HOME

Verbraucher: 19 Tipps zur Mehrwertsteuer

Lohnen Hamsterkäufe? Wer zahlt bei Lieferverzögerung? Wird schon die Silvesterparty teurer? Der stern beantwortet die 19 wichtigsten Fragen zur Mehrwertsteuer.

Am 1.1.2007 ist es soweit: Die Mehrwertsteuer steigt von 16 auf 19 Prozentpunkte. Alles wird teurer - mit Ausnahme der Produkte, bei denen die "Preisanpassung", wie es im Marketing-Deutsch heißt, schon im Laufe dieses Jahres vorweg genommen wurde.

Die Mehrwersteuererhöhung wird die Kauflust der Deutschen und damit die Konjunktur vermutlich dämpfen. Andererseits dürfen sich die Finanzminister von Bund und Ländern über einen Geldregen freuen: Die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik wird 20 Milliarden Euro in ihre Kassen spülen.

Für den Verbraucher stellen sich eine Reihe von wichtigen Fragen - vor allem Ist es deswegen ratsam, in den kommenden zwei Monaten soviel wie möglich zu kaufen, um nicht 2007 zu den erhöhten Preisen investieren zu müssen?

1. Wird am 1. Januar alles teurer?

Nein. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bleibt unverändert bei sieben Prozent. Er gilt für Lebensmittel (außer Getränke), Leitungswasser, Bücher, Zeitungen, Blumen, Tierfutter und den öffentlichen Personennahverkehr. Preiserhöhungen für diese Produkte können zumindest nicht mit der höheren Mehrwertsteuer begründet werden. Einige Güter und Dienstleistungen sind sogar ganz von der Steuer befreit. Dazu zählen Miete (ohne Nebenkosten), Arzthonorare, Briefporto und Rundfunkgebühr. Insgesamt erwartet das Statistische Bundesamt durch die Steuererhöhung einen Anstieg der Verbraucherpreise von maximal 1,4 Prozent.

2. Steigen die Preise um drei Prozent?

Nein. Der reguläre Satz der Mehrwertsteuer steigt von 16 auf 19 Prozent. Die Anhebung um drei Prozentpunkte bedeutet aber keine Preissteigerung um drei Prozent, sondern nur von 2,59 Prozent. Grund: Die Mehrwertsteuer wird nicht vom Endpreis, sondern vom Nettopreis berechnet. Beispiel: Eine Einbauküche kostet ohne Steuern 8621 Euro. Mit 16 Prozent Mehrwertsteuer beträgt der Preis heute 10 000 Euro, mit 19 Prozent steigt er auf 10 259 Euro.

3. Werden alle Produkte gleichermaßen teurer?

Nein. Die Händler sind bei der Preisgestaltung frei. Bei teuren Produkten wird die Steuererhöhung voraussichtlich ziemlich exakt draufgeschlagen. Autounternehmen und Möbelhersteller haben schon neue, ab Januar geltende Listen mit unverbindlichen Preisempfehlungen veröffentlicht. Je niedriger die Preise sind, desto schwieriger ist aber eine Erhöhung um genau 2,59 Prozent. Die Preise würden sonst recht krumm. Deswegen wird auf- und abgerundet werden. Beispiel: Ein Pils kostet in der Kneipe 2,60 Euro. Nach der Steuererhöhung müsste der Preis auf 2,67 Euro steigen. Tatsächlich dürfte der Gastronom sich für 2,70 Euro entscheiden. Im Gegenzug sollten dann aber die Steigerungen bei Cola oder Korn entsprechend niedriger ausfallen. Sonst drohen ähnliche Debatten wie nach der Euro-Einführung.

4. Steigen auch die Preise für bestehende Verträge?

In der Regel ja. Energieversorger und Telefongesellschaften vereinbaren in ihren Verträgen Nettopreise "zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer". Strom und Gas dürften auf jeden Fall teurer werden. Die Telekom hält sich bei Altverträgen noch bedeckt, aber zumindest bei den neuen Festnetztarifen ist die Steuererhöhung schon einkalkuliert. Ähnlich ist es beim Mobilfunkanbieter Vodafone. Auch die Versicherungen dürfen die höhere Steuer an ihre Kunden weiterreichen. Die Gebührenordnungen von Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Architekten enthalten Preise ohne Steuern, sodass die Steuererhöhung sofort greift.

