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Studium: Abiturienten drängen an die Uni

Immer mehr Abiturienten drängen an die Universitäten. Etwa drei von vier Abgängern des Abi-Jahrgangs 2002 entschieden sich für eine akademische Ausbildung.

Immer mehr Abiturienten drängen an die Universitäten. Etwa drei von vier Abgängern des Abi-Jahrgangs 2002 entschieden sich für eine akademische Ausbildung, wie eine von "Focus" veröffentlichte Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergab. Die entsprechende Studierquote von 73 Prozent ist die höchste seit 1990. Befragt wurden 56.000 Personen.

Als Grund gaben die Befragten an, mit einem Uni-Diplom bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), die die Studie in Auftrag gab, freut sich laut "Focus" über den starken Trend zum Studium: Jetzt gehe es darum, "die Studienbedingungen zu verbessern und die hohe Abbrecher-Quote zu verringern", sagte sie.

Teufel nennt Auslobung von Elite-Universitäten PR-Gag

CDU-Parteichefin Angela Merkel kritisierte die Hochschul- und Bildungspolitik der Bundesregierung dagegen scharf. Sie forderte für Deutschland eine leistungsbezogene, schnelle und konzentrierte Ausbildung. "Das bedeutet: Abitur nach zwölf Jahren in allen Bundesländern, die Zulassung von Studiengebühren und die freie Auswahl der Studenten", sagte Merkel der "Welt am Sonntag".

Dabei müsse allerdings gewährleistet sein, dass sich nicht nur die Studenten die Universität aussuchen können, sondern umgekehrt auch die Universitäten die Studenten. "Statt täglich neue Reden über Innovation zu halten, sollte der Bundeskanzler dafür sorgen, dass seine Ministerin das Verbot der Studiengebühren aufhebt. Dann kann sich in der Bildung etwas bewegen", kritisierte Merkel.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) nannte den Plan der rot-grünen Bundesregierung, Elite-Universitäten auszuloben, einen PR-Gag. Das solle nur davon ablenken, "dass sie zuvor Mittel für den Hochschulbau zusammen gestrichen hat". Wegen Geldmangel müssten nun dringend erforderliche Sanierungen warten und Neubauten könnten erst gar nicht beginnen. Entgegen den öffentlichen Äußerungen kürze die Bundesregierung auch bei der Forschungsförderung, klagte Teufel. Von einer Trennung von Forschung und Lehre riet Teufel dringend ab: Werde dies durchgesetzt, könnten die deutschen Universitäten international nicht mehr mithalten.

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