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"Mogelpackung des Monats": Mehr Fett als das Original: Verbraucherschützer prangern Light-Salami von Lidl an

Mit Light-Produkten will die Industrie Kunden ködern, die sich bewusster und kalorienärmer ernähren möchten. Dass man diesem Versprechen nicht blind folgen sollte, haben Hamburger Verbraucherschützer nun bei einer Truthahn-Salami von Lidl festgestellt.

Lidl - Truthahnwurst - Light-Version - Dulano - Verbraucherschutz

Links die Light-Version der bei Lidl vertriebenen Truthahn-Salami, rechts die klassische Variante

Weniger Fett, weniger Kalorien: Wer beim Einkaufen zur Light-Version eines Produkts greift, macht dies in der Regel wohl aus der bewussten Entscheidung für eine gesündere Ernährung heraus. Dass man den Versprechungen der Industrie jedoch nicht immer blind trauen sollte, legt ein Bericht der Verbraucherzentrale Hamburg nahe, die eine bei Lidl vertriebene Wurst genauer unter die Lupe genommen und dabei Überraschendes festgestellt hat.

Demnach enthält die Eigenmarke "Dulano Truthahn-Salami Light" des Discounters nicht nur mehr Fett und damit auch Kalorien als die herkömmliche Variante. Auch ist das Produkt den Angaben zufolge deutlich teurer als die klassische Version. Für die Verbraucherschützer ist die Light-Wurst daher die Mogelpackung des Monats.

Mehr Fett und Kalorien in Light-Version der Truthahn-Salami

So stellte das Informationsportal fest, dass die Zutaten der beiden Salamis, die sich in ihrer Verpackung zudem sehr ähneln, identisch sind. "Paradoxerweise" verwende der Hersteller, die H. Kempter GmbH & Co. KG, in der Light-Version jedoch mehr Fett, was so auch den Kaloriengehalt erhöhe. So seien dem Produkt 14 Prozent Shea Butter, ein aus den Nüssen des Karitébaumes gewonnenes Pflanzenfett, beigefügt. Die klassische Truthahnwurst enthalte hingegen nur elf Prozent Pflanzenfett. Zusammen mit dem Fett aus dem Fleisch komme man bei der Light-Variante daher auf insgesamt 20 Prozent Fett, während es bei der normalen Wurst nur 18 Prozent seien. Die gesättigten Fettsäuren betreffend liegt der Gehalt demnach gar 25 Prozent höher. 

Auch kritisieren die Verbraucherschützer den Preis des Light-Produkts, das bei Lidl für 1,19 Euro pro 100 Gramm verkauft wird. Zum Vergleich: Die normale Version gibt es in der 200-Gramm-Packung für 1,79 Euro. Da die im Durchmesser deutlich kleinere Light-Wurst aber in einer größeren Verpackung verkauft wird, werde dem Kunden suggeriert, dass die vermeintlich gesündere Variante auch günstiger sei. Stattdessen aber sei diese im Vergleich um 33 Prozent teurer.

Lidl will reagieren

Dass die kritisierte Wurst mit einem Light-Label vertrieben werden darf, begründete der Hersteller demnach damit, dass sie mehr als 30 Prozent weniger Fett enthalte als eine klassische Salami aus Schweinefleisch, die im Schnitt 34 Prozent Fett aufweise. Dies bestreitet die Verbraucherzentrale Hamburg auch nicht, moniert aber, wie Kunden "da noch durchblicken (sollen)".

Lidl sicherte dem Bericht zufolge in einer Stellungnahme immerhin zu, dass man seine klassische Truthahn-Salami künftig auch als Light-Wurst bewerben werde. 

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

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