5. Sind die Preise bereits gestiegen?

Teilweise. Preiserhöhungen sieht man allerdings den Grund nicht an. Vor allem höhere Energie- und Rohstoffkosten haben in diesem Jahr die Teuerung vorangetrieben. Aber auch die Mehrwertsteuer wirft schon ihren Schatten voraus. Unternehmensberater haben den Händlern geraten, die Preise nicht erst zum 1. Januar zu erhöhen. Dahinter steht das Kalkül, dass es zum Jahreswechsel einen starken Wettbewerb mit Preisgarantien geben könnte. Vor allem bei Drogerieartikeln wurde bereits kräftig zugelangt. So wurden Lippenpflegestifte, Haarshampoo oder Zahncreme zum Teil zwischen 10 und 30 Prozent teurer.

6. Gibt es heimliche Preiserhöhungen?

Ja, aber das hat nur teilweise mit der Mehrwertsteuererhöhung zu tun. Betroffen sind vor allem Lebensmittel, für die der ermäßigte Satz gilt. Die Unternehmen halten scheinbar den Preis stabil, aber verschlechtern die Ausstattung ihrer Produkte oder verringern den Packungsinhalt. Wenn etwa in einem Windelkarton plötzlich zwei, drei oder vier Windeln weniger drin sind, dann bedeutet das bei unverändertem Packungspreis eine heimliche Erhöhung von bis zu acht Prozent.

7. Was wird aus den 99-Cent-Preisen?

Sie bleiben. Auch künftig wird es Preise geben, die auf 9 Cent oder 99 Cent enden. Solche Schwellenpreise, die immer genau unter einem bestimmten Euro-Betrag bleiben, gibt es besonders häufig bei Lebensmitteln, die durch die Steuererhöhung nicht teurer werden. Aber auch bei anderen Artikeln dürfte es bei 9er-Preisen bleiben. Die Händler werden bei einigen Gütern die Preise unverändert lassen, aber bei anderen kräftiger zuschlagen. Faustregel: Bei Produkten, die seltener gekauft werden und deren Preise die Verbraucher nicht im Kopf haben, ist eher mit deutlichen Erhöhungen zu rechnen.

8. Lohnen Hamsterkäufe?

Kaum. Lebensmittel verteuern sich durch die Steuererhöhung ohnehin nicht, bei Drogerieartikeln sind die Preise teilweise schon gestiegen. Einen Jahresbedarf an Klopapier, Windeln und Waschmittel im Keller zu lagern dürfte eher unpraktisch sein. Bier ist auch nur begrenzt haltbar. Die größte Ersparnis winkt noch bei Spirituosen. Allerdings muss der Steuervorteil gegen den Zinsnachteil abgewogen werden. Beispiel: Wer seinen Dispo mit einem Zinssatz von zehn Prozent nutzt, um für 1000 Euro die Bar aufzustocken, zahlt schon für die ersten drei Monate 25 Euro Zinsen. Damit ist der Preisvorteil fast schon futsch. Ab dem vierten Monat wird das vermeintliche Schnäppchen zum echten Minusgeschäft.

9. Lohnt es sich, größere Anschaffungen vorzuziehen?

Überwiegend ja. Wer sowieso plant, in nächster Zeit ein Auto, eine Wohnzimmergarnitur oder eine Waschmaschine anzuschaffen, sollte einen Kauf in diesem Jahr prüfen. Der Wettbewerb ist zurzeit hart, und Rabatte erreichen teilweise Rekordhöhe. Zwar wird es auch nach dem Jahreswechsel noch Preisaktionen geben, aber über kurz oder lang wird die höhere Mehrwertsteuer draufgeschlagen. Etwas anders sieht es bei Elektronikprodukten aus. Die Preise für Computer, Flachbildfernseher oder Digitalkameras fallen ständig. Neue Geräte werden technisch besser, Auslaufmodelle werden verramscht. Drei Prozentpunkte Mehrwertsteuer spielen da keine große Rolle.

10. Welche Steuerfallen lauern beim Autokauf?

Vorsicht bei Finanzierungen. Nur wer seinen Wagen in diesem Jahr kauft, profitiert noch vom niedrigeren Steuersatz. Beim Leasing dagegen zahlt der Kunde monatliche Gebühren, die ab dem nächsten Jahr der höheren Mehrwertsteuer unterliegen. Ähnliche Tücken haben die sogenannten Drei-Wege-Finanzierungen, die Autocredit, Smartbuy oder Easy Finance heißen. Hier muss das Kleingedruckte genau geprüft werden. Wenn das Eigentum erst mit der Schlussrate auf den Kunden übergeht, dann sind 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

10. Welche Steuerfallen lauern beim Autokauf?

Wenig. "Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer" - so oder ähnlich werben zurzeit Autokonzerne und Möbelhäuser. Wer glaubt, dass er einen Rabatt von 16 Prozent erhält, der irrt. Der Preisnachlass beträgt nur 13,8 Prozent. Grund: Die Mehrwertsteuer wird nicht vom Endpreis berechnet, sondern auf den Nettopreis aufgeschlagen. Preisnachlässe von 10 bis 15 Prozent sind aber beim Auto- oder Möbelkauf durchaus üblich. Wer hart verhandelt, kann also noch mehr als die Mehrwertsteuer auf den Listenpreis herausholen.

