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Studium: Zahl der BAföG-Empfänger steigt weiter an

Knapp zwei Jahre nach der BAföG-Reform ist die Zahl der geförderten Studenten erneut gestiegen. Jeder vierte Studierende erhält in der Regelstudienzeit einen Zuschuss.

Knapp zwei Jahre nach der BAföG-Reform ist die Zahl der geförderten Studenten erneut gestiegen. Auch die Zahl der Erstsemester habe sich erhöht, erklärte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am Mittwoch in Berlin. Mittlerweile bekomme jeder vierte Studierende in der Regelstudienzeit BAföG. Die Zahl der Studienbeginner steige ebenfalls wieder an, sagte die SPD-Ministerin nach einer Kabinettssitzung bei der Vorlage des 15. BAföG-Berichts. Bulmahn sprach von einem "wahren Run auf die Hochschulen".

Nach jüngsten Daten liege der Anteil der Erstsemester im Jahr 2002 bei 35,6 Prozent eines Jahrgangs und damit acht Prozentpunkte über dem Wert von 1998. Auch die Zahl der Abiturienten, die direkt nach der Schule ein Studium beginnen, verzeichne nach Rückgängen in den vergangenen Jahren wieder einen deutlichen Anstieg. Im Vergleich der Wintersemester 2001/2002 und des Jahres davor sei die Zahl der Geförderten bundesweit um 58.000 auf knapp über 300.000 (25 Prozent der Studierenden) gestiegen.

BAföG ins Ausland mitnehmen

Die durchschnittliche Fördersumme betrug 2001 dem Bericht zufolge monatlich 365 Euro für Studenten und 288 für Schüler - der höchste Durchschnittswert seit 1992. "Die spürbare Erhöhung der Bedarfssätze sowie die Begrenzung der Rückzahlung auf höchstens 10.000 Euro haben vielen jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien die Entscheidung für ein Studium erleichtert", sagte Bulmahn.

Für die steigende Zahl der BAföG-Empfänger muss der Bund tiefer in die Tasche greifen: Die Ausgaben erhöhten sich im letzten Jahr im Vergleich zu 2000 um mehr als 50 Prozent, erklärte Bulmahn. Insgesamt seien 2002 1,948 Milliarden Euro für BAföG ausgegeben worden, der Bundesanteil habe 1,267 Milliarden betragen. Den Tiefststand habe es 1998 gegeben. Damals seien insgesamt 1,201 Milliarden Euro bei einem Anteil des Bundes von 780 Millionen Euro gezahlt worden. Bulmahn erklärte, sie werde an dem Ziel festhalten, "das erreichte hohe Förderniveau zu erhalten". Der BAföG-Ansatz im Haushalt 2003 sei um 20 Millionen Euro erhöht worden.

Die Ministerin wies auf die Möglichkeit hin, BAföG auch ins Ausland mitnehmen zu können. Die Zahl der Geförderten sei hier bereits um 16 Prozent gestiegen. Dem Bericht zufolge ist Großbritannien das beliebteste Studien- und Ausbildungsland außerhalb Deutschlands. Der BAföG-Bericht listet 2.305 Geförderte im Jahr 2001 auf. In die USA zog es demzufolge 1.324, nach Spanien 1.085 BAföG-Empfänger. 1.268 Geförderte nahmen ihr BAföG nach Frankreich mit, jeweils einer nach Bulgarien und Albanien.

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