Wunderkind Gregory Smith Nächstes Ziel: Präsident der USA


Seine erste Matheaufgabe löste er mit 14 Monaten, und im Alter von 13 Jahren macht er den Hochschulabschluss. Gregory Smith hat noch viel vor: Ganz oben auf seiner Liste steht das Amt des amerikanischen Präsidenten.

Seine ersten Mathematikaufgaben löste er mit 14 Monaten. Im Alter von zwei Jahren entschied sich Gregory Robert Smith für ein Leben als Vegetarier. Im Kindergarten erklärte er seinen Kameraden die Photosynthese, und mit neun Jahren machte er den Schulabschluss. Gregory, das Wunderkind aus Richmond im US-Staat Virginia, gründete eine internationale Jugendorganisation und wurde zwei Mal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Nun - im Alter von 13 Jahren - macht er den Hochschulabschluss.

Seinen Bachelor in Mathematik bekommt Gregory Ende Mai am privaten Methodistencollege Randolph-Macon 24 Kilometer nördlich von Richmond. Kein Grund für eine Verschnaufpause, denkt sich der ehrgeizige Junge: Neben Promotionen in Mathematik, Raumfahrttechnik, Politikwissenschaft und Biomedizin und dem Engagement für die Rechte von Kindern verfolgt er gleich mehrere Karrieren. Ganz oben auf seiner Liste ist das Amt des amerikanischen Präsidenten. "Das würde mir die Möglichkeit geben, so vielen Menschen zu helfen", sagt Gregory.

Grenzenlose Neugier

Seit seinem ersten Tag am College, im September 1999, sei er 33 Zentimeter gewachsen, jetzt ist der Blondschopf schon 1,70 Meter groß. Seine geistige Entwicklung sei freilich schwieriger zu bestimmen, meint Gregorys Mentor, der Psychologieprofessor Michael Wessells. "Er hat in der Zeit bei uns viel größere Fortschritte gemacht als irgendjemand anders." Schon bei seinem Collegeeintritt sei er seinen viel älteren Kommilitonen intellektuell weit voraus gewesen. Aber dem fröhlichen Jungen hätte es an Lebenserfahrung und kulturellem Verständnis gefehlt.

"Hier hat er die größten Fortschritte gemacht", sagt Wessells. Gregory habe eine grenzenlose Neugier, aber auch ein enormes Gespür für die Bedeutung von Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Und seine Motivation sei unglaublich: "Sein Geist sollte nicht in eine Zwangsjacke gesteckt werden."

"Ich fühle mich so, als hätte ich eine normale Kindheit gehabt"

Gregorys Mutter Janet Smith glaubt nicht, dass ihr strebsamer Sohn wegen seines Genies keine wirkliche Kindheit hatte. Er habe immer auch Kurse gewählt, die in glücklich gemacht hätten. Dazu gehörten für ihn nun einmal "fortgeschrittenes Lernen" ebenso wie Sportstunden mit Gleichaltrigen. "Ich fühle mich so, als hätte ich eine normale Kindheit gehabt", sagt Gregory selbst. "Mir wurden einfach unglaublich viele Möglichkeiten gegeben."

Einen gehörigen Teil seiner Energie steckte er in die von ihm gegründete Organisation Internationaler Jugendanwälte (International Youth Advocates), die sich für Menschenrechte und Gewaltlosigkeit einsetzt. Er reiste nach Kenia, wo er der Unterzeichnung eines Friedensvertrages verfeindeter Stämme beiwohnte, und besuchte cracksüchtige Kinder in den Slums von Sao Paulo. Der Junge wurde von Michael Gorbatschow und der jordanischen Königin Noor empfangen.

Mentor Wessells: Er hat einen geschärften Sinn für die Realität

Das Geld, das Gregory für seine selbst geschriebenen Reden bekommt, investiert er in seine Organisation. Und der juvenile Philanthrop redet mit der Verve eines Politik-Veteranen: "Als ich sehr jung war", sagte er einst vor 11.000 Zuhörern, und erntete schallendes Gelächter. Er wartet, bis es wieder still wurde, um abermals anzusetzen: "Als ich sehr jung war und auf Videofilmen unterernährte und kranke Kinder sah, die von ihren Familien getrennt und Gewalt ausgesetzt waren, da wusste ich, ich musste handeln. Damals war ich sieben Jahre alt, aber ich war mir sicher, dass es einen Weg gibt, um etwas zu verändern."

Wie frustrierend der Kampf für Menschenrechte sein kann, musste Gregory auch schon erfahren. Beim ersten Kindergipfel der Vereinten Nationen im vergangenen Mai in New York wurde schließlich ein Dokument verabschiedet, dass niemanden zufrieden stellen konnte. "Ich habe direkt miterlebt, wie Länder, die mit den Angelegenheiten nichts zu tun haben wollen, eine Einigung schlicht sabotierten", berichtet er. Mentor Wessells meint, Gregory habe sich seinen Idealismus nicht nehmen lassen. "Aber jetzt hat er einen geschärften Sinn für die Realität."


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