifft sich mit Freunden und diskutiert mit ihnen den Stoff. Mit seiner Familie spielt er manchmal beim Abendessen ein Quiz. Fragen zu neuen Themen zu beantworten, hilft Marcel beim Lernen.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, zu welchem Typ Sie oder Ihr Kind gehören, können sie das durch verschiedene Tests herausfinden. Zum Beispiel hier.

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