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Vorwurf der Verantworungslosigkeit: Attila Hildmann serviert superscharfen Burger - Gast bricht zusammen

Vegan-Guru Attila Hildmann serviert in seiner neuen Snackbar einen scharfen Burger, der gesundheitsbedenklich ist. Jetzt brach ein Gast nach dem Verzehr zusammen. Reue empfindet der Koch dabei nicht. Im Gegenteil.

Attila Hildmann

Attila Hildmann postete den Vorfall vom Wochenende auf Facebook

Vegan-Guru Attila Hildmann hat es mal wieder getan: einen PR-Gau provoziert. Vielleicht ist das ja auch eine Art Masche, in den Medien und vor allem im Gespräch zu bleiben. Das letzte Mal hörte man etwas von Attila Hildmann, als er in den USA berühmt werden wollte – mit einer Art amerikanischen Gangster-Kochshow namens "Vegangsta". Das ging ziemlich in die Hose. Seine deutschen Fans verstanden die Show nicht, ihm wurde vorgeworfen mit einem Neo-Nazi zu kochen – und nach sechs Folgen auf Youtube war Schluss mit "Vegangsta".

Jetzt sein nächster "Fail": Hildmann eröffnete im Mai seine erste vegane Snackbar in Berlin. Das kündigte er bereits vor zwei Jahren an. Am Wochenende rief Hildmann in seiner Snackbar einen Wettbewerb namens "Hellfire Contest", also Höllenfeuer-Wettbewerb aus. Was es damit auf sich hat? Im Angebot gibt es den "schärfsten veganen Burger der Welt". Hildmann verspricht: Wer diesen Burger "komplett isst, erhält ihn umsonst, ein Softeis und ein Foto-Platz auf der Wall of Flame". Das Problem daran? Der Burger enthält mitunter die schärfsten Chilis der Welt: Habanero, Scotch Bonnet Chili, Scorpion Chili und Doomsday. Die allein enthalten um die eine Million Scoville (Schärfeeinheit). Für noch mehr Schärfe sorgt ein weiterer Chili-Extrakt mit neun Million Scoville. Das ist dreimal so viel wie Pfefferspray hat und grenzt an Körperverletzung.

Das weiß auch Hildmann, daher lässt er die Gäste vorher eine Verzichtserklärung unterschreiben, um sich vor rechtlichen Schritten abzusichern. Nach dem Verzehr des Burgers brach ein Gast am Wochenende zusammen. Sanitäter mussten erste Hilfe leisten. Anstatt sich für den Vorfall zu entschuldigen, postete Hildmann Bilder von dem Zusammenbruch - und gab sich mitunter stolz: "Ich warne die Leute mehrmals und sage sie sollen erstmal den mittelscharfen probieren vor dem Hellfire Burger... oft zwecklos!"


Wie viel Verantwortung trägt ein Gastronom?

Da stellt sich die Frage, warum ein Gastronom einen Burger wie diesen überhaupt anbietet, wenn er um die Gefahren weiß. In Scoville-Einheiten wird der Schärfegrad von Früchten der Paprikapflanzen gemessen. Die scharfen Früchte enthalten Capsaicin, ein Alkaloid, welches Schmerzrezeptoren der Schleimhäute reizt und so die Schärfeempfindung auslöst. Gemüsepaprika beispielsweise hat 0 bis 10 Scoville, die bekannte amerikanische Tabascosauce liegt schon bei 2.500 bis 5.000 Scoville und Habañeroschoten haben zwischen 100.000 und 500.000 Scoville.


Kein Vergleich also zu den Sorten, die Hildmann in seinem Burger anbietet. Und es geht auch gar nicht darum, dass ihm die Tabasco-Flasche ausgerutscht ist. Das Capsaicin wirkt direkt auf Haut und Körper. Botenstoffe melden dem Gehirn Schmerzsignale. Es kommt zum Schweißausbruch, der Körper reagiert wie auf eine Verbrennung. Adrenalin und Endorphin werden ausgeschüttet. Schärfe ist demnach kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. Zu viel Schärfe kann zu vielen Nebenwirkungen führen: Bauchschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Durchfall oder Übelkeit, Verätzungen der Speiseröhre sind bei hohen Scoville-Einheiten nicht selten. Im schlimmsten Fall kann die Schärfe Kreislaufbeschwerden mit Schock auslösen. Hildmanns Anhänger sind über den Wettbewerb keinesfalls erfreut.


Und auch nach diesen Reaktionen ist Hildmann nicht bereit, einzulenken und ein Fehlverhalten einzusehen. Im Gegenteil. In einem weiteren Kommentar beschimpft er seine Fans als "Kackbratzen" und findet die Kritik "lächerlich".


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