12. Was passiert, wenn mein Mehrwertsteuerschnäppchen erst im neuen Jahr geliefert wird?

Kommt drauf an. Grundsätzlich gilt der am Tag der Lieferung gültige Mehrwertsteuersatz. Für Güter, die erst im Januar ausgeliefert werden, sind also 19 Prozent fällig. Wer die zusätzliche Steuerlast trägt, ist aber Verhandlungssache. Wenn ein Festpreis vereinbart ist, dann gilt der trotz Mehrwertsteuererhöhung. VW etwa verspricht, dass Autos, deren Lieferung für Dezember zugesagt worden ist, für den Kunden nicht teurer werden, wenn sich der Termin bis ins nächste Jahr verzögert. Ein Blick ins Kleingedruckte ist ratsam: Klauseln, die die "jeweils gültige Mehrwertsteuer" vorsehen, sind unzulässig, wenn der Kunde weniger als vier Monate auf seine Bestellung warten muss.

13. Wird das Reisen teurer?

Teilweise. Es kommt auf das Verkehrsmittel und den Reiseweg an. Im öffentlichen Nahverkehr gilt der unveränderte ermäßigte Steuersatz, für Fahrten über 50 Kilometer kommt künftig der Steuersatz von 19 Prozent zum Zug. Die Deutsche Bahn hat für den Fernverkehr schon eine Preiserhöhung um 5,6 Prozent angekündigt. Ähnlich ist es bei Taxen: Innerorts gilt die niedrige Steuer, über Land die höhere. Umgekehrt bei Flügen: Innerhalb von Deutschland wird es teurer, Flüge über die Ländergrenzen hinweg sind steuerbefreit. Bei Pauschalreisen wird nur die Gewinnmarge des Veranstalters besteuert, sodass die Preise fast unverändert bleiben. Hotelübernachtungen in Deutschland dagegen werden teurer.

14. Lohnt es sich, noch in diesem Jahr zu renovieren?

Grundsätzlich ja. Auch alle Dienstleistungen werden durch die Mehrwertsteuererhöhung teurer. Allerdings haben die Handwerker bereits gut zu tun, sodass es schwer werden dürfte, noch günstige Angebote zu bekommen. Was ist, wenn die Handwerker in diesem Jahr nicht mehr fertig werden? Wenn die Arbeiten über den Jahreswechsel andauern, wird die höhere Mehrwertsteuer fällig. Dagegen hilft ein Trick: Abgrenzbare Teilleistungen, die bis zum Jahreswechsel erbracht und abgenommen wurden, können noch zum günstigeren Steuersatz abgerechnet werden. Beispiel: Der Maler schafft die komplette Renovierung nicht bis Ende Dezember, aber das Schleifen und Lackieren von Fenstern und Zimmertüren.

16. Lässt sich die Steuererhöhung durch vorgezogene Zahlung austricksen?

Nein. Es gilt der Zeitpunkt der Lieferung. Wer also noch in diesem Jahr etwas bestellt, die Leistung aber erst im nächsten Jahr bekommt, dem wird jetzt trotzdem eine Rechnung mit 19 Prozent Mehrwertsteuer ausgestellt - egal, wann er bezahlt. Auch wer einen Mehrjahresvertrag mit einer Versicherung oder Wartungsfirma abschließt und auf einen Schlag bezahlt, muss trotzdem für Leistungen nach dem Jahreswechsel den höheren Steuersatz berappen.

17. Was muss ich beim Umtausch beachten?

Der Umtausch von in diesem Jahr gekaufter Ware sollte bis 31. Dezember erfolgen. Rechtlich wird beim Umtausch der alte Kauf (zu 16 Prozent) rückgängig gemacht und ein neuer (ab Januar: zu 19 Prozent) abgeschlossen.

18. Wird schon die Silvesterfeier teurer?

Nein. Gaststätten und Taxen dürfen in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar noch den alten Steuersatz von 16 Prozent anwenden. Für Übernachtungen im Hotel dagegen sind schon 19 Prozent fällig.

19. Gibt es auch irgendetwas Positives bei der Mehrwertsteuererhöhung?

Ja. Gebrauchtwagen und Einfamilienhäuser gewinnen an Wert. Das ist auf den ersten Blick zwar kaum zu glauben, aber logisch. Die Preise für Neuanschaffungen steigen und ziehen so das Preisniveau für gebrauchte Objekte nach oben. Davon profitiert, wer sein Auto oder Häuschen noch zu einem niedrigeren Steuersatz gekauft hat.

print

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(